Jahrzehntelang wurde zwischen Wibbeltstraße und Friedhof die Trasse für eine mögliche Umgehungsstraße freigehalten. Jetzt steht fest: Die Umgehungsstraße kommt nicht. Der Stadtentwicklungsausschuss beschäftigt sich am Dienstag mit der künftigen Nutzung der Trasse. © Geodaten Kreis Borken
Baugrundstücke

Tiny Houses und Mehrgenerationen-Wohnen auf der alten Umgehungstrasse?

Stadtlohn hat die Pläne für eine Westumgehung begraben. Auf der bislang freigehaltenen Trasse sollen Wohnhäuser gebaut werden. Wie wäre es mit Tiny Houses und anderen neuen Wohnformen?

Die Stadt Stadtlohn hat vor wenigen Wochen das endgültige Aus für die Westumgehung beschlossen. Jahrzehntelang war für diese Umgehungsstraße eine Trasse zwischen Wibbeltstraße und Friedhof freigehalten worden. Hier sollen nun Wohnbaugrundstücke entstehen. Dafür hat der Rat auf Antrag der CDU bereits einstimmig die Weichen gestellt.

Die UWG hat jetzt einen Vorstoß unternommen: Die Fläche sollte, wenn der Bedarf da ist, für alternative Wohnformen genutzt werden: Tiny Houses, Mehrgenerationenwohnen und Hausgemeinschaften. Auf Antrag der UWG befasst sich am kommenden Dienstag der Wirtschaftsförderungs-, Infrastruktur- und Stadtentwicklungsausschuss mit dieser Idee.

„Kleines Baugebiet für neue Ideen geeignet“

Die UWG hat beantragt, für die Trasse an der Wibbeltstraße „einen städtebaulichen Entwurf unter besonderen Bedingungen“ zu erstellen. Im Vorfeld sollen die Bürgerinnen und Bürger befragt werden, wer sich alternative Wohnformen vorstellen kann und konkret wie diese Wohnform aussehen sollen.

„Der Bereich ist gegenüber den vorherigen entwickelten Neubaugebieten wie zum Beispiel Erningfeld sehr klein. Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle ein Projekt anstoßen“, so erläutert der UWG-Fraktionsvorsitzende Erwin Plate den Vorstoß. „An dieser Stelle soll es die Möglichkeit geben, verschiedene Wohnformen nebeneinander zu errichten, das heißt ein Mehrgenerationenhaus wie zum Beispiel in Borken könnte neben einem Tiny House stehen, eine Hausgemeinschaft könnte neben einem Bungalow stehen.“

UWG: Ökologisch hochwertig bauen

Besonderer Wert soll dabei auf ökologische Aspekte gelegt werden. Erwin Plate: „Die Flächenversiegelung und Flächennutzung muss gut überdacht werden, und die Gebäude sollten energetisch sehr gut ausgestattet sein, zum Beispiel mit Solarenergie, Wasserspeicher und Wärmerückgewinnung.“ Erwin Plate will den Anwohner der Wibbeltstraße aber auch mögliche Sorgen nehmen. Er betont: „Das Baugebiet muss sich auch seiner Umgebung anpassen.“

Die Projekte stehen und fallen mit dem Interesse möglicher Bauherren und Bewohner. Erwin Plate: „Darum soll vorab das Interesse der Bürgerinnen und Bürger abgefragt werden, wer sich alternative Wohnformen vorstellen kann und wie diese aussehen sollen.“ Ein wichtiges Kriterium sei für die UWG, dass die Interessenten Bezug zu Stadtlohn haben, Selbstnutzer sind und das bisherige Eigentum für dieses Projekt veräußern.

Die öffentliche Sitzung des Wirtschaftsförderungs-, Infrastruktur- und Stadtentwicklungsausschusses beginnt am Dienstag, 20. April, um 17 Uhr in der Stadthalle an der Dufkampstraße.

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Stefan Grothues

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