Corona-Schnelltest leicht gemacht: In den Stadtlohner Testzentren kommen die Lolli-Tests bei Kindern gut an. © privat
Corona-Schnelltests

Stadtlohner Schnelltestbus in Köln unterwegs und Lolli-Tests für Kinder

Zwei Schnelltestbusse aus Stadtlohn rollen nach Köln und Bochum, weil es hier im Kreis schon viele Teststellen gibt. In den drei Testzentren in Stadtlohn gibt es jetzt auch Lolli-Tests für Kinder.

Bernd Busert steckt voller Tatendrang. Und da lässt sich der Stadtlohner Eventveranstalter und Inhaber der Firma Zelte Stockhorst auch von der Corona-Pandemie nicht ausbremsen. Im Gegenteil. Jetzt bringt er zwei große Schnelltestbusse auf die Straße, aber nicht im Münsterland, sondern in Köln und Bochum.

Eigentlich mobile Testeinsätze in Büren und Burlo geplant

„Eigentlich wollte ich mit den Bussen das Schnelltestangebot in kleinen Orten im Kreis Borken verbessern: in Büren, in Ottenstein, Rhede-Vardingholt und Burlo zum Beispiel“, sagt Bernd Busert im Gespräch mit unserer Redaktion. „Aber ich bekomme vom Kreis dafür keine Zulassungsnummer. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass das noch in absehbarer Zeit klappt.“

Einer der beiden Busse, die Bernd Busert zu mobilen Schnellteststationen umgebaut hat. Die Busse werden jetzt in Köln und in Bochum eingesetzt. In der Nach-Coronazeit sollen sie im Münsterland als Partybusse dienen.
Einer der beiden Busse, die Bernd Busert zu mobilen Schnellteststationen umgebaut hat. Die Busse werden jetzt in Köln und in Bochum eingesetzt. In der Nach-Coronazeit sollen sie im Münsterland als Partybusse dienen. © privat © privat

„Im Kreis Borken gibt es zurzeit rund 100 Schnelltestzentren, hinzu kommen noch die Testangebote der Ärzte“, erklärte Ellen Bulten, Sprecherin des Kreises Borken auf Anfrage unserer Redaktion. Damit sei der Bedarf derzeit gedeckt. Nach den Vorgaben des Landes dürften aber nur Teststellen mit Landesmitteln bezuschusst werden, wenn auch der Bedarf da sei. „Unabhängig vom Landeszuschuss könnten nach Anmeldung beim Kreis durchaus weitere Teststellen eröffnet werden“ , sagt Ellen Bülten. Voraussetzung sei nur, dass die Anforderungen erfüllt würden.

Ein Blick in den zur mobilen Teststation umgebauten Bus
Ein Blick in den zur mobilen Teststation umgebauten Bus © privat © privat

Bernd Busert hat unterdessen eine andere Verwendung für seine Testbusse gefunden. Sie werden sich jetzt mitsamt Fahrer nach Köln und Bochum auf den Weg machen, wo der Bedarf an Schnellteststellen noch längst nicht gedeckt ist. „Wer weiß“, sagt Bernd Busert, „vielleicht kommen die Test-Busse später einmal ja doch noch im Kreis Borken zum Einsatz“.

Testbusse werden in besseren Zeiten als Partybusse genutzt

In besseren Zeiten sowieso. Denn Bernd Busert hat beim Kauf der zwei Linienbusse nicht nur die Coronatests im Auge gehabt. „Die Busse werden später zu Partybussen umgebaut, mit Theke und kleiner Tanzfläche. Die kann man sich dann mieten, wenn man zuhause eine Party feiern möchte und im Wohnzimmer nicht genügend Platz hat“, sagt Bernd Busert.

Aber das ist Zukunftsmusik. Noch bestimmt das Virus die Agenda. Zwölf Festangestellte und rund 60 Minijobber auf 400-Euro-Basis arbeiten in den drei Schnelltestzentren von Bernd Busert an der Heinestraße und am Rathaus in Stadtlohn sowie auf dem Gelände der Firma Stapelbroek an der Autobahnauffahrt in Legden. Busert: „Es ist gut, den Mitarbeitern das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden. Die Schnellteststellen helfen Zelte Stockhorst, die schlechte Zeit zu überbrücken.“

Täglich rund 1200 Testungen

Täglich besuchen nach Buserts Angaben bis zu 1200 Menschen vor allem aus Stadtlohn, Südlohn, Oeding, Legden und Gescher diese drei Teststellen. „Am Wochenende sind es noch mehr“, sagt Bernd Busert. Unter den vielen Tausend Tests waren in diesem Monat (Stand 27. April) 32 positive Fälle, in denen dann ein noch aussagekräftigerer PCR-Test durchgeführt werden musste.

Die Schnelltestzentren in Stadtlohn an der Heinestraße, am Rathaus und an der Klosterstraße bieten jetzt auch Lolli-Tests für Kinder an.
Die Schnelltestzentren in Stadtlohn an der Heinestraße, am Rathaus und an der Klosterstraße bieten jetzt auch Lolli-Tests für Kinder an. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Unter den Testpersonen sind seit Sonntag deutlich mehr Kinder. „Wir bieten seit Sonntag den Lolli-Test an. Schon am ersten Tag haben rund 100 Kinder diese Möglichkeit genutzt.“ Seit Montag bietet auch die Tilly Apotheke in ihrem Testzentrum Lolli-Tests für Kinder an.

Nur noch Lutschen statt Abstrich

Bei der sogenannten Lolli-Methode muss kein Stäbchen in die Nase oder tiefer in den Rachen geführt werden. Kinder lutschen stattdessen an einem Abstrichtupfer – dem „Lolli“. Bernd Busert: „Auch Lolli-Test gilt mit unserem Zertifikat als gültiger Negativ-Nachweis für den Schulbesuch.“

Können auch Erwachsene einen Lolli-Test machen? Theoretisch ja, sagt Bernd Busert. Allerdings seien die Lolli-Tests doppelt so teuer wie die herkömmlichen Schnelltests. Die Kassenärztliche Vereinigung erstatte aber die höheren Kosten nicht. Busert: „Darum bieten wir den Lollitest in der Regel vor allem für Kindergartenkinder, Grundschüler und Kinder bis etwa zwölf Jahre an.“

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Stefan Grothues

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