Der Weg zum Impfzentrum des Kreises Borken ist ohne eigenes Auto, hilfsbereite Verwandte oder Nachbarn lang. Die Stadt Ahaus und die Freiwilligen-Agentur organisieren gerade einen Shuttle-Service für den Notfall. © Markus Gehring
Coronaimpfung

Stadtlohner Impfpaten finden viele und prominente Unterstützer

Viele Senioren suchen die Unterstützung der freiwilligen Impfpaten in Stadtlohn. Die Initiatoren fühlen sich von einer Welle der Hilfsbereitschaft getragen – und von prominenten Unterstützern.

Die Aktion der Impfpaten in Stadtlohn stößt auf eine riesige Resonanz, die selbst Mathias Redders als Initiator der Aktion überrascht. „Es dürften locker über 30 Anrufe sein, die heute gekommen sind“, freut er sich am Tag der Veröffentlichung in der Münsterland Zeitung.

Viele Stadtlohner haben ihre Unterstützung angeboten, von Altbürgermeister Helmut Könning bis hin zum neuen Bürgermeister Berthold Dittmann, der sich in seiner Freizeit als Pate angeboten habe. „Es rief ein ehemaliger Polizist an, der sein behindertengerechtes Auto zur Verfügung stellen will, eine 82-jährige Dame, nicht etwa, weil sie betreut werden wollte, sondern weil sie selbst fahren will“, sagt Mathias Redders.

Weit über 20 Paten stehen für die nächste Anmeldungswelle bereit

Die Reaktionen zeigten, wie groß die Hilfsbereitschaft in Stadtlohn ist. „Wir dürften inzwischen weit über 20 Paten sein, was vielleicht auch ganz gut ist, um gegebenenfalls auch Angebote für die zweite Welle – die Impfungen ab 70– möglich machen würde.“

Mathias Redders will über 80-Jährige bei den Formularen und bei der Fahrt zum Impfzentrum unterstützen.
Mathias Redders will über 80-Jährige bei den Formularen und bei der Fahrt zum Impfzentrum unterstützen. © privat © privat

Die Hilfe stößt aber auch an ihre Grenzen. Es stelle sich einfach als großes Problem heraus, dass es zu demnächst keine Termine mehr gebe. „Ich konnte noch einige Senioren unterbringen, aber ab Mittag wurde es schwierig“, stellte Mathias Redders am Mittwoch fest.

Anmeldesystem ist noch zu kompliziert

Nicht nur Senioren selbst baten die Impfpaten um Unterstützung. „Es gab auch eine ganze Reihe von Anfragen von Töchtern und Enkeln zu dem Menü, die wir aber alle beantworten konnten“, so Mathias Redders. „Es handelt sich hier um sehr komplexe Anwendungen, die man einfach noch verbessern muss. Alles andere hilft ja nun nichts und wir haben unsere Verbesserungsvorschläge auch konstruktiv weitergegeben.“

Die Impfpaten bieten nun an, die erforderlichen Koordinaten in einer kleinen Datenbank aufzunehmen, um dann den weiteren Verlauf der Terminvergabe immer aktuell zu beobachten und dann einzugeben, wenn es möglich ist. Redders: „Wir haben auch einen IT-Experten dabei, der sich hier sehr gut auskennt.“

Etwas Geduld ist notwendig

Allerdings bitten die Impfpaten darum, „etwas Geduld“ mitzubringen, denn auf die Vergabe der Termine haben die Stadtlohner Freiwilligen keinen unmittelbaren Einfluss.

Die Impfpaten heben hervor, dass ihr Unterstützungsangebot nicht nur für Senioren, sondern auch für Menschen mit Behinderung gilt. Vertrauensprobleme sieht Mathias Redders nach der breiten Unterstützung nicht mehr. „Nicht zuletzt, da jetzt auch beide Bürgermeister mitmachen und viele Paten auch in der Stadt bekannt sind, gibt es da absolut kein Problem mehr.“

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Stefan Grothues

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