Blick in den Glockenturm von St. Otger. Am Sonntag wird hier und in den anderen drei Kirchtürmen der Stadt die Totenglocke zum Gedenken an die Coronaopfer läuten. © Stefan Grothues
Gedenktag

Stadtlohns Glocken läuten am Sonntag zum Gedenken an die Coronatoten

17 Stadtlohner sind seit Ausbruch der Pandemie mit oder an einer Coronainfektion verstorben. Zu ihrem Gedenken werden am Sonntag die Kirchenglocken aller vier Stadtlohner Kirchen läuten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtet am Sonntag, 18. April, in Berlin eine zentrale Gedenkfeier für die in der Corona-Pandemie Verstorbenen aus. In Stadtlohn haben sich der katholische Pfarrer Jürgen Lürwer und sein evangelischer Amtskollege aus diesem Anlass zu einem gemeinsamen ökumenischen Zeichen der Anteilnahme verabredet.

Eine Viertelstunde Glockengeläut am Sonntagnachmittag

Ab 15.30 werden von den Türmen der St.-Otger-Kirche und von der evangelischen Pauluskirche die Totenglocken für eine Viertelstunde läuten. Glockengeläut wird gleichzeitig auch von der St.-Josephs-Kirche und der St.-Carl-Borromäus-Kirche in Büren erklingen.

„Wir wollen damit ein ökumenisches Zeichen setzen, dass wir als Kirchengemeinden der Menschen gedenken, die in dieser Zeit gestorben sind“, so Pfarrer Jürgen Lürwer im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Gedenken sei auch den Hinterbliebenen gewidmet, die ihre Angehörigen beim Sterben nicht begleiten durften und denen wichtige und trostspendende Rituale der Trauer nicht möglich waren.

Viele traurige Schicksale hinter den Zahlen verborgen

17 Menschen sind in Stadtlohn an oder mit einer Coronainfektion gestorben. Pfarrer Lürwer weiß nur zu gut, dass hinter dieser traurigen Zahl noch viel mehr traurige Schicksale verborgen sind. „Es ist schwer, wenn Menschen ihre Angehörigen verlieren. Aber es ist doppelt schmerzhaft, wenn Menschen ihren geliebten Angehörigen im Sterben nicht begleiten durften und die Beerdigung nur im allerkleinsten Rahmen stattfinden kann. Das war ja im letzten Jahr beim ersten Lockdown der Fall“, erinnert sich Jürgen Lürwer.

Er weiß auch von einer tragischen Infektion, die sich eine Stadtlohnerin zugezogen hat, als sie ehrenamtlich einen Erkrankten betreute. „Sie und wenig später auch ihr Mann sind daran verstorben.“ Pfarrer Lürwer erinnert auch an die traurigen Tage im Februar, als im Senioren- und Pflegezentrum St. Josef in kurzer Zeit fünf Bewohnerinnen und Bewohner an oder mit dem Virus starben.

Ökumenisches Gebet ist auf den Internetseiten der Gemeinden zu finden

Auch wenn die Pandemie noch nicht überwunden ist, soll der Gedenktag ein Tag des Innehaltens sein. Pfarrer Uwe Weber und Pfarrer Jürgen Lürwer laden am Sonntag dazu ein. Weil ein gemeinsamer Gottesdienst nicht möglich ist, wird auf den Internetseiten der beiden Gemeinden ein Gebet für die Opfer der Coronapandemie zu finden sein.

Zum Gedenktag am Sonntag, 18. April, wird auch das Stadtlohner Rathaus mit der Europa-, Bundes-, Landes- und Stadtflagge mit Trauerfloren beflaggt.

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Stefan Grothues

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