Studie: Stadtlohn muss weiter neue Wohnungen bauen

mlzPestel-Studie

Wohnraum ist in Stadtlohn ein rares Gut. Wohnungssuchende wissen das längst. Eine Studie liefert jetzt konkrete Zahlen: Um den Bedarf zu decken, müssen 120 Wohnungen im Jahr gebaut werden.

Vreden

, 30.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob Einfamilienhaus, Single- oder barrierefreie Wohnungen: Stadtlohn braucht mehr Wohnraum. Damit geht es der Töpferstadt wie vielen anderen Kommunen im Münsterland. Das geht aus einer aktuellen Studie des ISP Eduard Pestel Instituts für Systemforschung in Hannover hervor. In der jüngsten Sitzung des Stadtlohner Rates wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Mangel oder Überangebot?

Die Sparkasse Westmünsterland hat die Pestel-Studie in Auftrag gegeben. Anlass war eine andere Studie aus dem Jahr 2017, über deren Ergebnisse sich Verantwortliche der Sparkasse nur wundern konnten, erklärte Bereichsdirektor Helmut Terhörst: „Wir erleben einen regelrechten Run auf Bauplätze und Wohnungen. Aber die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft kam 2017 zu dem Ergebnis, dass es im Münsterland ein Überangebot an Wohnungen gibt.“

Studie: Stadtlohn muss weiter neue Wohnungen bauen

Die Pestel-Wohnungsmarkt-Studie ist am Mittwoch im Rat vorgestellt worden. Von links: Helmut Terhörst (Sparkasse Westmünsterland), Bürgermeister Helmut Könning und Matthias Günther vom Pestel-Institut aus Hannover. © Stefan Grothues

Die Pestel-Studie kommt nun zu einem ganz anderen Ergebnis. Es lässt sich so zusammenfassen: Die Geburtenentwicklung ist positiv. Die Beschäftigungsentwicklung ist „hochgradig positiv“.

Das führt zu Wanderungsgewinnen, und damit zu einer wachsenden Wohnungsnachfrage. Ab 2025 wird der Wohnbedarf langfristig durch steigende Sterbefallzahlen gedämpft. Die Babyboomer kommen dann ins Seniorenalter. Es werden mehr kleinere Wohnungen gebraucht.

Und mehr Sozialwohnungen. „In Stadtlohn sind nur für einen Bruchteil der Berechtigten Sozialwohnungen verfügbar“, stellt die Studie fest.

Politisches Futter

Statistiken, Diagramme, Prognosen – Matthias Günther, Vorstand des Pestel Instituts für Systemforschung in Hannover, mutete dem Rat der Stadt Stadtlohn am Mittwochabend jede Menge Zahlen zu. Doch die Politiker nahmen sie begierig auf. Schließlich ging es bei den Themen Wohnen und Arbeiten um ihr Kerngeschäft. „Diese Zahlen werden in den Fraktionen sicher noch für viel Diskussionsstoff sorgen“, erklärte Bürgermeister Helmut Könning.

Zwei konkrete Zahlen aber prägten sich den Ratsmitgliedern unmittelbar ein. Matthias Günther: „Aktuell werden in Stadtlohn 90 Wohnungen im Jahr gebaut. Um den Bedarf abzudecken, wäre aber der Neubau von 120 Wohnungen erforderlich.

Stadtlohn unternimmt neue Anstrengungen

Diese Zahlen wollte Bürgermeister Helmut Könning unter Hinweis auf viele neue Bauprojekte wie zum Beispiel im Erningfeld nicht unkommentiert stehen lassen. „Die Zahl 90 mag mal gestimmt haben. In Stadtlohn hat sich aber eine ganze Menge: 2018 sind in Stadtlohn 120 Wohnungen gebaut worden, 2019 waren es sogar 148.“

Otger Harks (SPD) unterstrich vor allem eine Aussage von Matthias Günther. Der hatte festgestellt: „Erwarten Sie beim Wohnungsbau keine Hilfe aus Berlin.“ Harks erklärte dazu: „Wir dürfen nicht auf Dritte warten. Wir hier in Stadtlohn müssen weiterhin die richtigen Entscheidungen treffen.“

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