Übungsturm der Feuerwehr: Nachbarn wollen, dass die Stadt endlich handelt

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Der Übungsturm der Feuerwehr erregt nach wie vor die Gemüter von Anwohnern. Sie warten auf Bäume und eine Neugestaltung. Die Stadt hat Pflanzaufträge vergeben. Der Architekt rät zu Geduld.

Stadtlohn

, 27.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gut 7,5 Millionen Euro investierte die Stadt in die neue Feuer- und Rettungswache, die vor einem halben Jahr eröffnet wurde. Die 115 freiwilligen Feuerwehrleute sind mit ihrem modernen Domizil rundum zufrieden. Die Nachbarn am Steinkamp und am Starenweg sind es nicht. „Wir sind echt sauer“, sagt Rolf Neißer. Die Nachbarn fühlen sich vergessen. Die Stadt sagt, dass das mitnichten so sei.

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Nach wie vor ist der 14 Meter hohe Übungsturm aus Beton den Anwohnern ein Dorn im Auge. Sie nennen ihn eine „optische Zumutung“. Dass er bleibt, ist den Nachbarn schon seit der Errichtung vor einem halben Jahr klar. Aber sie haben gehofft, dass die von der Stadt in Aussicht gestellte Gestaltung des Übungsturms und des Umfeldes eine Verbesserung schaffen. „Aber es passiert einfach nichts mehr. Wir haben keine Ahnung, warum das so ist“, sagt Andreas Hilbert, der am Steinkamp wohnt.

Anwohner werfen der Stadt Untätigkeit vor

Vor einem halben Jahr wähnten sich die Nachbarn auf einem guten Weg. Es gab Gespräche mit der Stadt über Baumpflanzungen auf dem Gelände der Feuerwache. Die Anwohner konnten mitbestimmen, wie die Neuanpflanzung von zwölf Bäumen und die Einfriedung des Areals aussehen sollen. Und Bürgermeister Helmut Könning stellte in Aussicht: „Der Turm wird noch anders gestaltet werden, allerdings nicht mehr pünktlich zur Eröffnung der Feuer- und Rettungswache.“

Ein halbes Jahr später sagt Rolf Neißer: „Die Stadt macht nichts. Die denken wohl, wir gewöhnen uns an den Anblick. Aber das tun wir nicht. Wir ärgern uns jeden Tag darüber.“ Über 40 Jahre nach seinem Hausbau denkt Rolf Neißer jetzt sogar über einen Umzug und den Verkauf seines Grundstücks nach. „Aber das Grundstück wäre ja angesichts des Turms nur schwer zu verkaufen“, sagt er.

Auftrag für Baumpflanzung ist schon vergeben

„Die Stadt hat ihre Zusagen keineswegs vergessen“, sagt der Erste Beigeordnete Günter Wewers. Tatsächlich seien die ersten Schritte schon getan. „Wir haben einen Pflanzauftrag an eine Gartenbaufirma vergeben. Die Bäume werden auf jeden Fall noch in dieser Pflanzperiode gepflanzt.“ Außerdem seien noch weitere Gespräche mit den Anwohnern über genaue Standorte der Bäume geplant. Wann? „In den nächsten 14 Tagen“, sagt Günter Wewers. Er verspricht: „Wir werden auch wirklich große Bäume pflanzen, die die freie Sicht auf den Turm unterbrechen.“

Turmbegrünung würde Übungen erschweren

Und was ist mit der Umgestaltung des Turmes? Anwohner Andreas Hilbert hat klare Vorstellungen: Man müsste den Turm so verkleiden, dass er sich an das Ziegelmauerwerk der Feuerwache anpasst. Seiner Meinung nach sollte der Sockelbereich zusätzlich begrünt werden.

Dazu sagt Günter Wewers: „Die Feuerwehr braucht den Turm unter anderem auch für Abseilübungen. Die würden durch eine Begrünung behindert.“ Ansonsten gebe es zur Turmgestaltung unterschiedliche Ansätze, von einer Bemalung bis zur Fassadenverkleidung mit Riemchen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Sichtbeton gehört zum architektonischen Konzept

Architekt Maik Horst, der 2015 den Architektenwettbewerb für den Neubau der Feuer- und Rettungswache gewonnen hatte, sprach sich auf Anfrage unserer Redaktion gegen Schnellschüsse bei einer möglichen Umgestaltung aus. Der Sichtbeton des Turmes füge sich in das architektonische Konzept der Feuerwache ein. Horst: „Wir haben uns nach den Reaktionen der Nachbarn auch Gedanken gemacht. Die Entscheidung liegt beim Bauherrn. Wenn man eine Umgestaltung will, dann kann ich nur empfehlen, ein vernünftiges Konzept von Profis erstellen zu lassen.“ Schließlich habe die Feuer- und Rettungswache auch eine städtebauliche Bedeutung.

Architekt empfiehlt eine Wartezeit

Der Architekt hält aber noch einen anderen Rat bereit: ein wenig Geduld und Gelassenheit. „Ich glaube, wenn die Grünanlagen hergerichtet und die Bäume gepflanzt sind, dann ergibt sich auch für die Nachbarn ein ganz neues Gesamtbild.“ Wer selbst schon einmal einen Garten angelegt habe, der wisse aber, dass man dafür schon mal zwei Jahre abwarten müsse. Maik Horst empfiehlt daher: „Solange sollte man eine Entscheidung noch zurückstellen.“

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