Ulrich Garvert hilft Erdbebenopfern

Erfolgreiche Spenden-Aktion

Sechs Jahre ist es bereits her, dass Ulrich Garvert als Austausschüler Ecuador besucht hat. Doch der Kontakt ist nie abgebrochen. Als im April in der dortigen Küstenregion ein schwereres Erdbeben mehr als 650 Menschen das Leben gekostet hatte, zögerte der Stadtlohner nicht lange und akquirierte Spenden.

STADTLOHN

von Johannes Schmittmann

, 25.12.2016, 10:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die endgültigen Zahlen sind noch immer nicht geklärt. Die ecuadorianische Regierung sprach zuletzt von 663 Todesopfern und 27 732 Verletzten, die das schwere Erdbeben im April forderte - mindestens.

Der 24-jährige Ulrich Garvert nahm das zum Anlass, mit zwei seiner damaligen Weggefährten eine Spendenaktion für die betreffende Region ins Leben zu rufen. Eine Schweizerin und ein weiterer Deutscher waren ebenfalls im Schuljahr 2009/2010 als Austauschschüler in Ecuador - anders als Ulrich Garvert sogar in der Küstenregion selbst - bei Gastfamilien untergebracht.

Kontakt nie abgerissen

Dass sich die drei, trotz der räumlichen Distanz, vor Ort kennengelernt haben, liegt darin begründet, dass sie ihren Austausch über einen Rotary Club abwickelten. Auch nach ihrer Deutschland-Rückkehr riss der Kontakt nicht ab, da sie ihre Erfahrungen in einem Programm ehemaliger Austausschüler mit anderen teilten.

Nachdem dann die Meldungen von der Naturkatastrophe um die Welt gegangen waren, setzten sie sich im Sommer zusammen und planten ihr Projekt. Ein Punkt, der auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, stand bereits früh fest: Die gesammelten Gelder sollten nicht direkt zur betroffenen Region fließen, sondern über Ulrich Garverts Kontakte in Latacunga weitergeleitet werden.

Keine Schnellschüsse

Dies sei aber auf keinen Fall als Zeichen fehlenden Vertrauens zu bewerten, sondern nur einem Zweck dienen: Objektivität bei der Spendenaufteilung. "Es besteht einfach die Gefahr, dass aus der Not heraus Schnellschüsse getätigt werden, die nicht nachhaltig sind. Das ist doch bei einem solchen Thema völlig normal", erklärt Ulrich Garvert das Vorgehen.

Sein damaliger Gastvater ist Mitglied im Rotary Club Latacunga, der federführend bei der Verteilung sein wird. Ein besonderer Fokus wird bei dem Projekt auf den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur und der Förderung von sauberem Trinkwasser gelegt. Das erste Geld floss in die Reparatur einer Schule. Aktuell liegt der Spendenstand bei 84000 Euro - inklusive der 2000 Euro, die der Rotary Club Stadtlohn Hamaland nun symbolisch überreicht hat.

Außergewöhnliches Engagement

"Ulrich Garvert hat uns in einem Vortrag die Problematik dargelegt. Wir waren sofort bereit, unseren Teil zur Hilfe beizutragen", erläutert Carolin Hambrügge vom örtlichen Rotary Club. Sie sieht das außergewöhnliche Engagement von Ulrich Garvert als Zeichen dafür, wie wichtig Auslanderfahrungen für junge Menschen sind: "Sie prägen die Persönlichkeit."

Deshalb sucht der Rotary Club Hamaland Stadtlohn auch jährlich wenigstens zwei Schüler, die an dem Austauschprogramm teilnehmen. Seit der Umstellung des Schulsystems auf G8 sei es aber gar nicht mehr so leicht Schüler für das Projekt zu finden. Carolin Hambrügge erklärt aber auch einen Vorteil: "Immer mehr Realschüler finden den Weg in unser Programm. Das gab es früher kaum.

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