Aus Sorge vor einem möglichen Hackerangriff hat die Stadt Stadtlohn am Mittwoch ihren E-Mail-Server vom Netz genommen. © picture alliance / dpa
Datensicherheit

Stadtlohner Rathaus stoppt E-Mail-Verkehr aus Sorge vor Hackerangriff

Aus Sorge vor einem Hackerangriff hat die Stadt Stadtlohn ihren E-Mail-Server komplett heruntergefahren. Seit Mittwochmorgen kann das Rathaus weder E-Mails empfangen noch versenden.

Aus Sorge vor einem Hackerangriff hat die Stadt Stadtlohn ihren E-Mail-Server komplett heruntergefahren. Seit Mittwochmorgen kann das Rathaus weder E-Mails empfangen noch versenden.

E-Mails an die Stadt Stadtlohn versanden zurzeit im Nirwana. Das Rathaus kann zurzeit keine elektronische Post empfangen und auch keine E-Mails versenden. „Unsere IT-Experten haben am Mittwochmorgen gegen 6 Uhr den Server heruntergefahren, weil es Hinweise auf einen Hackerangriff gab“, erklärte der Erste Beigeordnete Günter Wewers auf Anfrage unserer Redaktion.

Hackerangriff weder bestätigt noch ausgeschlossen

Ob es tatsächlich einen Hackerangriff gegeben hat, ist allerdings noch unklar. Wewers: „Der Verdacht hat sich weder bestätigt, noch können wir den Versuch ausschließen. Es gab wohl Hinweise auf einen großangelegten Hackerangriff auch auf Kommunen. Gleichzeitig konnten wir Veränderungen in unseren Datenbeständen nicht ausschließen. Nach Rücksprache mit der Kommunalen ADV-Anwendergemeinschaft West haben wir vorsorglich unseren E-Mail-Server heruntergefahren.“

Jetzt seien die Computerexperten der Stadtverwaltung damit beschäftigt, einen neuen virtuellen Server aufzubauen, um sicheren E-Mail-Verkehr wieder zu ermöglichen, sagte Günter Wewers am Donnerstagmorgen. Er hoffe, dass der Server im Laufe des Donnerstags in Betrieb genommen werden könne.

Rathaus ist telefonisch erreichbar

Die Kontaktaufnahme per Telefon unter (02563) 870 oder Fax (02563) 8781 ist weiterhin möglich. Die Internetanbindungen des Rathauses funktionieren weiterhin. „Wir sind nicht komplett offline und können auch mit unseren Anwenderprogrammen weiter arbeiten“, so Günter Wewers.

„Wachsende Komplexität und Vernetzung der IT-Systeme führen zu einer verstärkten Gefährdung durch Hackerangriffe, deren Anzahl zunimmt und die immer professioneller betrieben werden“, heißt es in einer Mitteilung des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen.

Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister hebt die Bedeutung von Informationssicherheit gerade während der Coronapandemie hervor. „Es gilt zu vermeiden, dass erfolgreiche Cyber-Attacken die aktuelle Lage weiter verschärfen und Internet-Kriminelle zusätzlich Kapital aus der angespannten Situation ziehen.“

Erfolgreiche Hacker-Angriffe führten bei den betroffenen Behörden oft zu längeren Betriebsausfällen und Schäden bis in Millionenhöhe, so der Städte- und Gemeindebund. Günter Wewers: „Wir haben daher auf Vorsicht gesetzt und rechtzeitig und vernünftig reagiert.“

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Stefan Grothues

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