Grundsteuern fürs Eigenheim sollen in Stadtlohn angehoben werden – das schlägt die Stadtverwaltung vor. © dpa-tmn
Meinung

Steuererhöhungen in Stadtlohn: Das ist ein ganz schlechter Zeitpunkt!

Bislang kamen Stadtlohner Landwirte und Hausbesitzer bei den Grundsteuern vergleichsweise günstig davon. Das soll sich nun ändern. Der Zeitpunkt ist schlecht, findet Anne Winter-Weckenbrock.

Der kommunale Haushaltsplan ist nichts für jedermann. Wie viel Geld Kommunen für was ausgeben, was und wie viel sie einnehmen und unter welchen Bedingungen – das ist kompliziert. Das kann ich aus jahrelanger lokaljournalistischer Tätigkeit beurteilen.

Wer keine Ahnung hat, was die Stadt Stadtlohn zu beachten hat, wenn sie die gemeindlichen Steuern festsetzt, wird gleich lospoltern, wenn er erfährt, dass die Grundsteuern A und B angehoben werden sollen. Diese Steuern treffen eigentlich alle. Landwirte, Hauseigentümer und Mieter.

Aber auch die Heiz- und Benzinkosten steigen. Brot wird teurer wegen der schlechten Getreideernte. Und, und: Das Leben wird teurer. Ganz zu schweigen von den Folgekosten der Corona-Pandemie, die uns alle betreffen werden. Und jetzt noch mehr Steuern an die Stadt zahlen?

Ich kann die Motivation der Stadtverwaltung nachvollziehen. Sie möchte die Steuern auf die Sätze anheben, die das Land NRW als Berechnungsgrundlage heranzieht für das Geld, das wiederum aus Düsseldorf in die Stadtkasse fließt. Dort wurde über Jahre so getan, als nehme Stadtlohn schon die „fiktiven Sätze“, und die Landesmittel fielen vor dem Hintergrund magerer aus. Das muss man sich leisten können. Sich aber gerade im Jahr 2021 dazu durchzuringen, die Einwohner mehr zu belasten: Der Zeitpunkt hätte nicht schlechter gewählt sein können.

Über die Autorin
Redaktion Ahaus
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Anne Winter-Weckenbrock

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