Wegen Corona: Betrieb am Flugplatz Stadtlohn-Vreden läuft auf Sparflamme

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Für Piloten sind die sonnigen, trockenen Tage eigentlich ein Traum. Doch statt Hochbetrieb läuft der Flugplatz Stadtlohn-Vreden auf Sparflamme. Langfristig kann das zu großen Problemen führen.

Stadtlohn

, 16.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Selbst an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt ist es aktuell ungewöhnlich ruhig. Nur noch ein winziger Bruchteil der Maschinen hebt hier täglich ab. Von Reisen – besonders in großen, vollbesetzten Fliegern – rät die Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie ab.

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Die Chance für kleinere Flugplätze wie in Stadtlohn Wenningfeld? „Nein“, sagt Geschäftsführer Norbert Hetkamp auf Anfrage der Redaktion, „bei uns ist in diesen Tagen ebenfalls viel weniger los als sonst.“ Die Corona-Krise geht auch am Flugplatz Stadtlohn-Vreden nicht spurlos vorbei. Die Frequenz von Starts und Landungen ist deutlich zurückgegangen. Die genaue Zahl kann der Geschäftsführer nicht nennen, aber es seien im Vergleich zu den Vorjahren „deutlich weniger als die Hälfte“.

Wetter eigentlich perfekt zum Fliegen

Und das, obwohl die Wetterlage eigentlich perfekt wäre. „Seit zwei, drei Wochen ist es überwiegend sonnig und trocken. Für die Fliegerei ist das ein Traum“, sagt Norbert Hetkamp. Doch von Hochbetrieb keine Spur. Das hat vor allem einen Grund: Die Flugschulen in Stadtlohn wurden wegen der Corona-Pandemie geschlossen. „Die Anordnung gilt für ganz Deutschland. Es ist kein Schulflugzeug in der Luft“, erklärt Hetkamp.

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Auch die sonst beliebten Flüge auf die Nord- und Ostseeinseln fallen aktuell alle weg. „Dort sind die Flugplätze teilweise komplett geschlossen“, sagt der Geschäftsführer. In Wenningfeld sind es immerhin noch eine Hand voll Maschinen, die den Betrieb aufrecht erhalten. „Meistens sind es lokale Unternehmen, die Termine wahrnehmen müssen. Sie sind dann wegen der strengen Auflagen aber immer nur alleine oder zu zweit unterwegs“, erklärt Norbert Hetkamp.

Genauso verhält es sich bei Piloten, die für ihre Fluglizenz auf eine bestimmte Anzahl von geflogenen Stunden kommen müssen. Auch verschiedene Hubschrauber – zum Beispiel von Polizei, Stromanbietern oder dem Rettungsdienst – machen hier noch Halt, um die Maschinen aufzutanken.

Komplette Schließung unmöglich

Eine komplette Schließung wäre in Wennigfeld auch gar nicht möglich, denn der Flugplatz Stadtlohn-Vreden hat eine Betriebspflicht. „Mit der Genehmigung des Flugplatzes wurde damals beschlossen, dass er an 365 Tagen im Jahr geöffnet sein muss. Für jeden Ausnahmefall brauchen wir eine Genehmigung der Bezirksregierung Münster“, so Hetkamp.

Deshalb hat der Flugplatz auch aktuell von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends geöffnet. Nun hofft Nobert Hetkamp, dass so schnell wie möglich wieder Normalität einkehren kann. Denn: „Langfristig würde ein Betrieb, wie er in diesen Tagen herrscht, zu finanziellen Schwierigkeiten führen.“

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