Das Krankenhaus Maria Hilf in Stadtlohn: Weil 14 Mitarbeiter in den vergangenen zehn Tagen positiv auf Corona getestet worden sind, hat das Krankenhaus für Freitag, 11. Dezember, einen Reihentest für 270 Mitarbeiter angeordnet. © Markus Gehring
Krankenhaus Maria Hilf

Stadtlohner Krankenhaus: Nach Corona-Fällen müssen 270 Mitarbeiter zum Test

In den vergangenen zehn Tagen gab es 14 positive Corona-Fälle in der Mitarbeiterschaft des Stadtlohner Krankenhauses. Jetzt stehen umfangreiche Tests an. Auch Patienten waren betroffen.

„In den letzten zehn Tagen haben wir im Krankenhaus Maria Hilf in Stadtlohn eine Zunahme an Infektionsfällen in der Mitarbeiterschaft beobachtet“, teilte Tobias Rodig, Sprecher des Klinikums Westmünsterland, auf Anfrage der Redaktion mit. Insgesamt seien in diesem Zeitraum 14 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Das Klinikum Westmünsterland, Träger des Krankenhauses Maria Hilf, habe nach dieser Häufung der positiven Fälle Rücksprache mit dem Kreisgesundheitsamt gehalten. „Daher haben wir uns dazu entschlossen, am heutigen Tag noch einmal das gesamte Personal in Stadtlohn zu testen, das im direkten Patientenkontakt steht“, so Tobias Rodig am Freitag (11. Dezember). Der Sprecher nennt auch eine Zahl: Rund 270 Mitarbeiter müssen zum Test erscheinen.

14 Mitarbeiter und 10 Patienten positiv getestet

Der Virus hatte sich aber nicht nur beim Personal ausgebreitet: „Neben den Infektionsfällen in der Mitarbeiterschaft gab es leider auch bei unseren Patienten in den vergangenen Tagen in Stadtlohn zehn positive Fälle“, so Tobias Rodig auf Nachfrage der Redaktion. Alle Patienten seien isoliert beziehungsweise sind oder werden zur weiteren Behandlung an die dafür bestimmten Krankenhausstandorte im Klinikum Westmünsterland verlegt. Das Marienkrankenhaus in Ahaus ist einer dieser Standorte.

„Die Kontaktpersonen der Patienten sind ermittelt worden und wurden natürlich ebenfalls getestet“, so der Klinikum-Sprecher weiter.

Ziel: Mögliche Infektionsketten entdecken

Die groß angelegten Reihentests für die 270 Mitarbeiter finden vor Ort im Maria-Hilf-Krankenhaus in Stadtlohn statt. „Sie werden durch eigenes Personal durchgeführt“, so Tobias Rodig. „Ziel ist es, dass wir möglicherweise unentdeckte Infektionsketten entdecken und unterbrechen, um so den unentdeckten Eintrag von Infektionen ins Krankenhaus zu verhindern.“

Ob in den kommenden Tagen weitere Tests durchgeführt werden sollen, werde entschieden, sobald die genauen Ergebnisse aus der ersten großflächigen Testreihe vorliegen.

Was ist mit den Mitarbeitern, bei denen der Coronavirus nachgewiesen wurde? „Infiziertes Krankenhauspersonal befindet sich grundsätzlich bei uns in Quarantäne und nicht im Dienst“, spricht Tobias Rodig für den Träger der Krankenhäuser.

Durch die Quarantänemaßnahmen entstünden natürlich automatisch gewisse Kapazitätsengpässe im Bereich des Personals, „das lässt sich leider niemals vermeiden“, sagt Rodig. „Wir gleichen dies aber zum Teil durch Unterstützung durch Personal anderer Standorte aus.“

„Keine Einschränkungen in der medizinischen Versorgung“

Durch die „gute und enge standortübergreifende Zusammenarbeit im Klinikum Westmünsterland“ gebe es aktuell keine Einschränkungen in der medizinischen Versorgung für die Bevölkerung, betonte Rodig am Freitag.

Einen Tag zuvor hatte das Klinikum Westmünsterland sich entschlossen, wegen der im Nordkreis deutlich steigenden Anzahl von Neuinfektionen die aktuelle Besucherregelung im St. Marien-Krankenhaus Ahaus, im St. Marien-Hospital Vreden und im Krankenhaus Maria Hilf Stadtlohn wieder zu verschärfen. Es gilt dort bis auf Weiteres wieder ein generelles Besuchsverbot.

Besuchsverbot soll Mitarbeiter und Patienten schützen

Das Besuchsverbot war erst Ende November wieder etwas gelockert worden, jetzt aber handelte das Klinikum mit Blick auf die „dynamische Lage“. Das Besuchsverbot solle nicht nur die Patienten, sondern auch die Mitarbeitenden vor einer Infektion schützen.

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Anne Winter-Weckenbrock

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