Stadtlohns Citymanager Giampietro Salerno hat noch langen Weg vor sich

mlzTätigkeitsbericht

Seit einem Jahr ist Giampietro Salerno Citymanager in Stadtlohn. Öffentlich ist er bislang wenig in Erscheinung getreten. Jetzt hat Salerno vor Politikern eine erste Zwischenbilanz gezogen.

Stadtlohn

, 22.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nicht weniger als die „Zukunft der Einkaufsstadt Stadtlohn“ ist sein Metier. Vor einem Jahr hat Giampietro Salerno das neu geschaffene Amt des Citymanagers übernommen. „Motor und Kümmerer“ für eine lebendige Innenstadt solle er sein, so hieß es damals. Ein halbes Dutzend Leerstände, 2000 Quadratmeter ungenutzte Ladenfläche und die wachsende Onlinekonkurrenz hatten die Alarmglocken klingeln lassen.

Die Stegerstraße in Stadtlohn ist ein beliebtes Einkaufsziel. In der Innenstadt gibt es aber auch Leerstände. Dagegen kämpft Citymanager Giampietro Salerno seit einem Jahr.

Die Stegerstraße in Stadtlohn ist ein beliebtes Einkaufsziel. In der Innenstadt gibt es aber auch Leerstände. Dagegen kämpft Citymanager Giampietro Salerno seit einem Jahr. © Markus Gehring

Ein Jahr später sind die Leerstände noch nicht beseitigt. Dem Citymanager kreidet das niemand an. Wunder hat auch keiner erwartet. Im Haupt- und Finanzausschuss hat Giampietro Salerno am Mittwochabend die Arbeit seines ersten Jahres vorgestellt. Und aus allen Fraktionen Lob geerntet. Helmut Stowermann (CDU) erklärte: „Wir haben vor einem Jahr Neuland betreten. Der Erfolg ist einfach nicht sofort messbar.“

Citymanager hat Erfahrungen als Einzelhändler gesammelt

Giampietro Salerno räumte unumwunden ein, dass die behördlichen Strukturen für ihn persönlich Neuland gewesen seien. „Es hat zwei, drei Monate gebraucht, die Prozesse und Abläufe in der Verwaltung kennenzulernen“, sagt der 52-Jährige.

Der gebürtige Münchener ist seit mehr als 25 Jahren in unterschiedlichen Modeunternehmen tätig, vor allem im Vermarktungs- und Flächenmanagement. Vor 13 Jahren hat sich Giampietro Salerno in Stadtlohn ein zweites Standbein geschaffen: Hier ist er Inhaber und Geschäftsführer des Modegeschäfts „Edelmut“ an der Rezepterstraße.

Diese Erfahrungen im Einzelhandel sind gute Voraussetzungen, um als Bindeglied und Ansprechpartner für den Einzelhandel und die Immobilienbesitzer zu fungieren. „Bürokratie wird in der freien Wirtschaft mitunter als Hemmschuh empfunden“, erklärte Giampietro Salerno im Ausschuss. „Gibt es denn Defizite bei Rat und Verwaltung?“, wollte Karl Herbstmann (UWG) wissen. Giampietro Salerno antwortete diplomatisch mit einem Zitat seiner Gesprächspartner im Einzelhandel: „Sie sind der erste, der sich mit mir über die Details unserer Probleme unterhält.“

Bürgermeister Helmut Könning trug es am Mittwochabend mit Fassung: „Darum haben wir ja die Stelle des Citymanagers geschaffen. Er ist in allen Fragen ein guter Ansprechpartner für die Geschäftsleute. Und zwar einer, der aktiv auf die Einzelhändler und Immobilienbesitzer in der Innenstadt zugeht und so die Sorgen und Nöte kennenlernt und aktiv vermitteln kann.“

247 Gespräche in elf Monaten dokumentiert

Giampietro Salerno hat nach eigener Zählung in den letzten elf Monaten 247 Gespräche mit Handel und Eigentümern geführt. Er hat Einzelhandelsumfragen durchgeführt und analysiert. Er hat Einzelfallberatungen und Vermittlungen durchgeführt. „Über die Details kann ich aber hier in öffentlicher Sitzung nicht sprechen“, so der Citymanager. Soviel verriet er aber: Nicht nur die Bürokratie stehe mitunter in der Kritik. „Es gibt auch historisch bedingte Befindlichkeiten, die vernünftige Gespräche manchmal behindern.“ Und: „Manchmal gibt es leider auch fehlendes Engagement bei Vermietern, Eigentümern und Nutzern.“

Datenbank fürs Flächenmanagement

Ein weiterer wichtiger Pfeiler der Arbeit des Citymanagers ist das Flächenmanagement und der Aufbau einer Datenbank über den Einzelhandels- und Immobilienbestand in der Innenstadt. Sie enthält nicht nur Quadratmeterzahlen und Flächenzuschnitte, sondern auch Bilder der Örtlichkeiten. 70 Prozent der Innenstadt sind mittlerweile in dieser Datenbank kategorisiert.

Ein besonderes Anliegen Salernos ist die Markenbildung für die Stadt. „Was bietet Stadtlohn, was andere nicht bieten? Was macht uns unverwechselbar? – Diese Frage müssen wir uns stellen. Und wir müssen das Profil erlebbar machen. Stadtlohn ist als Töpferstadt nicht erlebbar.“ Salerno nennt neue Möglichkeiten: Einkaufsstadt, Familienstadt, Berkelstadt, Sportstadt ... Der Citymanager will in dieser Frage auch die Meinung aller Stadtlohner hören. Ein Umfragebogen ist bereits vorbereitet und soll demnächst in die Haushalte gehen.

Quartiersbildung und Smart City

Quartiersbildung in der Innenstadt, die Herausforderungen der Digitalisierung in der Smart City, Verkehrs- und Informationsleitsysteme – Giampietro Salerno hat noch viele Projekte in Vorbereitung. Andrea Wiggering-Cirkel (FDP) jedenfalls sah viele Potenziale: „Ich bin gespannt auf die Entwicklung, warten wir es mal ab.“ Otger Harks (SPD) sprach von einem „klasse Vortrag“ des Citymanagers. Er pickte sich vor allem einen Satz heraus. „Gib deinen Euro da aus, wo du zuhause bist!“ Harks: „Diese Idee müssen wir in Stadtlohn unbedingt nach vorne bringen.“

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Citymanager Giampietro Salerno soll als Kümmerer, als Partner des Einzelhandels, als Moderator und Mediator für Bürger, Händler, Wirtschaft, Politik und Verwaltung helfen, die Stadtlohner Innenstadt zu beleben.

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