Altbürgermeister Helmut Könning (2.v.l.) und Bürgermeister Berthold Dittmann (3.v.l.) lobten des bürgerschaftliche Engagement der Impfpaten, die über 100 Stadtlohner Senioren ins Impfzentrum begleitet haben. © Martin Böing
Impfkampagne

Stadtlohner Impfpaten schmieden nach 100 Impf-Fahrten neue Pläne

Die Stadtlohner Impfpaten haben über 100 Senioren zum Pieks gegen Corona ins Impfzentrum gefahren. Aus der Aktion soll ein neuer Seniorendienst entstehen – fast 50 Jahre nach dem Jugenddienst.

Als Anfang Februar der erste Pieks im Impfzentrum Velen gesetzt wurde, da waren die Stadtlohner Impfpatinnen und -paten längst am Start. Sie hatten schon Ende Januar den Seniorinnen und Senioren Hilfe bei der Onlineanmeldung und Begleitung beim Impftermin angeboten. Hundertfach wurde die Hilfe dankbar angenommen.

100 Fahrten ins Impfzentrum übernommen

Jetzt, da die meisten Senioren durchgeimpft sind, haben 20 Stadtlohner Impfpaten – darunter auch Altbürgermeister Helmut Könning und Bürgermeister Berthold Dittmann – auf einem geselligen Abend auf Einladung von Gastwirt Jürgen Heming in der Alten Krone Bilanz gezogen. „Wir haben durchweg sehr viel Dankbarkeit, Erleichterung und Optimismus bei den Seniorinnen und Senioren festgestellt. Da hat das Ganze auch Spaß gemacht“, sagt Mathias Redders (65), der vor einem halben Jahr die Idee für das Impfpatenprojekt hatte.

100 Mal haben die Impfpaten Termine im Impfzentrum vereinbart, die Senioren zuhause abgeholt, nach Velen gefahren und dort von der Anmeldung über Arztgespräch bis hin zum Auschecken begleitet. „Die Senioren waren richtig froh, dass wir sie quasi ,bei der Hand genommen‘ haben und sie sich um nichts kümmern mussten“, sagt Dieter Frechen (64). Zehn Mal ist der pensionierte Polizeibeamte in Velen gewesen, so oft wie kein anderer der Stadtlohn Impfpaten.

Bürgermeister Berthold Dittmann (r.) zeichnete Dieter Frechen mit einer Urkunde aus. Zehn Mal begleitete der pensionierte Polizeibeamte ehrenamtlich Senioren ins Impfzentrum nach Velen.
Bürgermeister Berthold Dittmann (r.) zeichnete Dieter Frechen mit einer Urkunde aus. Zehn Mal begleitete der pensionierte Polizeibeamte ehrenamtlich Senioren ins Impfzentrum nach Velen. © Martin Böing © Martin Böing

Dafür hat ihn Bürgermeister Berthold Dittmann mit einer Urkunde ausgezeichnet. In Abwesenheit wurden auch Dr. Rüdiger Wichmann und seine Frau Iris Wichmann geehrt, die zusammen ebenfalls auf zehn Fahrten kamen.

„Wir konnten zufrieden feststellen, dass es bei den 100 Einsätzen zu keinen nennenswerten Problemen gekommen ist,“ erklärte Harald Robers (63). Bis vor kurzem kümmerte er sich als zweiter Konrektor um die Digitalisierung der Herta-Lebenstein-Realschule. Als Jungrenter übernahm er nun die Koordinierung der Termine für die Impfpaten.

Schon in den 1970er-Jahren gemeinsam im Jugenddienst aktiv

Dieter Frechen, Harald Robers und Mathias Redders und einige andere der engagierten Rentner kennen sich bereits seit fast fünf Jahrzehnten. In den 1970er-Jahren waren die drei schon im Jugenddienst Stadtlohn, der damals die beliebten Ameland-Ferienfreizeiten organisierte, aktiv. Aus dem Jugenddienst entwickelte sich später das Jugend- und Familienbildungswerk (JFB).

Nun könnte der frühere Jugenddienst noch einen weiteren Ableger bekommen: den Seniorendienst. „Die Patinnen und Paten wollen weitermachen und sich neben ihrem ‚Kerngeschäft‘, den Fahrdiensten für Bedürftige, in einem breiten Spektrum bürgerschaftlichen Engagements von der Förderung des Gesundheitswesens, der Bildung bis hin zu gezielten Umweltprojekten engagieren“, sagt Mathias Redders, der schon in den Siebzigern ein Ideengeber und Motor des Jugendwerks war.

Förderung von Migranten in der Ausbildung geplant

Ein erstes Vorhaben ist die Förderung von jungen, in ihrer Heimat bereits qualifizierten Migrantinnen und Migranten, die sich in der Ausbildung befinden und denen gezielt dort geholfen werden soll, wo es noch Defizite gibt. Einstimmig beschlossen die Patinnen und Paten, hierfür auch das „Benzingeld“ zu verwenden, „dessen Annahme wir bei allem Bemühen nicht abschlagen konnten“, so Martin Böing, der Kassenwart des neuen „Seniorendienstes Stadtlohn“.

Die „beiden Bürgermeister“ freuen sich darüber. Aus Sicht von Altbürgermeister Helmut Könning und Bürgermeister Berthold Dittmann zeigt die Initiative, „dass in Stadtlohn das Gemeinwesen noch sehr gut funktioniert“.

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