Auch 2020 wurde die Erstkommunion schon unter Coronabedingungen gefeiert. Damals waren aber noch Familienfeiern in größerem Kreis möglich. © Claudia Moensters
Erstkommunion

Trotz Corona: St. Otger hält an Mai-Terminen für die Erstkommunion fest

Corona zum Trotz: St. Otger hält an den Mai-Terminen für die Erstkommunion fest. Im September werden aber in normalen Sonntagsmessen Ersatztermine angeboten. Nicht alle Eltern finden das gut.

Die Erstkommunion ist ein besonderes Fest für viele Stadtlohnerinnen und Stadtlohner. Weil die katholischen Kinder dann nach katholischem Glauben mit dem Empfang der Hostie in die Mahlgemeinschaft mit Jesus aufgenommen werden.

Aber auch weil das Fest der Erstkommunion in besonderem Rahmen gefeiert wird: mit festlichen Kommunionanzügen und weißen Kleidern, mit vielen Geschenken und Familienfeiern im großen Kreis.

So ist es Tradition und so haben es die meisten der 140 Väter und Mütter erlebt, deren Kinder in diesem Jahr in Stadtlohn zur Erstkommunion geben. Das Fest ist mit vielen Emotionen und Erinnerungen belegt. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die Coronapandemie nimmt auf Traditionen keine Rücksicht.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“

Am Wochenende haben die Eltern der 140 Stadtlohner Kommunionkinder Post vom Erstkommunion-Team erhalten. Nach Beratungen mit dem Seelsorgeteam und dem Krisenstab der Gemeinde ist die Entscheidung gefallen. „Alle Erstkommunionfeiern im Mai finden wie geplant statt.“ Das Bistum Münster hatte zuvor den Gemeinden vor Ort die Entscheidung über die Durchführung oder Absage überlassen.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Pastoralreferentin Lisa Rudde. „Wir haben uns aber gegen einen Aufschub entschieden. Wir wissen ja auch noch nicht, wie die Lage im September sein wird“, sagt Susanne Bongert, die schon seit acht Jahren ehrenamtlich in der Kommunionvorbereitung tätig ist – „einfach weil es viel Freude macht.“

Paket mit Bibel und Weihwasser zur Vorbereitung

Doch die Freude ist in diesem Jahr kleiner als sonst. Nur kontaktarm und aus der Distanz konnten sie und ihre drei Mitstreiterinnen aus dem Erstkommunion-Team zusammen mit Pastoralreferentin Lisa Rudde die Kinder auf das große Fest einstimmen.

Bibel, Weihwasser und Palmzweig: Susanne Bongert (l.) und Lisa Rudde zeigen einige Inhalte des Kommunionvorbereitungspakets. In Coronazeiten finden die Vorbereitung auf die Erstkommunion kontaktarm statt.
Bibel, Weihwasser und Palmzweig: Susanne Bongert (l.) und Lisa Rudde zeigen einige Inhalte des Kommunionvorbereitungspakets. In Coronazeiten findet die Vorbereitung auf die Erstkommunion kontaktarm statt. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Dennoch taten sie es mit großem Einsatz: Ein Paket mit einer Bibel, Weihwasser, Palmzweig, Kerze, Quiz und Bastelanleitung fand bei vielen Kindern und Eltern großen Anklang. „Es gab viele positive Rückmeldungen. Natürlich wäre es noch schöner gewesen, wenn auch in der Vorbereitung die Gemeinschaft persönlich erfahrbar geworden wäre“, so Lisa Rudde.

Die jetzt erfolgte Terminentscheidung werde auch von vielen Eltern mitgetragen. Aber nicht von allen, berichten Lisa Rudde und Susanne Borgert. „Es gibt auch kritische Stimmen. Einige Familien haben Bedenken geäußert, wie eine Feier der Erstkommunion in der Kirche und in der Familie unter den jetzt gültigen Corona-Regeln ablaufen könne.“

Familienfeiern im Mai eingeschränkt

Der Infektionsschutz in der Kirche bereitet dem Erstkommunion-Team keine Sorgen. „Wir haben ein ausgefeiltes und erprobtes Hygienekonzept“, sagt Susanne Borgert. Lisa Rudde verweist auf die Verteilung der Kommunionkinder auf elf Termine zwischen dem 1. und 30. Mai. „In der großen Otger-Kirche können an jedem Termin die 12 bis 13 Kommunionkinder mit jeweils bis zu 14 Angehörigen mit großem Abstand feiern.“

Familienfeiern im Anschluss werden dagegen wohl nur in kleinstem Rahmen möglich sein. Das frustriert manche Eltern. Lisa Rudde sagt: „Da ist Kreativität gefragt, wie so eine kleine Feier ausgestaltet werden kann. Vielleicht auch, wie so eine größere Feier dann im Sommer oder Herbst nachgeholt werden kann.“

Alternativtermine in den „normalen“ September-Gottesdiensten

Die Gemeinde bietet Familien, die sich eine Feier im Mai gar nicht vorstellen können, auch eine Alternative an: eine Feier der Erstkommunion in den „normalen“ Gottesdiensten im September nach vorheriger Anmeldung.

Aber: Die Gottesdienste im September sind nicht als besonders festliche Erstkommuniongottesdienste gestaltet. Das finden manche Eltern nicht gut. „Das können wir als ehrenamtliches Vorbereitungsteam aber leider nicht schaffen“, sagt Susanne Bongert.

„Wir nehmen die Kritik der Eltern ernst, der Schritt tut uns ja auch weh“, sagt Lisa Rudde. Auf der anderen Seite hätten sich ja auch Eltern für die Mai-Termine starkgemacht. Lisa Rudde: „Eine Mutter sagte mir: ,Bitte nehmt den Kindern das nicht auch noch weg.‘“

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Stefan Grothues

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