Wer eine Aula nutzt, muss ab 2012 zahlen

Hauptausschuss

Die Konzertaula des Gymnasiums ist zu schön, um sie nur tagsüber während des Schulbetriebs zu nutzen. Das hat sich unter Kulturschaffenden längst herumgesprochen. Sie nutzen sie gerne als Veranstaltungsort – bislang ohne einer Haus- und Benutzungsordnung und einer Entgeltordnung zustimmen zu müssen. Das wird sich aber ab 2012 ändern, wie der Hauptausschuss mit knapper Mehrheit entschieden hat.

STADTLOHN

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 10.10.2011, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Schließlich fallen ja auch tatsächlich Kosten an“, begründete der Erste Beigeordnete Karlheinz Pettirsch den Vorstoß. Bei den Schulen umsonst anzubieten, wofür in der Stadthalle Geld in Rechnung gestellt werde, sei eine Ungleichbehandlung. Das sah die CDU anders. Bislang habe die Verwaltung Augenmaß bewiesen, wenn es darum ging, die Schulen außerschulischen Gruppen zur Verfügung zu stellen. Darauf vertraue die CDU weiterhin: „Wir wollen die Vereine nicht belasten“ Otger Harks (SPD) unterstützte dagegen den Vorstoß der Verwaltung: Nutzungs- und Entgeltordnung brächten eine „klare Linie für alle Beteiligten“. Vereine und Gruppen würden künftig gleich behandelt, stimmte auch Jürgen Wörmer (UWG) zu. „Wer die Räume nutzen möchte, kann nicht erwarten, dass der Steuerzahler für Heizung und Hausmeisterstunden zahlt“, meinte auch Bernd Schöning (FDP). Er unterstützte den Vorschlag aus dem Rathaus – mit einer Einschränkung: Dass politische Parteien, die dem Rat der Stadt angehören, nicht zu zahlen bräuchten, wie es im Entwurf stand, mochte er nicht akzeptieren: „Ich möchte keine Sonderregelung für Parteien“, sagte er – und erntete dafür allgemeine Zustimmung. Die Bedenken der CDU konnte aber auch der große Zuspruch der anderen Fraktionen nicht zerstreuen. „Wir schaffen uns einen Moloch“, prophezeite Johannes Pohlmann angesichts der 14 Punkte umfassenden Haus- und Benutzungsordnung. Der Aufwand, alles zu überprüfen, sei größer als der Nutzen. Seine Befürchtung, dass die Neuregelung zu Lasten der örtlichen Gastronomie gehen könnte – „150 Euro für die Aula sind  günstiger, als einen Saal zu mieten“ – mochten die Befürworter so nicht stehen lassen.

Ein Schützenverein etwa werde wohl nach wie vor den Saal einer Gastwirtschaft vorziehen, weil nur dort der Alkoholausschank erlaubt sei, sagte Pettirsch schmunzelnd. Private und kommerzielle Veranstaltungen sowie Feste und Feiern seien ohnehin in den Schulen nicht erlaubt. Und außerdem habe die Verwaltung das letzte Wort, ergänzte Bürgermeister Helmut Könning: „In die Stadthalle lassen wir ja auch nicht jeden rein, der möchte.“

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