Die Anmeldungen für Impftermine können aktuell nur per Telefon oder Internet vereinbart werden. Das klappte zu Beginn nicht bei jedem. © picture alliance/dpa
Impfung gegen Coronavirus

Termin für Corona-Impfung: Erst Verzweiflung, dann im Glück

Im Selbsttest haben wir versucht, einen Impf-Termin für zwei Stadtlohner Senioren zu vereinbaren. Wie bei vielen anderen auch, war der Frust zunächst groß. Aber der lange Atem zahlte sich aus.

Im Anschreiben des Kreisgesundheitsamts Borken klang es so einfach: Ab Montag, 25. Januar, starte endlich die Terminvergabe für die Corona-Schutzimpfung. Um lange Wartezeiten in Telefonleitungen zu vermeiden, wurde empfohlen, auf die Homepage (www.116117.de) auszuweichen. Im Nachhinein klingt es fast zynisch, denn dort war das Frustrationspotenzial subjektiv betrachtet sogar noch größer.

Gegen 8 Uhr versuchte ich am Montagmorgen zum ersten Mal mein Glück. „Die Verbindung konnte nicht hergestellt werden.“ Trotz anderer Empfehlung wich ich auf die Telefon-Option aus – mit ähnlichem Erfolg. Nach zahlreichen Aktualisierungen zeigte die Homepage des Patientenservices gegen 11 Uhr erstmals eine Regung. Allerdings kam ich nicht einmal bis zur Auswahl des Impfzentrums. „Zurzeit sind alle Termine ausgebucht.“ Erste Panik machte sich breit. Ich hatte meinen Großeltern schließlich versprochen, mich darum zu kümmern.

Text in der Fehleranzeige ändert sich

Gegen Nachmittag probierte ich es erneut, doch nur die Fehleranzeige änderte sich: „Online-Terminvergabe zurzeit nicht möglich.“ Eine kurze Recherche ergab, dass ich mit dem Problem nicht allein dastand. Um 15 Uhr dann endlich das kleine Wunder: Ich konnte das Impfzentrum auswählen.

Am erste Tag der Terminvergabe für Corona-Schutzimpfung schauten viele Menschen in die Röhre – zunächst auch der Redakteur der Münsterland Zeitung, der für seine Großeltern einen Termin vereinbaren wollte.
Am erste Tag der Terminvergabe für Corona-Schutzimpfung schauten viele Menschen in die Röhre – zunächst auch der Redakteur der Münsterland Zeitung, der für seine Großeltern einen Termin vereinbaren wollte. © Screenshot © Screenshot

Warum dann allerdings noch einmal „mein Impfanspruch“, also der meiner Großeltern, im Schnellverfahren geprüft wurde und ich mich über E-Mail und Handynummer für beide Senioren einzeln verifizieren musste, verstehe wer wolle.

Für mich die einzig wichtige Nachricht des Tages: Am Freitag, 12. Februar, haben beide ihren Impftermin. Dass durch das unnötig komplizierte Verfahren bei der Erstimpfung vier Stunden zwischen den Terminen liegen: geschenkt. Leider weiß ich von einigen anderen aus meinem Bekanntenkreis, dass sie am ersten Tag weniger Glück hatten. Ganz zu schweigen von den Senioren, die in ihrem Umfeld keine Hilfe haben.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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