Verein erfüllt kranken Kindern ihren größten Wunsch

Aktion Kind

Einem schwer kranken Kind einen Herzenswunsch zu erfüllen, kann auch schon mal länger als ein Jahr dauern. Das Lächeln des Kindes und auch das der Familienangehörigen sei dann aber Lohn für all die Mühen bis zum Tag der Wunscherfüllung, berichten Ute Tenbrink, Lisa Veeh und Paul Bußhoff von „Aktion Kind“ aus Stadtlohn übereinstimmend.

STADTLOHN

, 03.01.2016, 18:25 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Verein hat sich im Jahr 2008 gegründet. Ziel seiner mittlerweile 65 Mitglieder ist es heute, Kindern, für die nach ärztlicher Einschätzung durch Krankheit oder Behinderung dauerhaft keine Hoffnung auf ein unbeschwertes Leben besteht, einen Herzenswunsch zu erfüllen. Ursprünglich als Verein für Stadtlohner Kinder gedacht, hat sich schnell herausgestellt, dass es auch in den Kommunen rund um Stadtlohn Kinder gibt, die sich über die Erfüllung eines Herzenswunsches freuen.

„Bis zum Jahresende haben wir 49 Kindern einen Herzenswunsch erfüllt“, berichtet Geschäftsführerin Lisa Veeh. „Bei unserer Gründung sind wir davon ausgegangen, dass wir maximal drei bis vier Wünsche im Jahr erfüllen können. Das sind schon ein paar mehr geworden“, freut sich Veeh. Und Ute Tenbrink, stellvertretende Vorsitzende ergänzt, dass der Vorstand des Vereins auf zehn Mitglieder erweitert werden musste, um überhaupt so viele Herzenswünsche erfüllen zu können. Das hat einen Grund: Zwei Vorstandsmitglieder begleiten einen Herzenswunsch bis zu dessen Erfüllung. Ob ein Wunsch von dem Verein erfüllt wird, berät der Vorstand. Dabei wird er von einem Stadtlohner Kinderarzt beraten. Als weiterer Schritt folgt dann ein persönliches Kennenlernen. Dabei wird auch nachgehört, ob es sich tatsächlich um einen Herzenswunsch des Kindes oder eher der Eltern handelt. Auch das hat es schon gegeben.

Manche Wünsche sind schnell zu erfüllen, berichtet Paul Bußhoff, Pressesprecher des Vereins. Innerhalb von zwei Tagen hatte der Verein beispielsweise einen längeren Rundflug über das Münsterland organisiert. Der Besuch eines Kindes bei der Filmproduktion von Cobra 11 und das Gespräch mit den Schauspielern brauchte über ein Jahr Vorlauf. „Die bieten nur zwei bis drei Termine im Jahr für Besuche an – meist sehr kurzfristig. Und dann muss es bei dem Kind passen“, schildert Lisa Veeh, dass oft ein langer Atem nötig ist.

Rundum-Sorglos-Paket

Der Besuch bei einem Bundesliga-Verein wie dem BVB in Dortmund, Schalke 04 (Tenbrink: „Die sind sehr sozial, da bezahlen wir nichts“), den Bayern in München oder eine Fahrt ins Lego- oder Disneyland sind Wünsche, für die der Verein ein „Rundum-Sorglos-Paket“ schnürt, erklärt Paul Bußhoff. „Das geht bis zum reservierten Parkplatz“, meint Ute Tenbrink und Lisa Veeh ergänzt, dass es dann mit der ganzen Familie zur Wunscherfüllung geht: „Auch die Familie soll den Tag genießen können und sich um nichts kümmern müssen.“

Wichtig sei es dabei, die Geschwisterkinder mit einzubeziehen. Allzu oft seinen diese eher „Schattenkinder“, weil sich im täglichen Familienleben alles um das kranke oder behinderte Kind drehe.

Spenden

Der Verein finanziert solche Aktionen durch Spenden. „Die gehen komplett an die Kinder“, betont Ute Tenbrink. Etwas traurig ist sie, dass es schon mal zu Verwechslungen kommt. In Münster gibt es einen Verein „Herzenswünsche“, der mit dem gleichen Anliegen wie die Stadtlohner unterwegs ist. „Da sind schon Gelder hingegangen, die für uns gedacht waren“, meint Tenbrink, dass dann auch der Spender überrascht war.

Wie schnell ganz viel Geld für einen Herzenswunsch gebraucht wird, schildert Lisa Veeh. „Häufig kommt der Wunsch nach einem Spezialfahrrad für das Kind. So ein Rad kostet zwischen 8000 und 11 000 Euro“, erklärt die Geschäftsführerin. Doch auch so ein Herzenswunsch wird erfüllt, „weil dann die Familie wieder etwas als Familie unternehmen kann“.

Dabei ist ein Ziel des Vereins, möglichst unkompliziert zu helfen. „Viele betroffene Familien kennen das anderswo eigentlich nur, dass sie gebetsmühlenartig Anträge stellen müssen. – Die Leute können häufig einfach nicht glauben, dass wir das einfach machen“, schildert Veeh.

Für die Familie Entlastung bringen und dem Kind einen Herzenswunsch erfüllen. Für die Mitglieder der Aktion Kind ist der Aufwand dafür manchmal recht groß, „doch der lohnt sich, es macht unheimlich viel Spaß“, meint Paul Bußhoff. „Wir werden immer belohnt, nicht nur durch das betroffene Kind, sondern auch durch die Geschwister und Eltern“, beschreibt Ute Tenbrink, dass die Freude über die Erfüllung eines Herzenswunsches jedesmal groß ist.

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