Stadtlohner Firmen und Feuerwehr sitzen in einem Boot

mlzUnternehmerfrühstück

Wenn es brennt, lassen die Feuerwehrleute alles stehen und liegen, um zum Einsatzort zu eilen. Stadtlohner Arbeitgeber zeigen sich verständnisvoll. Es könnte ja auch mal ihre Firma brennen.

Stadtlohn

, 06.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Winfried Tenbrink ist Unternehmer. Und er war 40 Jahre Feuerwehrmann. So hatte er am Dienstagmorgen einen besonderen Blick auf die neue Feuer- und Rettungswache am Steinkamp. Winfried Tenbrink war einer von 120 Stadtlohner Unternehmern, die sich auf Einladung des AIW-Unternehmensverbandes und des SMS-Stadtmarketings zum 15. Unternehmerfrühstück getroffen haben. Nach Kaffee und Brötchen lockte ein Blick hinter die Kulissen der hochmodernen Wache.

Arbeitgeber unterstützen die Freiwillige Feuerwehr

Der Hotel- und Ladeneinrichter Tenbrink weiß, wie es ist, wenn plötzlich mehrere Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlassen müssen, weil sie als Freiwillige Feuerwehrleute zum Einsatz gerufen werden. Das ist produktionstechnisch nicht immer einfach. Aber Winfried Tenbrink trägt es als Arbeitgeber mit Fassung: „Das muss ja sein. Da stellt sich unser Unternehmen nicht quer.“ Schließlich baut er als Unternehmer auch darauf, dass im Falle eines Falles die Feuerwehr auch seine Firma schütze.

Jetzt lesen

Wehrführer Günter Wewers ist froh darüber, dass auch die anderen Stadtlohner Unternehmer so denken. „Es gibt insgesamt ein große Bereitschaft der Arbeitgeber, Feuerwehrleute für Einsätze freizustellen“, sagt Günter Wewers.

Stadtlohner Firmen und Feuerwehr sitzen in einem Boot

Ralf Thesker (l.) erklärte die Abläufe in der Rettungswache des Kreises. © Stefan Grothues

Und das sei nicht selbstverständlich, wie er aus Gesprächen mit anderen Wehrführern wisse. Hinzu kommt, dass die meisten der Stadtlohner Feuerwehrleute ihren Arbeitsplatz in Stadtlohn haben. Wewers: „Das ist für uns wichtig, um die Tagesverfügbarkeit sicherzustellen.“

Nach acht Minuten am Einsatzort

Anders als die Rettungswache des Kreises, die in Stadtlohn 15 hauptamtliche Kräfte beschäftigt, erfüllt die Stadtlohner Feuerwehr ihre Aufgabe ausschließlich mit 115 ehrenamtlichen Feuerwehrleuten. Sie müssen in mindestens in 80 Prozent der Alarmierungen sicherstellen, dass die ersten Kräfte schon nach acht Minuten am Einsatzort eintreffen. Wewers: „Das ist ein ambitioniertes Ziel, das in Stadtlohn gut erreicht wird.“

Jetzt lesen

Für dieses Ziel habe die Stadt 7,5 Millionen Euro in die neue Feuerwache investiert, erklärte Bürgermeister Helmut Könning vor den Unternehmern. Dass diese Investition notwendig gewesen sei, daran ließ Günter Wewers keinen Zweifel. „Als die alte Wache 1979 gebaut wurde, gab es nur 60 Feuerwehrkameraden.“ Heute sind es nicht nur doppelt so viele. Es sind auch sechs Kameradinnen – Tendenz steigend – darunter. Das stellt neue Anforderungen an die Umkleiden und sanitären Einrichtungen.

Viele neue Anforderungen machten Neubau nötig

Technische Weiterentwicklungen, Arbeitsschutz, die Gründung der Jugendfeuerwehr vor sechs Jahren, der heute 25 Jungen und Mädchen angehören, verbesserte Abläufe beim Ausrücken ..., Günter Wewers fallen viele gute Gründe für den Neubau ein. Und der habe sich in den ersten 30 Einsätzen seit der Eröffung im September bewährt. „Die Abläufe sind jetzt einfach ideal“, sagte Günter Wewers vor den Unternehmern.

Stadtlohner Firmen und Feuerwehr sitzen in einem Boot

Beim Rundgang erkundeten die Teilnehmer des Unternehmerfrühstücks die neue Feuer- und Rettungswache. © Stefan Grothues

Der Feuerwehrchef sieht zusätzlich ein psychologisches Moment: „Der Neubau hat einen enormen Motivationsschub unter den Kameradinnen und Kameraden gebracht.“ Nachwuchssorgen habe die Stadtlohner Feuerwehr daher nicht. Wewers: „Wir haben in den letzten Jahren einen richtig guten Zulauf. Da spielen die Investitionen sicher eine große Rolle.“

Hauptamtliche Feuerwehr teurer als eine neue Wache

Und weil er ja vor Unternehmern sprach erklärte er auch noch, dass sich die Millionen-Investition für die Stadt Stadtlohn durchaus rechne: „Die Stadt kann ja besser alle 40 Jahre für die Freiwillige Feuerwehr eine neue Wache bauen, als jedes Jahr Millionen an Personalkosten für eine hauptamtliche Feuerwehr auszugeben.“

Lesen Sie jetzt