Laternen-Treckerfahrt

Trecker und Kinderaugen leuchteten um die Wette – aber Leichtsinn ärgert

Mit 50 mit Lichterketten geschmückten Traktoren sind Landwirte am Sonntag 50 Kilometer durch Stadtlohn gerollt. Es war, wie beabsichtigt, ein Lichtblick. Aber mit einem Wermutstropfen.
50 weihnachtlich beleuchtete Traktoren haben am Sonntag Landwirte durch Stadtlohn rollen lassen. © Ballenthin

„Die Laternenfahrt soll ein Zeichen der Ermutigung und Freude für alle Stadtlohner sein, ein echter Lichtblick“, damit hatte Wolfgang Krieger am Freitag eine Aktion angekündigt, zu der sich die Stadtlohner Landwirte entschlossen hatten. Gleichzeitig sollte der vorweihnachtliche Korso auch auf die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft hinweisen.

„Ganz Stadtlohn“ schien auf den Beinen zu sein

Die Aktion kam bestens an. Gefühlt war „ganz Stadtlohn“ auf den Beinen, um die Trecker zu sehen. Der Start war um 17 Uhr, aber ganz bewusst hatten die Initiatoren darauf verzichtet, den Startpunkt oder die Strecke der vierstündigen Tour bekannt zu geben. Menschenansammlungen in Corona-Zeiten wollten die Landwirte auf jeden Fall vermeiden und riefen im Vorfeld die Zuschauer dazu auf, Abstand zu halten.

Frohes Fest auf dem Frontlader: 50 weihnachtlich beleuchtete Traktoren haben am Sonntag Landwirte durch Stadtlohn rollen lassen.
Frohes Fest auf dem Frontlader: Auch das gab es bei der Laternenfahrt zu sehen. © Ballenthin © Ballenthin

„Viele haben den Daumen hoch gehalten“, erzählt Wolfgang Krieger erfreut am Montag. „Die Treckerfahrer haben jedem gewunken und viel gehupt, und die Kinder am Straßenrand haben sich vor Staunen fast nicht mehr eingekriegt“, erzählt die Stadtlohnerin Christin Lesker begeistert von der Aktion. „Egal, wo ich vorbeigefahren bin, da standen die Leute weit auseinander“, erzählt sie. Masken hätten allerdings nicht alle getragen.

Polizeidurchsagen wiesen aufs Maskentragen hin

Die Polizei hat den Treckerkorso am Sonntag begleitet und auch per Lautsprecher auf das Tragen der Masken hingewiesen. Die allermeisten am Straßenrand haben sich auch daran gehalten.

Aber an einigen Orten, beispielsweise am Kreisverkehr am Breul, standen einige Leute dicht an dicht. „Kaum einer trug eine Mund-Nasen-Bedeckung; von Abstandsregeln ganz zu schweigen“, ärgerte sich Franz-Josef Schulenkorff, ein Besucher aus Gescher, gegenüber der Redaktion.

„Dass einige Menschen so unvorsichtig waren, das ist einfach schade“

„Wir hatten auch zwei, drei negative Rückmeldungen“, sagte Wolfgang Krieger. „Dass einige Menschen so unvorsichtig waren, das ist einfach schade“, sagt er mit Bedauern in der Stimme. Er hofft wie seine Mitstreiter, dass die Freude überwiegt, die die Landwirte mit ihren geschmückten Treckern den Stadtlohnern gebracht haben, die mit Abstand zueinander die Laternenfahrt genossen haben.

Die hochgereckten Daumen und der Applaus am Straßenrand zeigte den Landwirten, dass viele Zuschauer verstanden haben, worum es ihnen gegangen war: Mut machen in den dunklen und unsicheren Zeiten der Corona-Pandemie.

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