Wer Vandalismus anzeigt, wird belohnt

Neues Instrument

BVB-Aufkleber auf nahezu jeder Ampel, Schalke-Schriftzüge auf der Wandertafel, Graffiti allerorten und dazu mehr und mehr kleinere und größere Sachbeschädigungen: Stadtlohn hat ein wachsendes Vandalismus-Problem, wie Stadtverwaltung und Hauptausschuss meinen. Die Bürger sollen jetzt helfen, es abzustellen: Wer mit einer gezielten Aussage hilft, die sonst in der Regel unentdeckt bleibenden Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen, erhält eine Belohnung.

STADTLOHN

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 07.10.2011, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wenn das Grünlicht Aufkleber zieren, sehen sogar die BVB-Fans in der Stadtverwaltung rot. Klebe- und Schmiereren sind in Stadtlohn ein öffentliche Ärgernis geworden.

Wenn das Grünlicht Aufkleber zieren, sehen sogar die BVB-Fans in der Stadtverwaltung rot. Klebe- und Schmiereren sind in Stadtlohn ein öffentliche Ärgernis geworden.

Unbezahlbar ist für Pettirsch die präventive Wirkung dieser Maßnahme: „Wer weiß, dass er leichter zur Rechenschaft gezogen werden kann als bisher, wird sich zwei Mal überlegen, tatsächlich aktiv zu werden.“ „Versuch macht klug“, kommentierte Bernd Schöning für die FDP den Vorstoß der Verwaltung: „Wenn es klappt, ist es gut, wenn nicht, geben wir eben kein Geld aus.“ Der eine oder andere werde sich aber bestimmt vorsichtiger verhalten. Wer nach einem vergleichsweise kleinen Delikt gleich zur Rechenschaft gezogen werde, bekomme vielleicht rechtzeitig die Chance, einen besseren Weg einzuschlagen, bekräftigte Jürgen Wörmer (UWG): „Kleinstvandalismus ist sonst mitunter der Anfang für eine kriminelle Karriere.“ Auch Otger Harks (SPD) sprach sich dafür aus, die Belohnungen versuchsweise einzuführen. Bedenken kamen dagegen aus den Reihen der CDU. „Ich habe die Sorge, dass da jemand zu Unrecht an den Pranger gestellt werden kann“, wies Johannes Pohlmann auf die Gefahr der falschen Beschuldigung hin. Einer Zeugenaussage, die bezahlt werde, könnte etwas Zweifelhaftes anhaften, meinte auch Martin Könning.

Bürgermeister Helmut Könning teilte diese Vorbehalte seiner Parteifreunde nicht: „Es geht hier nicht darum, das Denunziantentum zu fördern“, stellte er klar: „Wir möchten die Bürger motivieren und ihnen sagen: Meldet Euch!“

Lesen Sie jetzt