Wiederholter Verstoß gegen Bewährungsauflagen – Hohes Strafmaß

Amtsgericht

Sich nicht bei seinen Bewährungshelfern zu melden, kann schwere Konsequenzen haben. Das erfuhr nun ein Stadtlohner vor dem Amtsgericht in Ahaus. Der Richter zweifelte an dessen Einsicht.

Stadtlohn

, 22.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vor Amtsgericht Ahaus musste sich ein Stadtlohner wegen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen verantworten.

Vor Amtsgericht Ahaus musste sich ein Stadtlohner wegen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen verantworten. © Stefan Grothues

Vor dem Amtsgericht in Ahaus musste sich ein 39-jähriger Stadtlohner verantworten, der mehrfach gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte. Der Mann aus Stadtlohn steht seit 2014 unter Führungsaufsicht und verpasste es, sich im September und Oktober des letzten Jahres mit seinem Bewährungshelfer in Ahaus zu treffen und in Kontakt zu setzen.

„Die Bewährungshelfer haben einen langen Atem, bis sie eine Strafanzeige stellen“, ermahnte der Richter den Stadtlohner. Das sei dem 39-Jährigen durchaus bewusst, wie er zugab: „Ich schäme mich, wenn ich mich nicht melde.“

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Die Prioritäten des Angeklagten liegen woanders: „Ja, es war mein Fehler, aber ich arbeite hart und will nicht in die Szene zurückrutschen“, sagte er vor Gericht. 15 Jahre sei er abhängig von Heroin gewesen, mittlerweile nehme er aber keine Drogen mehr. „Ich will mein Leben wieder in den Griff kriegen und bin nicht mehr kriminell.“

Richter zweifelt an Einsicht

Am Schuldbewusstein des Angeklagten zweifelte der Richter jedoch und belehrte den Stadtlohner über die Konsequenzen: „Die Bewährungsauflagen nicht zu erfüllen, ist eine Straftat mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe.“ Und weiter: „Das muss Ihre Priorität sein, wenn Sie Ihr Leben wieder in den Griff bekommen wollen.“

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Darüber hinaus stand der Mann aus Stadtlohn bereits vor mehreren Gerichten, unter anderem wegen Einführung und Handel mit Betäubungsmitteln, Nötigung, Körperverletzung und bereits zweifach wegen des Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen. „Sie wissen doch, dass es eine Straftat ist“, sagte der Richter abermals.

„Ich bin halt so ein Mensch“

„Mein Mandant ist ein Paradebeispiel für jemanden, der 15 Jahre heroinabhängig war und zurück ins Leben möchte“, so der Verteidiger. Dabei handle es sich um eine Lebensleistung. Wenn er jetzt wieder ins Gefängnis müsse, werde eine neue Abwärtsspirale in Gang gesetzt. Dass er sich nicht bei seinem Bewährungshelfer gemeldet hat, täte dem Angeklagten leid, aber: „Ich bin halt so ein Mensch.“

Zur Findung des Strafmaßes, nahm sich der Richter Zeit: „Ich habe lange überlegt“, fuhr er fort, „Sie sind einschlägig vorbestraft, genau in dieser Sache, aber so richtig einsehen tun Sie es nicht. Sogar jetzt gehen Sie davon aus, dass es wieder passiert.“ Da der Richter keine positive Prognose sehe, verurteilte er den Stadtlohner zu zehn Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

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