Im Rettungswagen endete für einige Besucher eines Stadtlohner Restaurants das vergangene Weihnachtsfest. © picture alliance/dpa
Gefährliche Körperverletzung

Weihnachtsschlägerei endet mit Gehirnerschütterung und Nasenbeinbruch

An das vergangene Weihnachtsfest erinnern sich drei Männer schmerzhaft zurück. Sie waren Gäste in einem Stadtlohner Restaurant. Deswegen stehen zwei Mitarbeiter vor dem Ahauser Amtsgericht.

Wenn man an Weihnachten in ein Restaurant geht, rechnet man nicht damit, am nächsten Morgen in einem Krankenhaus aufzuwachen. So erging es aber drei Männern nach einem folgenschweren Aufenthalt in einem Stadtlohner Restaurant in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember vergangenen Jahres.

Dieser Fall wurde jetzt vor dem Ahauser Amtsgericht verhandelt. Der 30-jährige Betreiber des Restaurants und ein 36-jähriger Mitarbeiter sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die beiden packten laut Anklageschrift und Aussage aller geladenen Zeugen einen Kunden, der sich wegen langer Wartezeit auf sein Essen beschwert hatte, und zogen ihn hinter die Verkaufstheke.

Gehirnerschütterung und Prellungen nach Fußtritten

Dort sollen sie ihn am Boden mit Fußtritten bearbeitet haben, ihn auf dem Boden liegend in die Küche und das angrenzende Treppenhaus verfrachtet und weiter getreten haben. Der Kunde erlitt eine Gehirnerschütterung und Prellungen des Brustkorbs und der Rippen.

„Auf meine Frage, ob meine Pizza vergessen wurde, wurde es völlig unvermittelt laut, und mir wurde mit Rauswurf gedroht“, erinnerte sich das Opfer. Nachdem er sich weigerte, das Lokal ohne Essen zu verlassen, sei er völlig unvermittelt am Hemdkragen gepackt und hinter die Theke geschleudert worden. Dort habe er erste Tritte gegen Oberkörper und Kopf gespürt. Den 30-jährigen Angeklagten konnte er einwandfrei wiedererkennen, beim anderen war er sich nicht sicher.

Doppelter Kopfstoß sorgt für Nasenverletzungen

Doch damit waren die Handgreiflichkeiten nicht beendet. Ein Kunde, der sich lautstark über den Vorfall empörte, erhielt laut seiner Aussage vom 36-jährigen Angeklagten einen Kopfstoß und ging mit blutender Nase zu Boden.

Den 30-Jährigen habe er an diesem Abend nicht gesehen. Fast alle anderen Zeugen berichteten dagegen, dass der 30-Jährige in diesem Fall der Täter war. „Meine Nase ist immer noch mobil“, schilderte das zweite Opfer seinen Zustand. Er gehe davon aus, dass seine Nasenspitze gebrochen war, habe sich aber keiner Operation unterzogen.

Ein Polizeibeamter, der an diesem Abend privat unterwegs war, hörte die laute Stimmung im Restaurant und wollte nachschauen, was los ist. „Ich habe einen Mann, den ich kenne, am Boden liegen sehen und wollte zu ihm“, berichtete er.

„Dann habe ich direkt eins auf die Nase bekommen“, ist seine Erinnerung. Die Diagnose ergab einen Nasenbeinbruch, der 30-Jährige soll laut verschiedenen Zeugenaussagen wieder mit dem Kopf zugestoßen haben.

Angeklagte wollten sich laut eigener Aussage nur wehren

Die Angeklagten schilderten die Geschehnisse etwas anders. Der 30-Jährige berichtete, dass der sich beschwerende Gast den ganzen Verkehr in dem übervollen Lokal aufgehalten habe.

Dabei seien aggressive Sätze wie „Wir kommen wieder und nehmen den ganzen Laden auseinander“ gefallen. Daraufhin habe der 36-Jährige den störenden Gast umfasst und aus dem Laden getragen. Der 36-Jährige selbst ergänzte, dass der Gast selbst hinter die Theke gekommen sei. „Dort liegen scharfe Messer und er war aggressiv.“

Der zweite Gast habe den Restaurantbetreiber zunächst gegen die Schläfe geschlagen, er habe sich deswegen per Kopfstoß gewehrt. Der Polizeibeamte habe ihn von hinten am Hals gepackt und gewürgt, deswegen habe er auch ihm einen Kopfstoß versetzt. „Dass seine Nase stark geblutet hat, hat mich selbst schockiert“, versicherte der Legdener.

Prozess muss unterbrochen werden

Bei einem weiteren Zwischenfall im März soll der 30-Jährige bei einer Kontrolle in Legden Polizisten beleidigt, einen Beamten von hinten gegen eine Wagentür gedrückt und sich gegen seine Festnahme gewehrt haben. „Auf einer Skala von eins bis zehn war mein Alkoholpegel bei elf“, meinte der Angeklagte. Er könne sich kaum noch an den Vorfall erinnern.

Nach mehr als vier Stunden beantragte die Verteidigung, den Prozess zu unterbrechen. Zwei wichtige Entlastungszeugen sollen bei der Fortsetzung noch aussagen.

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Bastian Becker

Ahaus, Heek und Legden am Abend

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