Studentin aus Stadtlohn will Wissen über Gefahren im Netz verbreiten

mlzMedienkompetenz

Im Grunde war es ein Impuls an der Herta-Lebenstein-Realschule, der Anna von Mallinckrodt zum Studium in Enschede und zu einem besonderen Projekt bewegte. Es geht um Kompetenz im Netz.

Stadtlohn

, 19.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Zertifikat Niederländisch hatte Anna von Mallinckrodt an der Stadtlohner Realschule eigentlich eher nach dem Motto „schaden kann‘s ja nicht“ ins Auge gefasst. Letztlich aber sei da bereits der Wunsch gewachsen, nach Holland zu gehen. Nach dem Abitur am Berufskolleg in Gescher, etlichen Praktika und schließlich einem Tag der Offenen Tür an der Saxion Hogeschool in Enschede fiel dann die Entscheidung für den Bachelor-Studiengang „Creative business“ dort.

Sie schätzt Herausforderungen

Anfänglich für die einzige Deutsche im Studiengang eine große Herausforderung, weil in ihrem Fachbereich ausschließlich Niederländisch gesprochen wird. Genau das aber sei ihr sehr entgegen gekommen: „Eigentlich bin ich recht ängstlich, aber ich schätze es, mich persönlich zu fordern.“ Heute ist sie 22, befindet sich im dritten von vier Studienjahren und hat damit mehr als die Hälfte ihres Studiums bereits hinter sich. Und eine weitere Herausforderung vor sich.

„Unter „Hashtag Medienwissen“ will sie Kinder und Eltern dafür sensibilisieren, welche Gefahren trotz der vielen Chancen insbesondere die sozialen Medien mit sich bringen. Sie benennt so aktuelle Problemfälle wie Cybermobbing, Sextortion, Grooming und viele andere. „Viele wissen gar nicht, was da alles abläuft“, erzählt sie von ihrer Motivation, auf diesem Feld aktiv zu werden. Gedacht ist ihre Initiative als Hilfestellung für Eltern und Kinder.

Ihr Anliegen ist Prävention

Zwar werde über die Thematik inzwischen schon mehr gesprochen, aber: „Meistens passiert das erst im Nachhinein“, sagt sie. Ihr aber gehe es um Prävention, darum, um aufmerksam zu machen. Gestartet ist sie Anfang Mai mit einer Seite bei Facebook und Instragram, wo sie sich über verschiedene Posts zur Thematik äußert. Bei Instagram hat sie bereits 24 Abonnenten. Allerdings wünscht sie sich, beziehungsweise für ihr Anliegen, noch mehr Aufmerksamkeit. Inzwischen bezieht sie auch in einem eigenen Podcast, der wöchentlich aktualisiert wird, Stellung.

Ziel ist ein Lerntool für Kinder

Mitte Mai war sie auch zu Gast beim Podcast des Jugendwerks Stadtlohn „Quarantäne Quatsch“ und konnte ihr Projekt vorstellen. Und dort hat sie bereits auch einen Aufruf gestartet und um Unterstützung für ihr aktuelles Vorhaben, im Rahmen des Projektes geworben: ein Lerntool für Kinder in Form eines interaktiven E-Books. „Mein nächster Meilenstein“.

Als Basis dafür hofft sie darauf, dass ihr Betroffene ihre „echten“ Geschichten erzählen, ihre negativen Erfahrungen mit Social Media. Auf Wunsch können die Beiträge anonymisiert werden, auf jeden Fall aber sichert sie zu, dass nichts erscheint, wozu die Beteiligten (und/oder Eltern) nicht ihr Okay gegeben haben.

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Zuerst angelegt ist „Hashtag Medienwissen“ als Projekt im Rahmen des dritten Studienjahres angelegt, sie könnte sich aber durchaus vorstellen, daraus ein dauerhaftes Angebot zu machen. Dankbar ist sie der Hochschule in Enschede, die eine Vielzahl solcher Initiativen möglich macht und an der sie die sehr persönliche Atmosphäre schätzt: „Die Holländer zerdenken nicht soviel, sie sind offener, innovativer.“

Auch wenn ihr aber das Studium „mega viel Spaß“ macht, hat Anna von Mallinckrodt zurzeit nicht vor, nach dem Bachelor noch einen Master-Studiengang anzuschließen: „Dann freue ich mich, wenn ich freigelassen werde in die Arbeitswelt.“

hashtag-medienwissen@web.de

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