Hobbydichter Norbert Engbers schreibt Coronagedichte ins Handy. © Markus Gehring
Coronalyrik

Stadtlohner Hobbydichter schreibt Corona-Gedichte direkt ins Handy

Norbert Engbers ist kein klassischer Dichter. Keine spitze Feder kratzt übers Papier. Und weder Schreibmaschine noch Computertastatur klappern. Der 67-Jährige schreibt Corona-Gedichte am Handy.

Gereimte Worte haben Norbert Engbers immer schon fasziniert. Ausgelebt hat er seine schriftstellerische Leidenschaft indes selten. Es war ja immer genug zu tun: der Beruf als Kaufmann im Türenvertrieb, die Familie mit drei Kindern, später noch die Enkelkinder …

„Ich hab als Schüler schon viel Freude am Dichten gehabt“, erzählt Norbert Engbers. Noch heute kann er aus dem Stegreif Mörickes Frühlingsgedicht oder Fontanes „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ aufsagen.

Später dann war er nur noch ein Gelegenheitsdichter: auf Geburtstagen, Hochzeiten oder Jubiläen. Die Coronapandemie und der Lockdown haben das verändert. Nun hat der 67-Jährige nicht nur Zeit, sondern auch ein großes Thema, das ihm am Herzen liegt.

Gereimte Coronaregeln

„Ich habe mir aufgrund der besonderen Situation in der Gesundheitslage Gedanken gemacht, wie man den Mitmenschen zur Corona-Pandemie eine etwas andere Art der Übermittlung von Informationen und Verhaltensregeln nahebringt“, sagt Norbert Engbers.

In einem seiner episch-langen Gedichte heißt es auszugsweise:

„Ein Virus kommt nicht gern allein, es müssen gleich Millionen sein.

Hast du die ersten mal erhalten, kann er sich schnell bei dir entfalten.

Im Hals, der Nase und der Lunge macht er sich breit, der ‚böse Junge‘.

Er bringt dir Fieber, Schmerz und Atemnot. Im schlimmsten Fall bringt es den Tod. Damit dies nicht geschehen kann, ziehen alle eine Maske an

und halten Abstand, geben nicht die Hand, weil das als Schutz ist anerkannt.“

Corona auch auf Plattdeutsch ins Visier genommen

Um auch ältere Menschen zu erreichen, hat Norbert Engbers auch auf Plattdeutsch gedichtet:

„Corona häff de Welt veännart, för Karl, för Jupp un ook för Bennard.

Se konnen et garnich verstohn, ne Kneipe nicht mehr antegohn.

Dor, wo dat Bier so läcker schmook un nette Löh govt door ja ook.

Denn Stammdis fehlt ähr un noch mehr, dat alles mook ähr vull plesär.

Dat Läben was ook so all schwoor, se wassen eben gerne door.“

Die Zeilen und noch viele mehr hat er nicht mit der Hand aufgeschrieben und auch nicht an der Computertastatur. „Ich schreibe die Gedichte direkt mit dem Handy als WhatsApp-Nachricht“, sagt Norbert Engbers. Und per Sendebutton erreichen die Gedichte dann gleich ihre Leser im Familien- und Freundeskreis.

„Nicht alle Leute haben den Ernst der Lage erkannt. Die Lage ist sehr ernst und wir sollten uns alle an die Regeln halten“, dies ist nach den Worten von Norbert Engbers der Kern seiner Gedichte. „Das hat mit mich motiviert, wieder mit dem Schreiben zu beginnen – mit großem Ernst, aber auch mit einer Prise Humor.“

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Stefan Grothues

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