Stadtlohner beim Weltjugendtag

Begegnungen

Es war eine Pilgerfahrt der Gegensätze: Gelungene zwischenmenschliche Begegnungen und organisatorisches Chaos, beeindruckende Glaubenszeugnisse und klimabedingte Strapazen, all das wartete auch auf die Stadtlohner Teilnehmer des Weltjugendtages in Madrid.

STADTLOHN

24.08.2011, 19:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwerpunkt der Zeit in Madrid waren die Katechesen am Mittwoch, Donnerstag und Freitag mit Kardinal Meisner, Weihbischof Timmerevers und Diözesanbischof Dr. Felix Genn. Allerdings erwies sich die Teilnahme an den Katechesen als schwierig, da die Kirchen zu klein und zu gut besucht waren. Aber an den Katechesen mit Weihbischof Timmerevers und Bischof Genn konnten fast alle Münsteraner Pilger teilnehmen. „Die Katechesen kamen gut an, besonders gut, waren die einzelnen Kleingruppengespräche untereinander während der Katechesen“, so Raphael Greving, 16 Jahre alt und Schüler aus Stadtlohn. Beeindruckt hat die Gruppe die Begegnung mit Bischof Genn im Anschluss seiner Katechese am Freitag. Neben den Katechesen nutzen die Jugendlichen die freie Zeit, um die Stadt kennenzulernen oder einfach nur auszuruhen, da die durchschnittlich fast 40 Grad recht kräftezehrend waren.

Einen fast dramatischen und so nicht vorgesehenen Schlusspunkt des Aufenthalts in Spanien setzte der Samstag. Die Stadtlohner Pilger brachen zum Flughafengelände Cuatro Vientos auf, wo sie eigentlich die Nacht verbringen und die Vigil und die Messe mit dem Papst mitfeiern sollten. Allerdings ist es dazu nicht gekommen. Ein heftiges Gewitter mit Regen und starken Windböen stellten die Pilger auf eine harte Bewährungsprobe. Kleidung und Schlafutensilien wurden durchnässt, und die Stimmung schlug um. „Nachdem der erste Regenguss überstanden war, erhielten wir Gruppenverantwortlichen den Auftrag, mit unseren Gruppen den Platz zu verlassen. Erst als wir draußen waren, erhielten wir eine ausführliche Begründung“, so Diakon Reuther. Die Fläche, auf der unter anderem auch die Stadtlohner Gruppe Platz gefunden hatte, weil das eigentlich vorgesehene Feld maßlos überfüllt war, glich einem Acker und war schlecht beleuchtet. Zudem funktionierte die Essensausgabe der Pilgerpakete nicht, und die Wasserversorgung war ebenfalls mangelhaft. „Die Entscheidung der Weltjugendtagsleitung des Bistum Münsters, hier abzubrechen, war natürlich schade, weil die Jugendlichen das Wesentliche nicht mitbekommen haben, ist aber auch für mich, der Verantwortung für die Gruppe hatte, auf jeden Fall nachvollziehbar“, so Reuther weiter.

Nachdem die Münsteraner Pilger das Flughafengelände verlassen hatten, die Nacht in einem nahe gelegenen Park verbrachten, traten sie am Sonntag schon um 8 Uhr die Rückreise nach Deutschland an. „Obwohl es etwas enttäuschend war, in Madrid nicht alles miterlebt zu haben, bleiben doch die Erinnerungen und die Erfahrungen im Gedächtnis. Besonders die vielen guten und freundlichen Begegnungen mit den Menschen in Pamplona werden uns noch lange begleiten“, meint Clara Demes und spricht so für die ganze Gruppe. „Mich hat es beeindruckt, wie ehrlich die Jugendlichen miteinander ins Glaubensgespräch gekommen sind und dass der Glaube für viele eine große Rolle spielt“, resümiert Markus Reuther. 

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