Stadtlohner Hospizhelfer schenken Menschen am Ende ihres Lebens Zeit

mlzAmbulanter Hospizdienst

Sie begleiten Menschen auf der letzten Wegstrecke ihres Lebens. Ambulante Hospizhelfer stärken Sterbende und ihre Familien. Jetzt hat sich die Hospizgruppe neu gegründet.

Stadtlohn

, 16.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Menschen, die unheilbar krank sind und deren Leben sich dem Ende zuneigt, erfahren im Stadtlohner Elisabeth-Hospiz Zuwendung, Geborgenheit und palliative Versorgung. Neben dem hauptamtlichen Team begleiten auch 25 ehrenamtliche Hospizhelferinnen und -helfer die sterbenden Menschen. Und das nicht nur im Hospiz, sondern auch ambulant: zu Hause, im Krankenhaus oder im Altenpflegeheim

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„Manche Menschen sterben lieber zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung“, sagt Ingrid Göcke. Die 48-jährige gelernte Altenpflegerin und ausgebildete Trauerbegleiterin ist die neue hauptamtliche Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes „Lebensbogen“ in Stadtlohn. „Wir wollen Familien unterstützen, damit die Menschen in Würde zuhause sterben können, wenn sie das möchten“, sagt sie.

Hospizdienst sucht weitere Ehrenamtliche

Der ambulante Hospizdienst ist gerade neu gegründet worden. Sein Ziel: Menschen am Ende ihres Lebens zu begleiten, Geborgenheit und Lebensfreude zu schenken, soweit das möglich ist. Und die Angehörigen zu entlasten, indem ihnen neue Freiräume eröffnet werden.

„Unsere Ehrenamtlichen schenken Zeit“, sagt Ingrid Göcke. Aber weil auch die Zeit und Kraft der Ehrenamtlichen begrenzt ist, will sie die Aufgaben auf mehr Schultern verteilen. „Wir suchen dringend Menschen, die sich in diesem Bereich engagieren wollen“, sagt sie.

Aufgabe für junge und alte Menschen

Aber wer kann sich diese große und schwere Aufgabe zutrauen? „Viele Menschen können das“, sagt Ingrid Göcke. „Junge Menschen oder alte Menschen, ganz gleich in welchem Beruf sie tätig sind. Eigentlich reicht schon das Interesse am Menschen, an der Gemeinschaft und dem Austausch mit Menschen.“

Die Arbeit im ambulanten Hospizdienst befasse sich auch nicht nur mit Trauer und Schmerz. „Im Gegenteil“, sagt Ingrid Göcke, „es geht ja auch darum, die verbleibende Zeit zu genießen und auch die schönen Seiten zu sehen, zum Beispiel bei einem Spaziergang oder einer gemeinsamen Stunde auf der Gartenbank. Diese Aufgabe kann dem Leben noch einen tieferen Sinn geben.“

Neue Impulse für die Hospizarbeit

Sie selbst hat auf zwei verschiedene Wegen zur Hospizarbeit gefunden. Als junge Altenpflegeschülerin machte sie schon vor über 30 Jahren ihre ersten Erfahrungen mit Menschen am Ende ihres Lebens. Dann machte sie persönlich eine, wie sie sagt, „sehr intensive Erfahrung mit dem Thema Krankheit und Tod“.

Nach der Familienphase suchte die vierfache Mutter den Weg zurück in den Beruf. Gleichzeitig machte die Heekerin eine Zusatzausbildung zur Trauerbegleiterin und leitete ehrenamtliche die Hospizgruppe in Heek, während sie beruflich als Altenpflegerin in Stadtlohn arbeitete.

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Damit war sie bestens qualifiziert für die Stelle der hauptamtlichen Koordinatorin die dem ambulanten Hospizdienst in Stadtlohn neue Impulse geben soll. Ihr zur Seite steht als stellvertretende Koordinatorin die Hospizleiterin Rieke Liesmann. Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Ingrid Göcke koordiniert nicht nur die Ehrenamtlichen, sie schult sie auch in Zusammenarbeit mit dem JFB und begleitet sie bei ihrer Arbeit, „damit sie achtsam und mit innerer Haltung in die Familien gehen, um so die Familien spürbar zu stärken.“

Informationsabend im August

Im August bietet der ambulante Hospizdienst „Lebensbogen“ einen Informationsabend für Menschen an, die sich für die ehrenamtliche Aufgabe interessieren. Er findet am Donnerstag, 20. August, von 19 bis 20 Uhr im Otgerus-Haus an der Dufkampstraße statt.

Wer nähere Informationen rund um den ambulanten Hospizdienst möchte, der erreicht Ingrid Göcke montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr unter Tel. (02563) 9126677.

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