Umweltpreis der Stadt geht an Losbergschüler und Kinder des St.-Nikolaus-Kindergartens

mlzUmweltpreis Stadt Stadtlohn

Losbergschüler und Kinder des St.-Nikolaus-Kindergartens sind mit dem Umweltpreis der Stadt Stadtlohn ausgezeichnet worden. Die Nachhaltigkeit der jeweiligen Projekte überzeugte die Jury.

Stadtlohn

, 24.01.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein ungewohntes Bild am Mittwochmorgen im großen Sitzungssaal des Rathauses: Kinder und Jugendliche sitzen auf den Plätzen der Politiker, vor ihnen stehen Donuts, Muffins, Limo und Wasser. Es gibt etwas zu feiern: Alle zwei Jahre verleiht die Stadt Stadtlohn den Umweltpreis – und diesmal sind die Preisträger recht jung.

Ungewöhnliche Besetzung und mit Muffins, Donuts, Limo und Wasser ungewöhnliches Catering auf den Plätzen der Kommunalpolitiker im Ratssaal: Kindergartenkinder und Schüler hatten bei der Verleihung fes Umweltpreises dort Platz genommen.

Ungewöhnliche Besetzung und mit Muffins, Donuts, Limo und Wasser ungewöhnliches Catering auf den Plätzen der Kommunalpolitiker im Ratssaal: Kindergartenkinder und Schüler hatten bei der Verleihung fes Umweltpreises dort Platz genommen. © Anne Winter-Weckenbrock

„Herausragende Leistungen für die Förderung und Achtung der Umwelt“ werden mit dieser Auszeichnung gewürdigt, die die Stadt Stadtlohn alle zwei Jahre vergibt. Einstimmig, so erklärte es Bürgermeister Helmut Könning den Gästen am Mittwoch, habe der Rat beschlossen, den Preis dieses Mal zu teilen. Es gab nur die zwei Bewerbungen von der Schulgartengruppe der Losbergschule und von der Sonnenscheingruppe des St.-Nikolaus-Kindergartens. Der große Ideenreichtum und das große Engagement beider Bewerbern hätten die Kommunalpolitiker überzeugt – und beide sollten ausgezeichnet werden. Das Preisgeld von 1500 Euro teilen sie sich auf, dazu gab es eine Urkunde.

Hochwasser zerstörte den Schulgarten

Das Hochwasser hatte im Jahr 2016 den Schulgarten an der Losbergschule zerstört. So machte es sich die Schule zur Aufgabe, den Garten nachhaltig und naturnah wieder aufzubauen. Es gibt Hochbeete mit Trockenmauern, ein Teil des Gemüses darf schießen und blühen, damit auch die Tierwelt etwas davon hat. Pflanzenschutz wird nur mit natürlichen Mitteln betrieben, mit Knoblauch, Zwiebeln, Ringelblumen und Tagetes sorgen die Losbergschüler dafür, dass von der Ernte etwas übrig bleibt und nicht nur die sogenannten Schädlinge sich daran gütlich tun.

Die Achtklässler und ihre Lehrkräfte, die sich um den naturnahen Garten der Losbergschule kümmern, und die Kinder der Sonnenscheingruppe des St.-Nikolaus-Kindergartens und ihre Erziherinnen, die sich im Kindergartenalltag mit Natur und Tieren beschäftigen, wurden am Mittwoch mit dem Uweltpreis der Stadt Stadtlohn ausgezeichnet. Bürgermeister Helmut Könning, Vertreter der Stadtverwaltung und der Ratsfraktionen gratulierten den Kindern und Jugendlichen.

Die Achtklässler und ihre Lehrkräfte, die sich um den naturnahen Garten der Losbergschule kümmern, und die Kinder der Sonnenscheingruppe des St.-Nikolaus-Kindergartens und ihre Erziherinnen, die sich im Kindergartenalltag mit Natur und Tieren beschäftigen, wurden am Mittwoch mit dem Uweltpreis der Stadt Stadtlohn ausgezeichnet. Bürgermeister Helmut Könning, Vertreter der Stadtverwaltung und der Ratsfraktionen gratulierten den Kindern und Jugendlichen. © Stadt Stadtlohn

Vincent Aloisbröcker ist einer der Achtklässler, der sich für die Schulgartengruppe als Wahlpflichtunterrichtsfach entschieden hat und jetzt dafür geehrt wird. Im Gespräch mit der Redaktion erklärt er, was er gut findet an der Gartenarbeit immer montags in der fünften und sechsten Stunde: „Man ist viel an der frischen Luft und arbeitet mit anderen zusammen“, zählt er auf. Und dass es interessant sei zu sehen, wie alles so wächst. „Das Gemüse dürfen wir mit nach Hause nehmen. Und die Schulküche braucht es auch“, sagt er. Einen frischen Salat aus dem Schulgarten zuhause auf dem Esstisch – der 13-Jährige weiß, was der enorme Vorteil ist: „Wenn man Salat im Supermarkt kauft, dann weiß man ja nicht, ob der vielleicht gespritzt wurde.“

Die Achtklässler der Losbergschule können sich für die Arbeit im Schulgarten als Wahlpflichtsunterrichtfach entscheiden.

Die Achtklässler der Losbergschule können sich für die Arbeit im Schulgarten als Wahlpflichtsunterrichtfach entscheiden. © Wellmann/Losbergschule

Lisa Jansen, Kirsten Jüschke und Mark Ueding setzen sich als Lehrkräfte für den Schulgarten ein und haben ihre Schüler zur Preisverleihung begleitet. „Auf unserer Streuobstwiese haben wir auch Blühstreifen angelegt. Die Stadt hatte ja allen Interessierten eine Samenmischung angeboten“, erzählt Lisa Jansen. So summte und brummte es im Garten und auf der Streuobstwiese diesen Sommer.

Apropos Sommer 2018 – die Dürre: „In den Ferien sind die Schüler zum Garten gekommen, um zu gießen“, erzählt Kirsten Jüschke, „die sind Feuer und Flamme.“ Also geht der Einsatz weit über das Wahlpflichtunterrichtsfach hinaus. Insektenhotels, Vogelhäuschen und im Technikunterricht gebaute Futterhäuschen machen den nachhaltigen Garten komplett.

Umgang mit Natur, Umwelt und Tieren fest verankert

„Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“ – dieser Satz fasst zusammen, was die Kinder im St.-Nikolaus-Kindergarten preisverdächtig macht. Im Jahreskreis und im Kirchenjahr sei der Umgang mit Natur, Umwelt und Tieren fest verankert, hatten die Kindergartenleiterin Agnes Icking, Marion Rahms als Gruppenleiterin und Carolin Stapelbroek als Erzieherin in die Bewerbung geschrieben. Und das auf durchaus vielfältige Art.

Im St.-Nikolaus-Kindergarten werden Hühner gehalten. Die Eier einzusammeln, ist auch Aufgabe der Kinder.

Im St.-Nikolaus-Kindergarten werden Hühner gehalten. Die Eier einzusammeln, ist auch Aufgabe der Kinder. © Kindergarten St. Nikolaus

Kontinuierlich da sind die Hühner, die der St.-Nikolaus-Kindergarten hält. Auch das Schlüpfen und Aufwachsen der Küken können die Kinder verfolgen. Hunde, Pferde und Ferkel waren schon zu Gast im Kindergarten, die Kinder selbst machten sich auf den Weg und besuchten einen Imker oder informierten sich auf einem Bauernhof über die artgerechte Haltung von Nutztieren.

Eigene Tomatenernte fürs Frühstück

Die Früchte aus den Tomatenpflanzen, die im Kindergarten wachsen und gedeihen, werden vor Ort zum Frühstück genossen, auch die Kinder sehen, wo ihr Essen herkommt. Und haben sogar schon selbst Frischkäse hergestellt, wie Bürgermeister Helmut Könning aus der Bewerbung zitierte.

Im St.-Nikolaus-Kindergarten werden Hühner gehalten. Die Eier einzusammeln, ist auch Aufgabe der Kinder.

Im St.-Nikolaus-Kindergarten werden Hühner gehalten. Die Eier einzusammeln, ist auch Aufgabe der Kinder. © Kindergarten St. Nikolaus

Einen Tag in der Woche verbringt die Sonnenscheingruppe im Wald und auch beim Umwelttag der Stadt ist der Kindergarten dabei, wenn es darum geht, den Müll aus der Landschaft zu entfernen. „All das ist wichtig, es prägt das Leben und überzeugt die Kinder, sich einzusetzen“, betonte der Bürgermeister in seiner Rede. So fand er den Satz auch passend, den die Erzieherinnen in die Bewerbung aufgenommen hatten: „Unsere Kinder sind die Bürger von morgen.“

Die Preisträger dürfen auch künftig etwas für die Umwelt tun: Einen Anzuchttopf mit einer Blumensamen-Mischung gab es für jeden als kleine Anerkennung, auch für Vincent Aloisbröcker (l.) und Ben Resing von der Losbergschule.

Die Preisträger dürfen auch künftig etwas für die Umwelt tun: Einen Anzuchttopf mit einer Blumensamen-Mischung gab es für jeden als kleine Anerkennung, auch für Vincent Aloisbröcker (l.) und Ben Resing von der Losbergschule. © Anne Winter-Weckenbrock

Alle Preisträger können übrigens auch im nächsten Frühjahr wieder Pflanzen beim Wachsen und Gedeihen zuschauen: Für jeden gab es von der Stadt als kleines Dankeschön ein Tütchen voller Blumensamen. „Ein Stück schwäbische Alb“ für sechs Quadratmeter – dort, wo diese Mischung blüht, ist ein Preisträger zuhause.

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