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Stadtlohner verkaufte Ecstasy vor der Schule an 13- und 14-jährige Mädchen

mlzLandgericht Münster

Vor einer Stadtlohner Schule verkaufte ein 22-Jähriger im Frühsommer 2018 illegale Substanzen an zwei minderjährige Mädchen. Im Berufungsprozess kämpfte er um ein milderes Urteil.

von Klaus Möllers

Stadtlohn

, 10.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein 22 Jahre alter Stadtlohner hat im Frühsommer 2018 zwei minderjährigen Mädchen – im Alter von 13 und 14 – direkt vor ihrer Schule Ecstasy-Tabletten verkauft. Für diese kriminelle Handlung wurde er vom Amtsgericht Ahaus im Dezember 2018 zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Die Strafe war dem Täter und seinem Anwalt aber offenbar zu hoch und so wurde der Fall nun am Landgericht in Münster in der Berufung neu verhandelt.

Der Anwalt des Angeklagten argumentierte, dass die Mädchen selbst schon im Vorfeld illegale Substanzen konsumiert und den jungen Stadtlohner auf die Tabletten angesprochen hätten. „Die haben sich die Dinger dann einfach in den Hals geworfen“, sagte er vor Gericht. Außerdem sei sein Mandant auch beruflich in gewisser Weise bestraft worden: Wegen des laufenden Verfahrens habe er seine Stelle als Grundwehrdienstleistender bei der Bundeswehr verloren.

Am Burloer See erster Kontakt

Die Richterin zitierte aus dem Amtsgerichtsurteil, in dem es heißt, die Mädchen hätten dem 22-Jährigen beim Erstkontakt „am Burloer See“ erzählt, dass sie „schon einmal gekifft“ hätten und gefragt, ob er „nicht noch was anderes“ für sie hätte. Vor ihrer Schule habe er ihnen später jeweils eine Tablette der Aufputschdroge für jeweils zehn Euro verkauft.

„Das geht überhaupt nicht“, sagte die Richterin zur Tat. „Eines der Mädchen war erst 13. Die Mädchen haben in dem Alter noch nicht den Verstand dafür, zu begreifen, was das für Sachen sind“. Zum Beispiel könne Amphetamin, das ist die Hauptsubstanz der Droge, „Psychosen oder andere körperliche Schäden“ auslösen.

Laut dem erstinstanzlichen Urteil hatte der 22-Jährige den Schülerinnen schon einmal, auf einem Schützenfest in Stadtlohn, jeweils zwei Ecstasy-Pillen verkauft. Das Amtsgericht hatte diesen Fall allerdings eingestellt und den zweiten Fall in den Fokus gerückt. Warum, wurde am Landgericht nicht erörtert.

Bisher keine Vorstrafen, aber eingestelltes Verfahren

Vorbestraft war der Angeklagte nicht. Ein Verfahren gegen ihn sei in der Vergangenheit eingestellt worden, erklärte er selbst. Im Januar 2017 sei er „im Zug bei einer Kontrolle mit einem Joint in der Tasche“ erwischt worden. Nach dem Rauswurf bei der Bundeswehr habe er nun eine neue Ausbildungsstelle im Technik-Bereich sicher. Trotz der Bewährungsstrafe.

Richterin und Staatsanwältin erklärten, dass sie keinen Grund dafür sähen, eine geringere Strafe zu befürworten. Der Anwalt des jungen Mannes zog die Berufung daraufhin zurück. Richterin und Staatsanwältin rieten dem jungen Mann, zukünftig straffrei zu bleiben. Eines der beiden Mädchen bekam von der Richterin auch etwas mit auf den Weg. Sie sollte eigentlich als Zeugin aussagen und war zusammen mit ihrer Mutter erschienen. „Lass das mit den Drogen. Auch mit Haschisch oder Marihuana. Lass es einfach sein“, sagte die Richterin.

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