Stadtlohner Händler kämpfen sich durch den Stadtlohner Herbst

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Die Stimmung bei den Stadtlohner Händlern erscheint nach dem Stadtlohner Herbst gemischt: Einige sind zufrieden, andere machen lange Gesichter. Es war eben ein Herbst unter besonderen Vorzeichen.

Stadtlohn

, 10.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Gutes hatte es: Den notwendigen Abstand wegen des Coronavirus einzuhalten, war am Samstagmittag in Stadtlohn kein Problem. Nur wenige Passanten waren zu dieser Zeit beim Stadtlohner Herbst in der Innenstadt unterwegs. Eine in jeder Beziehung besondere Veranstaltung.

Unter anderem mit Kürbissen hatten die Händler der Innenstadt einen herbstlichen Touch gegeben. Doch zum "Heimatshopping" kamen deutlich weniger Kunden als üblich. Auch wegen des Coronavirus.

Unter anderem mit Kürbissen hatten die Händler der Innenstadt einen herbstlichen Touch gegeben. Doch zum "Heimatshopping" kamen deutlich weniger Kunden als üblich. Auch wegen des Coronavirus. © Stephan Rape

„Gestern Abend ist es gut gelaufen“, sagt Marlies Timmer vom gleichnamigen Wäschegeschäft. Auch der Samstagmorgen sei noch in Ordnung gewesen. Ab 14 Uhr sei der Kundenstrom jedoch praktisch wie abgeschnitten gewesen. „Sonst hatten wir kontinuierlich Kundschaft“, erklärt sie. Momentan seien die Kunden aber insgesamt sehr verhalten.

Mehr Attraktivität in der Innenstadt auch ohne Großveranstaltung

Auch Christel Hinnemann, Inhaberin der Buchhandlung Bücherzeit steht am Samstagmittag allein in ihrem Geschäft. „Gestern Abend war auch enttäuschend“, sagt sie und blickt durch ihr leeres Geschäft. Der Sonntag, ja da sei sonst immer richtig was los gewesen. Aber der fällt ja in diesem Jahr flach. In ihren Augen dürfe sich das Stadtmarketing nicht so sehr auf einige große Veranstaltungen konzentrieren.

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„Die Stadt muss auch zu den normalen Öffnungszeiten für die Menschen attraktiver gemacht werden“, sagt sie. Wie das genau gehen kann, da zuckt sie aber auch mit den Schultern. „Vielleicht durch Anreize, wie man die Leerstände bekämpfen kann“, denkt sie laut nach.

„Zu wenig Menschen in der Innenstadt“

„Es ist wirklich schade“, sagt Astrid Lensker, Inhaberin des Blumen- und Dekogeschäfts Grün und Gold an der Mühlenstraße. Händler und Stadtmarketing hätten sich viele Gedanken gemacht, um ein attraktives Programm anzubieten, hätten viel Arbeit und Mühe investiert. „Doch es sind einfach zu wenig Menschen in der Stadt“, erklärt sie. Auch sie überlege, früher zu schließen. Ohnehin sei der Einzelhandel nicht einfach. „Und das Coronavirus macht es nicht gerade besser“, fügt sie noch hinzu. Sie will zukünftig noch stärker darauf setzen, sich und ihr Geschäft online zu vermarkten. „Meine Kunden kommen sowieso nicht nur aus Stadtlohn“, erklärt sie. Das müsse der Weg in die Zukunft sein. Eine Mischung aus Präsenzhandel in der Innenstadt und einer effektiven Onlineplattform.

Würstchenbude, Bungejumping und ein bisschen Musik: Viel los war in der Stadtlohner Innenstadt am Samstag nicht. "Wir haben das gemacht, was möglich war", sagt Martin Auras vom Stadtmarketing Stadtlohn.

Würstchenbude, Bungejumping und ein bisschen Musik: Viel los war in der Stadtlohner Innenstadt am Samstag nicht. "Wir haben das gemacht, was möglich war", sagt Martin Auras vom Stadtmarketing Stadtlohn. © Stephan Rape

Anders sieht es Sabine Tendahl, Filialleiterin der Parfümerie Balster. „Wir können uns nicht beklagen“, sagt sie gut gelaunt. Den ganzen Freitag und Samstag sei die Parfümerie gut frequentiert gewesen. „Das Schöne war, zu sehen, wie motiviert die Kunden waren“, sagt sie. Die Corona-Krise habe wohl viele Besucher abgeschreckt. „Ich hatte eigentlich nur Einheimische im Laden“, sagt sie. Auswärtige Besucher etwa aus den umliegenden Städten oder den Niederlanden seien wohl Zuhause geblieben.

Auch Christoph Demes vom Modehaus Demes, mag den negativen Eindruck nicht bestätigen. „Bei uns war es voll“, sagt er. Man dürfe diesen Stadtlohner Herbst ja auch nicht mit den Veranstaltungen in den Vorjahren vergleichen. „Wir hatten keinen verkaufsoffenen Sonntag“, sagt er. An einem Freitag und Samstag habe er noch nie so hohe Umsätze gesehen. Die Kunden seien da gewesen und auch die gemeinsamen Werbeaktionen hätten Erfolg gezeigt.

Mehr wäre unter Coronavorschriften nicht möglich gewesen

Martin Auras, Geschäftsführer des Stadtmarketing Stadtlohn (SMS) macht sich keine Illusionen: Natürlich stehe der diesjährige Stadtlohner Herbst in keinem Verhältnis zu den üblichen Besucherzahlen. Er nennt die Trödelmarktstände als Beispiel: „Normalerweise haben wir dort 120 oder 130 Stände“, sagt er. In diesem Jahr seien es 15 gewesen. Mehr wäre nach den Coronavorschriften nicht möglich gewesen.

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Ihm ist auch klar. dass die Umsatzzahlen in diesem Jahr ganz anders aussehen als üblich. Er spricht von einem „Tropfen auf den heißen Stein“. Dennoch sei es wichtig gewesen, den Zusammenhalt unter den Händlern zu fördern. „Wir haben das gemacht, was wir konnten und durften“, erklärt er.

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