„Viele Schiffe mit einem Ziel“

Kunstaktion

Großen Zuspruch fand das Angebot der Interkulturellen Woche, an zwei Nachmittagen gemeinsam Boote zu bauen und Bilder zu malen unter Leitung der Stadtlohner Künstler Uwe Esperester und Ferdi Schreiber, alles unter der Überschrift "Viele Schiffe mit einem Ziel!". Veranstalter waren das Jugendwerk und die Jugendkulturwerkstatt Stadtlohn. Tatkräftig unterstützt wurden die beiden Künstler von Valerina Fischer und Reyhan Ciftci, beide beim Jugendwerk tätig.

STADTLOHN

, 02.10.2015, 15:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Viele Schiffe mit einem Ziel“

Bilder für die Installation am Berkelufer

Bei herbstlich-sonnigem Wetter hämmerten, sägten, malten und bastelten knapp 20 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren an ihren Werken im Hof des Schülercafes "Jump in". Die meisten kamen aus Syrien, aber auch aus Serbien, Bulgarien, Russland, Armenien und Tschetschenien.

Neue Freunde gefunden

Zurückhaltend beteiligte sich Tatiyana Ivanovi (14) aus Serbien an der Aktion. "Jetzt habe ich neue Freunde gefunden", freute sich Tatiyana in gut verständlichem Deutsch, obwohl sie erst seit vier Monaten in Deutschland ist. Fast alle haben mittlerweile die Sprache ihrer neuen Heimat gelernt, doch wenn das Temperament mit ihnen durchbrannte, ging es nur noch in der Muttersprache.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

"Viele Schiffe mit einem Ziel!"

"Viele Schiffe mit einem Ziel!" war der Titel eines Kunstprojekts für Kinder Juendliche, die auf der Flucht waren und in Stadtlohn gelandet sind. Veranstalter waren das Jugendwerk und die Jugendkulturwerkstatt Stadtlohn.
02.10.2015
/
Bilder für die Installation am Berkelufer© Elvira Meisel-Kemper
Erste Vresucher, die Boote zu Wasser zu lassen, um die Schwimmfähigkeit zu testen.© Elvira Meisel-Kemper
Kanuten des Kanusportvereins Stadtlohn setzten mit den Kindern die Boote an einer Sammelstelle auf dem Wasser der Berkel aus.© Elvira Meisel-Kemper
Die Boote auf der Berkel sind eine Woche lang zu sehen.© Elvira Meisel-Kemper
Kanuten des Kanusportvereins Stadtlohn setzten mit den Kindern die Boote an einer Sammelstelle auf dem Wasser der Berkel aus.© Elvira Meisel-Kemper
Kanuten des Kanusportvereins Stadtlohn setzten mit den Kindern die Boote an einer Sammelstelle auf dem Wasser der Berkel aus.© Elvira Meisel-Kemper
, Die Teilnehmer mit den Künstlern Uwe Esperester (3.v.re.) und Ferdi Schreiber (6.v.li.), Reyhan Ciftci (re) und Valerina Fischer (3.v.li., beide Jugendwerk Stadtlohn) und Karl-Heinz Levers (10.v.li.) und Berthold te Vrugt (11.v.re., beide Jugendkulturwerkstatt Stadtlohn) am Ufer der Berkel mit Booten und Bildern© Elvira Meisel-Kemper
Bootssammelstelle am Ufer der Berkel© Elvira Meisel-Kemper
Bootssammelstelle am Ufer der Berkel© Elvira Meisel-Kemper
Bilder und Boote am Jump-In© Elvira Meisel-Kemper
Reyhan Ciftci (Jugendwerk Stadtlohn), Uwe Esperester (Künstler), Valerina Fischer (Jugendwerk Stadtlohn) und Ferdi Schreiber (Künstler) mit halbfertigen Arbeiten© Elvira Meisel-Kemper
Halbfertige Arbeiten mit syrischer Flagge© Elvira Meisel-Kemper
Uwe Esperester (re) und Ferdi Schreiber (Mi) mit den Teilnehmern© Elvira Meisel-Kemper
Ferdi Schreiber (re) mit den Teilnehmern© Elvira Meisel-Kemper
Ferdi Schreiber (re) mit den Teilnehmern© Elvira Meisel-Kemper
© Elvira Meisel-Kemper
Kanuten des Kanusportvereins Stadtlohn setzten mit den Kindern die Boote an einer Sammelstelle auf dem Wasser der Berkel aus.© Elvira Meisel-Kemper
Kanuten des Kanusportvereins Stadtlohn setzten mit den Kindern die Boote an einer Sammelstelle auf dem Wasser der Berkel aus.© Elvira Meisel-Kemper
Gerüst wird die Bilder wird gebaut, Ferdi Schreiber auf der Leiter, Uwe Esperester daneben© Elvira Meisel-Kemper
Schlagworte Stadtlohn

Mit Geduld und Einfühlungsvermögen gingen Schreiber und Esperester damit um. "Die multikulturelle Kommunikation ist schon eine große Herausforderung", fasste Schreiber gelassen und lächelnd seine Erfahrung zusammen. Mangelnde Konzentration und geringe Geduld erklärte er sich mit den Traumata der Flucht und den Erlebnissen in ihrer Heimat.

Boote auf der Berkel

Asisa Sheikh Ameen (15) stammt aus Syrien und lebt wie die meisten seit einem Jahr in Stadtlohn. "Ich habe ein Schiff und eine syrische Flagge auf ein Holzstück gemalt", bekannte das junge Mädchen. Lividona Zeyiri (15) malte ihren Namen auf ein Gemälde: "Praktisch zu arbeiten, hat Spaß gemacht.

Am Ende des zweiten Nachmittags ging es mit Bildern und Booten an die Berkel. Bunt bemalte Stäbe wurden in die Erde gerammt. An ihnen wurden die gemalten Bilder befestigt. Khadar Ahmad (14) aus Syrien testete gleich, ob das Boot, das er mit anderen Jugendlichen gebaut hatte, schwimmfähig war. "Das war gut, dass wir das zusammen gebaut haben", freute sich Khadar, als das Boot schwamm.

Mitglieder des Kanusportvereins Stadtlohn fuhren die Teilnehmer mit ihren Booten zu einer Anlegestelle mitten auf der Berkel, wo sie die Boote fest machten.

Sichtbares Erfolgszeichen

Berthold te Vrugt und Karl-Heinz Levers, beide von der Jugendkulturwerkstatt, kamen zum Schlussevent und waren beeindruckt. "Es wird ein Folgeprojekt geben, das über 18 Monate laufen soll", versicherte Levers. Genaueres stehe spätestens im Dezember fest. Für eine Woche schaukeln die bunten Boote auf der Berkel gegenüber dem Schwimmbad. Genauso lange sind die Bilder am nahen Ufer zu bestaunen als sichtbare Zeichen des Erfolgs des Workshops.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt