Nina, Noel und Nico (v.l.) neben dem Weihnachtsmann im Vorgarten. Dort können sich auch andere Stadtlohner Kinder mit dem Weihnachtsmann fotografieren lassen – wenn sie sich vorsichtig auf die kleine Bank setzen. © Stephan Rape
Weihnachtsschmuck

Tausende LEDs bringen nicht nur Kinderaugen am Gescher Dyk zum Strahlen

Fast jedes Haus ist weihnachtlich geschmückt. Doch Familie Witting spielt da in einer anderen Liga: Jedes Jahr lassen sie ihr Haus in Stadtlohn erstrahlen. Und zwar nicht nur von außen.

Es leuchtet, nein, es strahlt am Gescher Dyk 16. Dort wohnen Tanja (33) und Christian (34) Witting mit ihren drei Kindern Nico (13), Nina (9) und Noel (8). Und jedes Jahr zur Weihnachtszeit wird ihr Haus zu einem echten Lichtermeer.

Bei Tanja Witting gehört das schon seit ihrer frühesten Kindheit dazu: „Immer vor Weihnachten wird die Beleuchtung aufgebaut“, sagt sie. Damit habe ihr Vater schon angefangen, als sie noch in Köln wohnten. Und natürlich wurde diese Tradition fortgeführt, als sie vor zehn Jahren mit ihrem Mann nach Stadtlohn gezogen ist. Erst im ganz Kleinen, mit einigen wenigen Lichterschläuchen.

Tanja Witting (33) hat sich mit dem Weihnachtsdekofieber schon bei ihren Eltern infiziert. Seit zehn Jahren gehört das weihnachtlich geschmückte Haus der Familie zur Nachbarschaft am Gescher Dyk. Viele Familien nutzen es als Station auf ihren Adventsspaziergängen.
Tanja Witting (33) hat sich mit dem Weihnachtsdekofieber schon bei ihren Eltern infiziert. Seit zehn Jahren gehört das weihnachtlich geschmückte Haus der Familie zur Nachbarschaft am Gescher Dyk. Viele Familien nutzen es als Station auf ihren Adventsspaziergängen. © Stephan Rape © Stephan Rape

Doch jedes Jahr nach Weihnachten startet das Paar zum Dekoeinkauf in die umliegenden Geschäfte. „Dann gibt es satte Prozente“, sagt Tanja Witting strahlend. Und so kamen jedes Jahr ein oder zwei Teile dazu. Mal eine Girlande, mal ein Schlitten, mal eine Krippe – oder eben vor ein paar Jahren die blinkenden Lichtervorhänge, die jetzt an allen Dachtraufen montiert sind. Inzwischen belegt der Weihnachtsschmuck gut die Hälfte des Dachbodens.

Keine bunten Blinklichter: Schmuck soll nicht zu kitschig sein

Aber noch einmal zurück zum Blinken: Eigentlich soll bei den Wittings gar nichts blinken oder flackern. „Wir wollen es nicht zu kitschig und bunt haben“, erklärt Christian Witting. Der hat sich über die Jahre vom Weihnachtsfieber seiner Frau anstecken lassen. Seine Aufgabe ist die Verkabelung und Steuerung der Lichterschläuche, Figuren und was sich da sonst noch alles rund um das Haus der Familie verteilt.

Eine genaue Inventarliste hat er nicht. „Die wollte ich immer mal anlegen, bin aber nie dazu gekommen“, sagt er lachend. Er überschlägt schnell im Kopf: „Wir kommen so auf grob 80 Stecker und Steckdosen“, sagt er. Die sind auch extra abgesichert: „Wenn draußen irgendwas kaputt geht und der Strom ausfällt, wollen wir ja im Haus nicht auch im Dunkeln sitzen“, erklärt er.

Weil wegen des Coronavirus alle Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit ausfallen, möchte Familie Witting zumindest einen kleinen Beitrag leisten: Kinder können sich neben dem Weihnachtsmann und unter dem Lichterzelt fotografieren lassen – wenn sie sich vorsichtig auf das kleine Bänkchen setzen. Natürlich müssen dabei die Abstände zu anderen Spaziergängern eingehalten werden.

Sogar am Dach gibt es extra installierte Steckdosen. „Die Handwerker waren da schon irritiert, wofür man da oben Steckdosen braucht“, erklärt Tanja Witting. Sie habe dann das Ausmaß des Witting’schen Weihnachtsschmuck grob umrissen. „Da waren sie ruhig“, sagt sie und lacht.

Nicht nur am sondern auch im Haus von Familie Witting ist vom ersten Adventswochenende bis zu den Heiligen Drei Königen alles auf Weihnachten getrimmt: So wie diese große Winterlandschaft aus Lemax-Modellen mitten im Wohnzimmer.
Nicht nur am sondern auch im Haus von Familie Witting ist vom ersten Adventswochenende bis zu den Heiligen Drei Königen alles auf Weihnachten getrimmt: So wie diese große Winterlandschaft aus Lemax-Modellen mitten im Wohnzimmer. © Stephan Rape © Stephan Rape

Inzwischen ist die Beleuchtung auch zentral gesteuert: „Alexa sei Dank“, erklärt Christian Witting. Vorher brauchte das Paar immer sechs bis acht Zeitschaltuhren, um die Beleuchtung pünktlich um 16 Uhr ein- und um 22 Uhr wieder auszuschalten. „Aber die liefen nie genau synchron“, sagt Christian Witting. Die Beleuchtung sei immer stufenweise angegangen. Für den Weihnachtsschmuck-Profi ein Unding. Jetzt sind alle Lämpchen binnen zwei Sekunden an oder aus.

Nur LEDs dürfen am Haus leuchten

Wieviel der Weihnachtsschmuck insgesamt gekostet hat, haben Tanja und Christian Witting nie zusammengerechnet. „Das lassen wir auch besser“, sagt er. Klar ist nur, dass rund um das Haus ausschließlich LEDs leuchten. „Mein Vater hat das früher ja alles noch mit Glühlampen gemacht“, erinnert sich die Tagesmutter. Da sei dann der Stromzähler fast heißgelaufen. „Das hält sich dank der LED-Technologie bei uns in Grenzen“, erzählt Christian Witting.

Und was ist das besonders Schöne an ihrem geschmückten Haus? „Auf keinen Fall die Arbeit alles auf- und abzubauen“, sagt Christian Witting schnell. Jeweils zwei Wochenenden sind sie damit beschäftigt. „Der Moment, wenn zum ersten Mal die Lichter angehen“, sagt seine Frau. Und natürlich die vielen Begegnungen mit Stadtlohnern, die inzwischen auf ihren Adventsspaziergängen an dem Haus vorbeikommen. Die müssen natürlich in diesem Jahr ausfallen. Trotzdem freut sich Tanja Witting auf die leuchtenden Kinderaugen und begeisterten Kinderstimmen, denen sie selbst durch die geschlossenen Fenster zuhören kann. „Das ist einfach schön“, sagt sie – und strahlt mit der Weihnachtsbeleuchtung

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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