Montagmorgen um 4.30 Uhr. Die Männer in Orange des Bauhofes sind einsatzklar, um die Straßen von Schnee zu räumen. © Stadt Stadtlohn
Schneeräumung

Stadtlohns Männer in Orange kämpfen gegen die weißen Massen auf den Straßen

Montagmorgen, 4.30 Uhr: Die 24 Männer vom Bauhof sind schon wieder munter. Dabei liegt ein hartes Schneeräum-Wochenende hinter ihnen. Und die nächsten Tage werden wohl kaum besser.

Team Orange hat 24 Akteure, Team Weiß scheint übermächtig. Team Orange, das sind die Männer vom Bauhof in Stadtlohn. Team Weiß, das sind die Schneemassen in Stadtlohns Straßen. Nach einem harten Winterwochenende trat Team Orange am Montagmorgen um 4.30 Uhr einsatzfreudig zur nächsten Runde an. Unter dem großen Beifall vieler Stadtlohner.

„Danke, ihr macht einen tollen Job. Passt auf euch auf!“, „Danke, dass es euch gibt!“, „Vielen Dank – was wären wir ohne Euch!“ – so oder ähnlich lauten viele Kommentare auf der Facebook-Seite der Stadt. Rita Busche bietet den Bauhofmitarbeitern an: „Falls ihr die Josefstraße räumt, könnt ihr den Schnee bei mir in den Vorgarten kippen.“ Ein anderer Facebooknutzer schreibt: „Auch wenn ihr noch nicht auf der Webereistraße gewesen seid, ist es doch schön, dass es euch gibt.“ Hilferufe kamen auch aus der Butenstadt und vom Hagenkamp.

Die Räumung der Wohnstraßen kann nur nach und nach erfolgen. Die Hauptstraßen haben Vorrang.
Die Räumung der Wohnstraßen kann nur nach und nach erfolgen. Die Hauptstraßen haben Vorrang. © Stadt Stadtlohn © Stadt Stadtlohn

Bauhofleiter Stefan Beckhaus bittet um Verständnis, dass nicht alle Straßen gleichzeitig geräumt werden können. „Es gibt zu viele Anfragen, wir werden alles sukzessive abarbeiten“, verspricht Beckhaus. Seit zehn Jahren leitet er den Bauhof. „So viel Schnee habe ich seither noch nicht gesehen“, sagt er. Gleichzeitig freut er sich über die Einsatzbereitschaft seines Teams. „Die Kollegen sind alle hochmotiviert.“

Hauptstraßen und wichtige Einrichtungen haben Vorrang

Bürgermeister Berthold Dittmann erklärte am Montag im Gespräch mit der Redaktion die Prioritäten: „Vorrang bei der Schneeräumung haben Hauptstraßen, Wege zur Feuerwehr, zum Krankenhaus und zu Altenheimen sowie zu Schulen und Kindergärten, um dort die Notbetreuung sicherstellen zu können.“

Bauhofleiter Stefan Beckhaus: „Wohngebietsstraßen werden im Rahmen der Möglichkeiten Schritt für Schritt geräumt, wobei auch hier vielgenutzte Straßen Vorrang haben vor reinen Wohnstraßen.“ Wann werden alle Straßen geräumt sein? Stefan Beckhaus blickte am Montagmorgen achselzuckend in den flockenverhangenen Himmel: „Das kann ich nicht sagen. Wenn es weiter so schneit, dann müssen wir ohnehin wieder ganz von vorne anfangen.“

Die Bauhofmitarbeiter haben schon am Samstagabend vor dem großen Schneefall vorbeugend Salz gestreut. „Die Bauhofmitarbeiter waren bis um 23 Uhr im Einsatz“, sagt Stefan Beckhaus. Und nach kurzer Nachtruhe klingelten die Wecker am Sonntagmorgen schon sehr früh. Dienstbeginn war um 4.30 Uhr.

Schnee wird zum Parkplatz am SuS-Sportplatz gebracht

Die 24 Bauhofmitarbeiter rückten mit einem Unimog, einem Großschlepper, drei Kleinschleppern und Radlader aus. Um der Schneemassen Herr zu werden wurden zusätzlich vier Radlader angemietet. In Kreuzungsbereichen und in der engen Innenstadt reicht es nicht, den Schnee beiseite zu schieben. Eine Firma wurde mit der Abfuhr beauftragt. Auf dem Parkplatz am SuS-Sportplatz türmen sich nun die abtransportierten Schneemassen immer mehr auf.

An der Avia-Tankstelle können sich die Schneeräumer bei Gratis-Kaffee aufwärmen.
An der Avia-Tankstelle können sich die Schneeräumer bei Gratis-Kaffee aufwärmen. © privat © privat

Wenn die Räumfahrzeuge aufgetankt werden, gibt es an der Avia-Tankstelle gratis Kaffee für alle Helfer. „Wir sind so dankbar, dass es mit der Räumung so gut klappt und Polizei, Rettungskräfte, Feuerwehren und alle Nofallfahrzeuge tanken können. Wir wollen auch ein bisschen was zurückgeben“, sagt Tankstellenchefin Stefanie Exter.

Voll im Einsatz sind übrigens in Stadtlohn auch zwei weitere Teams Orange: die Müllmänner und die DRK-Helfer. „Die Müllabfuhr fährt in dieser Woche soweit es geht den Müll ab. Mülltonnen sollen so an die Straße gestellt werden, dass Räumfahrzeuge nicht behindert werden und die Müllfahrzeuge trotzdem an die Tonnen gelangen können“, sagt Stefan Beckhaus. Es muss aber aufgrund der Straßenlage mit Verzögerungen oder auch Störungen gerechnet werden.

„Seit knapp 30 Stunden sind wir nun dauernd im Dienst!“, meldet der DRK-Ortsverein Stadtlohn. „Unser RTW1 ist gestern um halb 7 morgens in den Grundschutz gezogen worden, seit gestern am frühen Abend ist unser RTW2 auch im Einsatz. Und jede einzelne Stunde ist ehrenamtlich“, heißt es auf der Facebookseite des DRK. Zudem sind die DRK-Helfer in Alarmbereitschaft.

Über das Engagement vieler Stadtlohner freut sich Bürgermeister Berthold Dittmann. Und er verspricht: „Wenn der Rettungsdienst im Einsatz Schwierigkeiten haben sollte, dann fährt ein Bauhoffahrzeug auf jeden Fall vorneweg.“

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Stefan Grothues

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