Die Sekretärinnen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, Manuela Watermann und Barbara Rathmer, bereiten die Zeugnisse für den Versand vor. © GSG
Halbjahreszeugnisse

Stadtlohner Zeugnisse gehen auch per Post oder online auf die Reise

2500 Schüler erhalten am Freitag ihre Halbjahreszeugnisse – im Corona-Lockdown keine einfache Sache. Wie wird die Ausgabe organisiert? Die Schulen finden ganz unterschiedliche Antworten

Für knapp 400 Dritt- und Viertklässler und über 2100 Schüler der weiterführenden Schulen in Stadtlohn endet das Schulhalbjahr jetzt mit der Zeugnisausgabe. Aber wie wird das Zeugnis überreicht in Zeiten des Distanzunterrichts?

„Die Schulleiterinnen und Schulleiter haben sich zusammengesetzt und gemeinsam überlegt. Aber dann haben wir uns darauf geeinigt, dass wir uns nicht einigen“, sagt Jochen Wilsmann, der Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Nun kommen die Zeugnisse auf ganz verschiedenen Wegen zum Schüler: online, per Post oder auch per Abholung.

Gymnasium entscheidet sich für den Postweg

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium hat sich für den Postweg entschieden. Am Donnerstag waren die Sekretärinnen hochbeschäftigt: 750 Zeugnisbriefe mussten kuvertiert werden. Gleichzeitig werden auch noch etliche Klassenarbeiten verschickt, die vor dem Lockdown noch nicht korrigiert waren.

„Das kostet zwar was, aber aus Infektionsschutzgründen halte ich das für einen guten Weg. Ich möchte nicht, das 750 Menschen in die Schule kommen, um die Zeugnisse abzuholen“, sagt Schulleiter Jochen Wilsmann. Weil ja das Postgeheimnis gelte, sei ein postalischer Versand datenschutztechnisch kein Problem. Die Zeugnisbriefe werden am Freitag versandt und sollten am Samstag bei den Schülern sein.

Abholangebot an der Herta-Lebenstein-Realschule

Die Herta-Lebenstein-Realschule geht einen anderen Weg. „Wir bieten unseren 500 Schülern eine freiwillige Zeugnis-Abholung an“, sagt der stellvertretende Schulleiter Robert Holtmann. „Niemand muss kommen, aber jeder kann“, so Holtmann.

Um dem Infektionsschutz zu genügen, gelten aber strenge Regeln: Nur die Lehrerinnen und Lehrer dürfen ins Gebäude. Die Zeugnisausgabe erfolgt wie bei einem „Drive-in-Schalter“ an drei verschiedenen Gebäudeteilen mit separaten Zugängen zu individuell festgelegten Terminen. „So werden sich kaum Menschen begegnen, die Infektionsgefahr ist minimiert“, sagt Robert Holtmann.

Wunschkonzert an der Losbergschule

Die Losbergschule erfüllt Elternwünsche. „Wir haben alle Eltern der 470 Schüler angerufen und abgefragt, ob sie die Zeugnisse lieber abholen oder per Post erhalten möchten“, sagt Schulleiterin Birgit Kentrup. Jetzt bekommt die Hälfte der Schüler das Zeugnis per Post, die andere Hälfte holt das Zeugnis in der Schule ab – nach Terminabsprache und unter strengen Hygieneregeln, betont Birgit Kentrup.

So halten es auch die vier Grundschulen der Stadt bei ihren Abholterminen. An der Fliednerschule und an der Hordtschule sind die Abholtermine am Freitag. Die Gescher-Dyk-Schule und die Hilgenbergschule haben die Zeugnisse bereits im Laufe der Woche mit den den neuen Homeschooling-Aufgaben verteilt.

Nur die St.-Anna-Realschule geht den digitalen Weg

Die St.-Anna-Realschule geht als einzige Stadtlohner Schule den digitalen Weg. „Wir werden am Freitag keinen Publikumsverkehr haben und auch keine Briefe verschicken. Die 400 Schülerinnen und Schüler können die digitale Kopie ihres Zeugnisse über ihre Online-Zugänge auf der Schulplattform sehen“, sagt Rüdiger Schipper, der das digitale Lernen an seiner Schule schon seit Jahren forciert hat.

Und was ist mit den Zehntklässlern, die ihr Zeugnis für Bewerbungen oder als Nachweise für ihre weitere Schullaufbahn benötigen? „Dem Abschlussjahrgang bieten wir an, die Originalzeugnisse ab Montag in der Schule abzuholen. Das wird aber nur nach vorheriger Terminabsprache möglich sein“, erklärt Rüdiger Schipper.

Und müssen sich Schüler und Eltern in diesem Schulhalbjahr aufgrund des Lockdowns mehr Sorgen um ihre Noten machen? Grundsätzlich nicht, da sind sich alle Schulleiter einig. „Corona hatte aus meiner Sicht keinen massiven Einfluss auf das Lernniveau“, sagt zum Beispiel Rüdiger Schipper. Mit den Klassenarbeiten, die noch vor dem Lockdown geschrieben wurden, sei auch eine gute Bewertungsbasis gelegt worden.

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Stefan Grothues

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