Verbindendes und Trennendes zwischen Religionen

Christentum und Islam

STADTLOHN Ein gläubiges, starkes und kritisches Christentum bildet die Grundlage für einen guten Dialog mit dem Islam. So formulierte es Pfarrer Stefan Jürgens im Wortgottesdienst und leitete damit über zum anschließenden Glaubensgespräch, zu dem zahlreiche Interessierte ins Pfarrzentrum St. Joseph gekommen waren.

06.10.2009, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pfarrer Jürgens referierte beim Glaubensgespräch.

Pfarrer Jürgens referierte beim Glaubensgespräch.

Diese Aufgabe übernähmen die Gelehrten an den Hochschulen der muslimischen Länder. Ihnen – den Vertretern eines modernen Islam – sollte man mehr vertrauen als manchen Predigern, die ihre Religion nur für politische Zwecke missbrauchten. Muslime seien zumeist sehr gläubig, das habe er bei Besuchen in Moscheen auf beeindruckende Weise erfahren, so der Referent; zudem seien sie äußerst gastfreundlich und würden gerne von ihrem Glauben erzählen. Viele Muslime seien jedoch der Meinung, dass Christen ihre Religion nicht richtig leben würden und empfänden deshalb den Westen als dekadent.

Im Hinblick auf die Integration müsse für die in Deutschland lebenden Muslime sowohl der Religionsunterricht als auch die Predigt in deutscher Sprache gefordert werden. Dies behindere ihre je eigene religiöse Identität nicht, so Jürgens. Für Christen bestehe die Aufgabe, ihrem eigenen Glauben mehr Tiefe und ihrer Glaubenspraxis mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, um im interreligiösen Dialog ernst genommen zu werden.

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