Ab Samstag werden wieder öffentliche Gottesdienste in der St.-Otger-Kirche angeboten. © Markus Gehring
St. Otger

Stille Tage in St. Otger laden zum Kirchrundgang ein

Alle Gottesdienste in den Stadtlohner Kirchen fallen an den Weihnachtstagen aus. Die Kirchen aber sind geöffnet. Für die stille Einkehr und für einen neuen Blick auf den leeren Kirchenraum.

Stille Nacht, stille Weichnachtstage. In der St.-Otger-Kirche feiern sonst Tausende die Geburt Christi. Jetzt sind alle Weihnachtsgottesdienste abgesagt. Die Gemeinde will angesichts der vielen Corona-Infektionen kein Risiko eingehen. Doch die St.-Otger-Kirche, die auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken kann, ist an den Feiertagen trotz Corona offen für eine besinnliche Entdeckungsreise.

Stadtlohn war vor 1200 Jahren eine der Urpfarreien des Münsterlandes. Der frühen Holzkirche folgten mehrere Kirchbauten. 1889 wurde die heutige Kirche errichtet. Sie fiel 1945 den Bomben zum Opfer und 1951 neu eingeweiht.

Ab Samstag werden wieder öffentliche Gottesdienste in der St.-Otger-Kirche angeboten.
Ab Samstag werden wieder öffentliche Gottesdienste in der St.-Otger-Kirche angeboten. © Markus Gehring © Markus Gehring

Alle 800 Sitzplätze in der St.-Otger-Kirche müssen in diesem Jahr frei bleiben. Die Corona-Pandemie macht den Heiligen Abend zu einer wahrhaft stillen Nacht. Zeit für Momente der Einkehr – und der kirchengeschichtlichen Entdeckungen.

Aus dem Travertin des früheren Sakramentsaltars haben Theo Heiermann und Elmar Hillebrand 1990 den neuen Altar gestaltet.

Die Tabernakel-Stele
Die Tabernakel-Stele © Markus Gehring © Markus Gehring

Die Tabernakelstele ist ein Werk des Bildhauers Ulrich Hahn. Die Christusfigur aus dem 17. Jahrhundert stammt aus der Hengelborg-Kapelle und ist eine Schenkung des Grafen Droste zu Vischering. Das Gewicht der Stele wird in der Krypta von einem Baldachin kunstvoll abgefangen.

Der Baldachin in der Krypta
Der Baldachin in der Krypta © Markus Gehring © Markus Gehring

Großmutter, Mutter und Kind: Die heilige Anna mit der Gottesmutter Maria und dem Jesuskind ist eines der ältesten Kunstwerke in der St.-Otger-Kirche. Die Holzskulptur stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist nahe dem Nordportal eigens mit einem Gitter gesichert.

Die Tabernakel-Stele
Die heilige Anna © Markus Gehring © Markus Gehring

Einmal im Jahr aber hat sie „Freigang“: Zur Feier des Patronatsfestes der St.-Anna-Realschule wird sie für alle gut sichtbar im Chorraum präsentiert.

Die Evangeliar-Stele in der Kirchenmitte
Die Evangeliar-Stele in der Kirchenmitte © Markus Gehring © Markus Gehring

Im Schnittpunkt der Längs- und Querachse der Kirche steht die Evangeliar-Stele. Dort wird nach dem Evangelium das Evangeliar feierlich abgelegt – „ein Zeichen dafür, dass die Frohe Botschaft ihren Platz in der Mitte der Gemeinde hat“, sagt Dechant Jürgen Lürwer

Die Orgel bleibt an diesem Weihnachtsfest stumm.
Die Orgel bleibt an diesem Weihnachtsfest stumm. © Markus Gehring © Markus Gehring

Die 3520 Pfeifen der stolzen Orgel bleiben an diesem Weihnachtsfest stumm. Die Orgelbühne wurde 1951 mit der wiedererrichteten Kirche eingeweiht. Sie stammt aus der traditionsreichen Orgelwerkstatt Breil in Dorsten.

Behälter mit heiligen Ölen
Behälter mit heiligen Ölen © Markus Gehring © Markus Gehring

Heilige Öle: Chrisam, Katechumenen- und Krankenöl stehen in einer Vitrine in der Nähe des Taufbeckens.

Der heilige Liudger © Markus Gehring © Markus Gehring

Der heilige Liudger, der Patron der Bischofskirche in Münster, ist an der Gans zu erkennen.

Die Sonnenmonstranz aus dem Jahr 1590
Die Sonnenmonstranz aus dem Jahr 1590 © Markus Gehring © Markus Gehring

Die Sonnenmonstranz aus dem Jahr 1590 gehört zu den Kostbarkeiten des Kirchenschatzes, der allerdings nur nach vorheriger Absprache besichtigt werden kann.

Der heilige Otger
Der heilige Otger © Markus Gehring © Markus Gehring

Der Namenspatron Otger steht in goldenem Gewand am Ausgang der Kirche. Pfarrer Jürgen Lürwer: „Otger ist ganz in seinem Amt als Diakon aufgegangen, er hat nicht nach Höherem gestrebt, sondern sich ganz dem Dienst am Menschen verschrieben. Dass er hier am Ausgang steht, könnte auch als Zeichen gedeutet werden: als Mahnung, den Glauben mit ins Leben zu nehmen.“

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Stefan Grothues

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