Das Gras auf den Sportplätzen der TG Almsick soll grün bleiben, aber auch die Kultur soll gedeihen. Darum wird die Bewässerungsanlage nicht aus den Mitteln der Geschwister-Hakenfort-Stiftung bezuschusst, sondern aus dem städtischen Haushalt. © Markus Gehring
Hakenfort-Stiftung

Stadtlohns Stiftungsmittel „für die schönen Dinge des Lebens“ werden knapp

Die TG Almsick will ihre Sportplätze mit einer Bewässerungsanlage gegen Dürresommer aufrüsten. Die Stadt unterstützt das Vorhaben. Es darf aber nicht die Kulturförderung trocken legen.

Was hat ein Hotel in München mit dem Fußballplatz der TG Almsick zu tun? Und wieso schmälert die Coronapandemie die Ausschüttung der Geschwister-Hakenfort-Stiftung „für die schönen Dinge des Lebens“? Und wie will die Stadt dem Kulturleben nach dem Lockdown neue Impulse verleihen? Antworten auf diese Fragen gab es in der jüngsten Sitzung des Sport-, Kultur- und

Sozialausschusses.

Fünf- bis sechsstellige Ausschüttungen jedes Jahr

Seit vielen Jahren kann die Stadt Stadtlohn in Fragen der Kultur- und Sportförderung auf das Füllhorn der Geschwister-Hakenfort-Stiftung zurückgreifen, die Jahr für Jahr fünf- bis sechsstellige Zuschüsse ermöglichte, ohne das Stadtsäckel zu beanspruchen.

Die TG Almsick will ihre Sportplätze mit einer Bewässerungsanlage ausstatten.
Die TG Almsick will ihre Sportplätze mit einer Bewässerungsanlage ausstatten. © Markus Gehring © Markus Gehring

Schwester Maria Bruna (1928-2011) hatte die Geschwister-Hakenfort-Stiftung im Jahr 2006 ins Leben gerufen. Schwester Maria Bruna wurde als Ida Hakenfort in Stadtlohn geboren. Als letzte Überlebende der fünf Hakenfort-Geschwister vermachte sie Bargeld, Immobilien und Aktien als Vermächtnis an ihre Heimatstadt. Seither speist zum Beispiel allein ein Mietshaus in München die Stiftung jährlich mit 80 bis 90.000 Euro Mieterträgen.

Förderung von Kunst, Kultur und Musik ist Stiftungszweck

Die Mittel sollen, so ist es notariell festgelegt, „für alle schönen Dinge im Leben“ eingesetzt werden. Die Geschwister-Hakenfort-Stiftung fördert die Kunst, die Kultur und die Musik in Stadtlohn und ausdrücklich auch die Nikolaus-Gesellschaft.

Die Mieteinahmen aber basierten bislang im wesentlichen auf einem Hotelbetrieb in München. Der aber floriert wegen der Corona-Einschränkungen nicht mehr. „Es gibt erhebliche Mietausfälle“, erklärte Klaus-Dieter Weßing vom Fachbereich Schule, Sport und Kultur. „Wie schon 2020 können wir auch in diesem Jahr nur mit der Hälfte rechnen.“

Anfang 2021 standen noch Stiftungsmittel in Höhe von rund 125.000 Euro zur Verfügung. Darin enthalten sind aber Mittel, deren Vergabe bereits beschlossene Sache ist: 35.000 Euro für den Kunstrasenplatz, 28.000 Euro für die LED-Anlage in der Tennishalle von Blau-Weiß, 17.000 Euro für das Musikprojekt Jekits zum Beispiel.

Stiftungskonto geht gegen Null

Jetzt standen neue Anträge zur Entscheidung: Knapp 6000 Euro für das Außengelände des Reitvereins Fortuna, 3000 Euro für das Pop-up-Planetarium und 27.000 Euro für eine Bewässerungsanlage für den Sportplatz der TG Almsick. Mit diesen Ausgaben gingen die Reserven der Stiftung gegen Null.

Die Stiftungs-Ausgaben für das Pop-up-Planetarium und für den Reitverein Fortuna beschloss der Ausschuss noch mehrheitlich. Bei der großen Summe von 27.000 Euro aber schlug Hendrik Hardeweg (CDU) eine andere Vorgehensweise vor. „Wir sollten ein finanzielles Polster für den kulturellen Neustart nach der Coronapandemie behalten. Die Stiftung sollte uns nicht dazu verleiten, den Haushalt zu entlasten, wenn es um Pflichtaufgaben geht. Es muss etwas für die Kultur überbleiben.“

Zuschuss für Sportverein aus dem städtischen Haushalt

Mit diesem Vorstoß rannte Hardeweg bei den anderen Fraktionen offene Türen ein. Mit großer Mehrheit beschloss der Sport-, Kultur- und

Sozialausschuss, die Finanzierung der Bewässerungsanlage für den Fußballplatz der TG Almsick nicht aus Mitteln der Geschwister-Hakenfort-Stiftung zu finanzieren, sondern im städtischen Haushalt überplanmäßig Mittel dafür zu veranschlagen.

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Stefan Grothues

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