Am Mittwoch (1. September) berät der Haupt- und Finanzausschuss über mögliche Steuererhöhungen. Für ein Einfamilienhaus an der Lessingstraße könnte die Grundsteuer um rund 54 Euro pro Jahr auf 532 Euro steigen. © Bernd Schlusemann
Steuererhöhung

Stadtlohner Hausbesitzer müssen mit steigenden Grundsteuern rechnen

Hausbesitzer und Landwirte müssen nächstes Jahr wohl tiefer in die Tasche greifen. Die Stadt Stadtlohn plant eine Erhöhung der Grundsteuern. Die Gewerbesteuer soll dagegen leicht sinken.

Die Grundsteuern für bebaute Grundstücke sowie für Äcker, Wiesen und Wälder in Stadtlohn sollen angehoben werden. Das schlägt die Stadtverwaltung vor. Nach dem Vorschlag des Kämmerers soll die Grundsteuer B (bebaute Grundstücke) um 11,3 Prozent steigen und die Grundsteuer A (agrarisch genutzte Flächen) um 18,4 Prozent. Die Gewerbesteuer dagegen soll nach dem Vorschlag um 0,2 Prozent gesenkt werden.

Land NRW macht Vorgaben und lässt Kommunen Spielräume

Der Kämmerer orientiert sich bei dem Vorschlag an den fiktiven Hebesätzen des Landes NRW und am Kreisdurchschnitt. Über viele Jahre hinweg habe die Stadt Stadtlohn im kreis- und landesweiten Vergleich unterdurchschnittliche Steuerhebesätze festgelegt, heißt es in der Sitzungsvorlage des Kämmerers.

Das habe dazu geführt, „dass nicht alle Ausgaben durch Einnahmen gedeckt werden konnten und die Verschuldung in nahezu jedem Jahr gestiegen ist.“ Hinzu kamen auch in anderen Bereichen unterdurchschnittliche Abgaben und zuletzt außerordentliche Belastungen durch die Corona-Pandemie.

Mehrbelastung zwischen 30 und 55 Euro

Und was bedeutet die Anhebung der Grundsteuer B für einen Hausbesitzer in Stadtlohn? Auch das hat der Kämmerer beispielhaft berechnet. Lage und Wert der Immobilie lassen die Mehrbelastung variieren.

  • Für ein Einfamilienhaus (Lage Lessingstraße, Fertigstellung 1975) stiege die Grundsteuer um rund 54 Euro pro Jahr auf 532 Euro.
  • Eigentümer einer Doppelhaushälfte (Lage Pfarrer-Lauvers-Straße, Fertigstellung 2000) müssten mit einer Mehrbelastung von 28,84 Euro pro Jahr rechnen. Der fällige Steuerbetrag beliefe sich dann auf 284 Euro.
  • Für ein Einfamilienhaus (Lage Sebastianstraße, Fertigstellung 2008) klettet die Grundsteuerbelastung um 42,40 Euro pro Jahr auf 418 Euro.

Und wie viel Geld spült die Steuererhöhung in die Stadtkasse? Rein rechnerisch ergibt sich nach den Plandaten des Jahre 2021 bei der Grundsteuer A ein Plus von 24.272 Euro und bei der Grundsteuer B ein Plus von 375.850 Euro.

Demgegenüber vermindern sich die Gewerbesteuereinnahmen um rund 36.000 Euro. Grund für die Senkung der Gewerbesteuer ist eine Veränderung der Berechnungsgrundlage für die fiktiven Hebesätze auf Landesebene.

Politiker beraten am Mittwoch

Entschieden ist die Steuererhöhung aber noch nicht. Der Haupt- und Finanzausschuss berät am kommenden Mittwoch, 1. September, 17 Uhr im Rathaus über diese Frage.

Zu Beginn der Sitzungen wird über die Änderungssatzungen der Brandschutzsatzung, der Obdachlosenunterkünftesatzung sowie der Friedhofssatzung vorberaten. Des Weiteren sind die Einziehungen von Verkehrsflächen an der Vredener Straße, in Wenningfeld und am Döbbelts Kamp sowie die Einziehung von zwei Teilflächen nördlich der Düster Stegge Themen der Sitzung.

Die vollständigen Tagesordnungen sowie die Sitzungsunterlagen können im öffentlichen Ratsinformationssystem nachgelesen werden (www.stadtlohn.de/sitzungen).

  • Bürgerinnen und Bürger sind zu der öffentlich Sitzung eingeladen. Nach der aktuellen Coronaschutzverordnung gelten für alle Gremienmitglieder sowie Besucherinnen und Besucher die Voraussetzungen der 3G-Regel.
  • Alle Personen müssen also vollständig geimpft, genesen oder innerhalb der vergangenen 48 Stunden getestet sein (Antigen-Schnelltest reicht aus). Der Nachweis ist vor dem Betreten des Sitzungsraumes zu erbringen.
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Stefan Grothues

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