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Die Planungen für den Radweg nach Gescher müssen energischer vorangetrieben werden, meint die UWG. Ein erstes Teilstück am Breul sollte notfalls auch ohne Landeszuschüsse gebaut werden.

Stadtlohn

, 08.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Ulrich Rathmer ist ein leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Er ist sogar schon von Stadtlohn bis nach Berlin geradelt. Nur auf dem direkten Weg von Stadtlohn in die Nachbarstadt Gescher fühlt er sich unwohl „Da fahre ich lieber einen Umweg über den Immingfeldweg“, erzählt der pensionierte Polizeibeamte. Der Radweg an der L 608 endet am Kreisverkehr Breul. Ab da wird die Zweiradfahrt in Richtung Gescher zur Mutprobe. Zu hoch ist das Verkehrsaufkommen, zu dicht fahren Pkw und Lkw an den Radfahrern vorbei. „Da sehe ich eine hohe Priorität für den Radwegebau. Sicherheit muss an erster Stelle stehen“, sagt Ulrich Rathmer und nennt als Vorbild die Radwege in den Niederlanden.

UWG drängt auf vorgezogenen Radwegeausbau am Breul

Ulrich Rathmer radelt am Breul stadtauswärts. Im Hintergrund ist zu erkennen, dass der vorhandene Radweg lediglich zumeist nur durch eine Markierung von der Straße abgetrennt ist. © Markus Gehring

„Wie geht es eigentlich mit dem geplanten Radwegebau entlang der L 608 von Stadtlohn nach Gescher voran?“, wollte der UWG-Fraktionsvorsitzende Erwin Plate in der jüngsten Ratssitzung wissen. Die Antwort des Bürgermeisters stellte ihn nicht zufrieden. „Wir stehen auf der Warteliste für NRW-Fördermittel – aber leider noch auf den weniger aussichtsreichen Plätzen“, hatte Bürgermeister Helmut Könning in der Ratssitzung geantwortet.

UWG: Teilabschnitt bis zum Kreisverkehr Breul vorziehen

„Es muss endlich etwas geschehen“, erklärte Erwin Plate am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Er sieht dringenden Handlungsbedarf vor allem auf dem etwa einen Kilometer langen Straßenabschnitt zwischen der Firma Kemper und dem Kreisverkehr Breul. „Das ist ein überaus stark frequentierter Bereich. Nicht nur Kemper-Mitarbeiter sind dort unterwegs, sondern auch viele Schüler auf dem Fahrrad.“ Dort ist zwar ein Radweg ausgeschildert. Er verläuft aber direkt an der L 506 und ist lediglich durch eine Markierung abgetrennt. Plate: „Da müsste die Stadt eigentlich sofort tätig werden, notfalls auch ohne auf die Landesmittel zu warten.“

Täglich pendeln über 1000 Berufstätige zwischen Stadtlohn und Gescher

Über 1000 Menschen pendeln täglich auf ihrem Weg zur Arbeit zwischen Stadtlohn und Gescher. Das Landesamt für Statistik nennt die genauen Zahlen: Im Jahr 2017 fuhren täglich 558 Stadtlohner zur Arbeit nach Gescher. Gleichzeitig fuhr 566 Gescheraner zur Arbeit nach Stadtlohn. Hinzu kommen zumindest in den Sommermonaten auch etliche Schüler aus Gescher, die das Gymnasium in Stadtlohn besuchen.

„Wir als UWG haben uns schon 2011 für den Bau des Radwegs nach Gescher eingesetzt“, sagt Erwin Plate. Er ist überzeugt davon, dass mancher Pendler, der zurzeit noch mit dem Pkw zur Arbeit fahre, auch auf das Fahrrad oder E-Bike umsteigen würde, wenn es einen direkten und sicheren Radweg geben würde.

UWG drängt auf vorgezogenen Radwegeausbau am Breul

Am Kreisverkehr Breul bietet ein Radweg noch Schutz, doch die direkte Weiterfahrt nach Gescher ist nur mit eingeschränkter Sicherheit möglich. © Markus Gehring

Von der St.-Otger-Kirche in Stadtlohn bis zur St.-Pankratius-Kirche in Gescher sind es auf direktem Weg entlang der vielbefahrenen Landstraße 7,7 Kilometer. Wer die sicherere Variante über den Immingfeldweg und weniger befahrene Wirtschaftswege wählt, muss 9,1 Kilometer fahren.

Alle Ratsfraktionen wollen den Radweg

Politisch umstritten ist der Radwegebau in Stadtlohn nicht. 2017 beschloss der Rat einstimmig auf Antrag der CDU, 10.000 Euro Planungskosten für die Strecke Stadtlohn-Gescher in den Haushalt einzustellen. Was ist seither geschehen?

„Wir haben Gespräche mit StraßenNRW geführt“, sagt Günter Wewers, Sprecher der Stadt Stadtlohn. Dabei gab es eine gute Nachricht: Von 2017 bis 2019 machte das Radwegprojekt auf der Rangliste einen großen Sprung von Platz 29 auf Platz 20. Allerdings wird es in diesem Tempo nicht weitergehen. „Die Baupreise haben stark angezogen. Daher werden wir in nächster Zeit auf der Rangliste wohl nur noch in kleinen Schritten vorrücken“, sagt Günter Wewers. Wann die Stadt mit Fördermitteln für den Radweg an der L 608 rechnen kann, sei noch nicht abzusehen.

CDU: Die Kosten im Blick behalten

Helmut Stowermann, Fraktionsvorsitzender der CDU, sieht nach wie vor eine hohe Dringlichkeit für den Radwegebau. „Wir sollten die direkte und schnellste Verbindung für Radfahrer nach Gescher sicherer machen.“ Stowermann sagt aber auch: „Wir müssen aber auch die Kosten im Blick behalten.“ Er sieht einen Verzicht auf Landesmittel und einen vorgezogenen Baustart im ersten Abschnitt bis zum Kreisverkehr skeptisch. „Ich sehe da keine schnelle Lösung. Wenn es aber vorab eine sinnvolle Verbesserungsmöglichkeit geben sollte, die nicht zu teuer ist, dann würden wir uns dem nicht verschließen.“

Laut Wewers will StraßenNRW im innerstädtischen Bereich die farbige Markierung der Radwege auf dem Mehrwegstreifen im innerstädtischen Bereich überprüfen und gegebenenfalls erneuern.

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