Toll statt voll

Stadtlohn Nicht nur die Jecken, auch die Stadt Stadtlohn bereitet sich bereits auf die "tollen Tage" vor. Ein wichtiges Ziel, dass sich die Stadt und weitere Mitstreiter in diesem Jahr auf die Fahnen geschrieben haben: Dem Alkoholmissbrauch von Jugendlichen während der Karnevalstage - noch mehr als bislang - entgegentreten.

27.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Michael Hermes Bernhard Bockhoff und Günter Wehning wollen dem Alkoholmissbrauch entgegentreten.  Herbers</p>

<p>Michael Hermes Bernhard Bockhoff und Günter Wehning wollen dem Alkoholmissbrauch entgegentreten. Herbers</p>

"Am Rosenmontag werden Mitarbeiter des Jugend-, Ordnungsamts sowie der Polizei Jugendliche informieren, aber auch kontrollieren", erklärt Günter Wehning, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts.

Das bedeutet: Werden Jugendliche unter 16 Jahren mit Alkohol und junge Menschen unter 18 Jahren mit Hochprozentigem angetroffen, werden ihnen die Getränke abgenommen. Ratsam sei, den Ausweis dabei zu haben. Geben Erwachsene Alkoholika an Minderjährige ab, können unter Umständen Geldbußen drohen. "Auch der Volljährige, der seine minderjährigen Freunde und Geschwister mit Hochprozentigem versorgt, kann dafür zur Verantwortung gezogen werden.

Das ist in den Köpfen vieler Menschen noch nicht angekommen", sagt Michael Hermes vom Fachbereich Jugend und Familie des Kreises Borken. Weiter können stark alkoholisierte Jugendliche bei den Erziehungsberechtigten abgegeben werden. "Wir wollen die Menschen sensibilisieren - und den Alkoholkonsum bei Jugendlichen reduzieren", meint Bernhard Bockhoff, Leiter des Ordnungsamts. Dabei gehe es nicht lediglich darum, vor Gefahren zu warnen, sondern auch zu zeigen, dass es anders geht. So würden die Veranstalter beim Kinderkarneval, verschiedene alkoholfreie Getränke anbieten.

Um ihr Ziel zu erreichen, möchten die Initiatoren auch Erwachsene, insbesondere die Eltern, mit ins Boot holen. In den nächsten Tagen werde in den weiterführenden Schulen ein Brief verteilt, der über Maßnahmen informiert und um Unterstützung bittet. Die Karnevalsgesellschaft, das DRK und viele Gastwirte unterstützten bereits die Kampagne "Vollrausch... ohne mich!". Auch die Eltern sollten ihre Kinder nun auf die Bestimmungen ansprechen und auf die Kontrollen hinweisen.

"Feiern ist ok, aber das Abfüllen muss unterlassen werden", fordert Günter Wehning.

Michael Hermes pflichtet ihm bei: "Es geht in keinster Weise darum, den Karneval klein zu reden. Letztlich kann doch sogar unbeschwerter gefeiert werden, wen die Aktion Erfolg hat. Schließlich hat doch keiner ein Interesse daran, dass Jugendliche mit Alkoholvergiftungen davongetragen wer- den." kh

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