Streit unter Nachbarn im Stadtlohner Neubaugebiet eskaliert – Polizei muss eingreifen

mlzNachbarschaftsstreit

Ein Streit unter Anwohnern im Neubaugebiet Möllers Hoff ist eskaliert. Auch eine Schreckschusswaffe war dabei im Spiel. Die fehlende Lärmschutzwand soll ein Auslöser gewesen sein.

Stadtlohn

, 18.03.2019, 19:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Rollläden sind heruntergelassen. Die Türen verschlossen. Ein Kleinwagen steht in der Einfahrt. Das Reihenhaus mit dem rot-schwarz-silbernen Klinker im Neubaugebiet Möllers Hoff ist dennoch verlassen. Und wenn nicht gerade ein Auto auf dem nur wenige Meter entfernten Westring vorbeifährt, herrscht Stille. „Die Familie ist seit Samstag fort“, berichtet eine Anwohnerin, die nicht beim Namen genannt werden möchte.

Auslöser für das Verschwinden der Familie sei ein Nachbarschaftsstreit in der Nacht vom vergangenen Freitag auf Samstag. Dabei soll es um laute Musik, eine verbale Auseinandersetzung und das Drohen mit einer Schreckschusswaffe gegangen sein. „Ich habe diese zur Selbstverteidigung eingesetzt, da man meiner Frau und mir gedroht hat“, berichtet der beschuldigte Mann im Gespräch mit unserer Redaktion am Montag.

Und jener Mann war es auch, der sich in der Vergangenheit vehement für den Bau der Lärmschutzwand im Neubaugebiet Möllers Hoff eingesetzt hatte. „Dieser Mann hat mir und den anderen Nachbarn immer vorgeworfen, wir würden uns nicht richtig für den Bau dieser Lärmschutzwand einsetzen“, sagt die Anwohnerin, die an jenem Abend ebenfalls bedroht worden sein soll. Für sie einer der Gründe, warum der Streit entbrannt sei.

Widersprüchliche Angaben

Letztlich sind die Aussagen der Parteien widersprüchlich. Fakt ist aber, dass in jener Nacht die Polizei vor Ort war. Dies bestätigt Pressesprecher Thorsten Ohm von der Kreispolizeibehörde auf Nachfrage. „Die Polizei ist in der Nacht von Freitag auf Samstag gegen 0.50 Uhr wegen eines Nachbarschaftsstreit ausgerückt.“ Und da von einer Waffe die Rede gewesen sei, hätten die Beamten in angemessener Weise reagiert.

Zu Details wollte sich die Polizei nicht äußern. Aber: „Die Schreckschusswaffe wurde beschlagnahmt und eine Strafanzeige gefertigt“, so Thorsten Ohm.

Zudem berichtet die Anwohnerin, dass das Verhältnis zu der Familie praktisch von Beginn an angespannt gewesen sei. „Die hatten einfach immer etwas zu meckern. Sie waren auch stets der Meinung, wir würden uns nicht genug für die Lärmschutzwand einsetzen. Sie haben uns deswegen auch beleidigt.“ Man könne, so sagt sie, von einem klassischen Dauerstreit unter Nachbarn sprechen. „Es war einfach schrecklich mit denen.“

Graben für das Fundament ist schon ausgehoben

Wie es in diesem Fall nun weitergeht, steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass der Bau der Lärmschutzwand angelaufen ist. Ein 80 Zentimeter tiefer Graben für das Fundament wurde bereits ausgehoben. Momentan ruhen die Arbeiten allerdings. „Der Maurer war heute Morgen hier, hat sich alles angesehen und dann angesichts des vielen Niederschlages abgewunken“, berichtet Thomas Buning am Montagmittag auf der Baustelle.

Vermarktet werde das Neubaugebiet zwar durch die Buning Immobilien, aber der Bau der Lärmschutzwand sei eine private Investition, wie Thomas Buning sagt.

Auf Basis der Wetterprognose sei damit zu rechnen, dass die Arbeiten an der 80.000 Euro teuren Lärmschutzwand am Donnerstag dieser Woche wieder aufgenommen werden könnten. „Der Boden ist bereits verdichtet und etwa 15.000 Liter Wasser habe ich am zurückliegenden Wochenende aus dem Graben gepumpt“, so Thomas Buning.

Stahlkörbe liegen bereit

Auch liegen auf der Baustelle bereits etliche Stahlkörbe für das Fundament bereit. Ein Kran ist ebenfalls aufgebaut. „Wir vertrauen Buning, aber erwarten auch, dass er die Sache unverzüglich zu Ende bringt“, sagt Günter Wewers, Erster Beigeordneter der Stadt Stadtlohn, auf Nachfrage.

Zum Hintergrund: Aufgrund diverser Probleme verzögerte sich der Bau der Lärmschutzwand um viele Monate. Unter anderem sorgte dabei die bauliche Erschließung des Geländes für eine zeitliche Verzögerung.

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