SVS-Chef Alfred Kramer wird verabschiedet

Ein Versorger geht

Strom, Wasser, Gas und Glasfaser - kaum einer der über 20000 Haushalte in Stadtlohn, Vreden oder Südlohn, der nicht zumindest indirekt mit Alfred Kramer zu tun gehabt hätte. Nach über 25 Jahren geht nun eine Ära zu Ende: Morgen wird der 64-jährige Chef der SVS-Versorgungsbetriebe offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

STADTLOHN

, 06.01.2016, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wasser und mehr: SVS-Chef Alfred Kramer wird morgen verabschiedet.

Wasser und mehr: SVS-Chef Alfred Kramer wird morgen verabschiedet.

1989 kam Alfred Kramer aus dem Emsland nach Stadtlohn, wo er stellvertretender Werkleiter der damaligen Stadtwerke Stadtlohn wurde. 1991 übernahm er die Werkleitung von Ferdinand Fischer. Zwischen den Stadtwerken von damals und den SVS-Versorgungsbetrieben von heute liegen Welten.

Nicht nur, weil die Stadtwerke damals als Eigenbetrieb der Stadt in Verbindung mit dem Wasserbeschaffungsverband Stadtlohn-Vreden-Südlohn ausschließlich für die Trinkwasserversorgung zuständig waren.

Ära in Stichworten

Die Ära in Stichworten: 1996 gründen die drei Kommunen mit der VEW die SVS-Versorgungsbetriebe, die fortan neben der Wasserversorgung auch die Gasversorgung übernahm. Im Jahr 2000 wurde das neue Verwaltungsgebäude an der von-Ardenne-Straße in Stadtlohn bezogen. 2004 übernahm die SVS auch die Stromversorgung. Die Liberalisierung des Strommarktes stellte die SVS vor neue Herausforderungen. 2007 erarbeitete die SVS ein Leitbild. Der Aufbau der Glasfaserinfrastruktur ist seit 2009 ein neues Geschäftsfeld.

Umsatz von 5 auf 60 Millionen gestiegen

Zwei Zahlenvergleiche verdeutlichen die Entwicklung in Kramers Ägide: 1991 lag der Jahresumsatz der Stadtwerke Stadtlohn bei 2,6 Millionen Euro (damals noch 5,2 Millionen DM). Heute liegt der SVS-Umsatz bei 60 Millionen Euro. 1991 zählten die Stadtwerke 18 Mitarbeiter, heute beschäftigen die SVS-Versorgungsbetriebe 70 Mitarbeiter.

Zahlen standen für den gelernten Kaufmann Kramer immer im Zentrum des Berufslebens: Gewinne, Verluste, Analysen und Strategieplanungen. Als Zahlenmensch will er dennoch nicht gelten.

Und als alleiniger Macher schon gar nicht - auch wenn er 1991 schon im Hinterkopf hatte, wohin die Reise gehen sollte. "Ich habe beobachtet, wie sich andere Stadtwerke entwickelt haben, wie sie Synergien genutzt haben." Der Erfolg habe aber viele Väter gehabt. "Die Rahmenbedingungen haben gestimmt: die Politik in den Kommunen, die Zusammenarbeit mit VEW und später RWE und das Mitarbeiterteam."

Mehr Zeit für Ehrenämter

In seinen Lehrjahren in einem Landhandel in Lingen hatte Alfred Kramer seine Leidenschaft für das Rechnungswesen entdeckt. Von 1974 bis 1989 arbeitete er für den Wasserbeschaffungsverband Obergrafschaft Bentheim, bevor er nach Stadtlohn wechselte. Dort wurde er mit seiner Frau und ihren vier Kindern schnell heimisch - als Kolpingbruder fand er raschen Anschluss. "Die Mentalität der Emsländer und der Münsterländer ist sehr ähnlich." Seit 25 Jahren engagiert er sich im Vorstand der Kolpingsfamilie. Sein Ehrenämter im Johannesförderwerk und im Verein "Fortuna" will er im Ruhestand noch intensiver ausfüllen.Für sein großes Hobby, das Radfahren, bleibt auch noch genügend Zeit - und natürlich für das erste Enkelkind.

Zum Jahreswechsel hat Alfred Kramer den Chefsessel geräumt. "Aber so richtig angekommen bin ich im Ruhestand noch nicht." Vielleicht ändert sich das ja morgen nach seinem offiziellen Abschied.

 

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