Wie Corona bei Astrid Lensker ganz neue geschäftliche Impulse auslöste

mlzDer etwas andere Blumenladen

Manchmal hat die Corona-Krise auch eine positive Wirkung: Wenn dadurch Entwicklungen erst in Gang gesetzt wurden. Wie bei Astrid Lensker und ihren Geschäftsfeldern rund um „Grün und Gold“.

Stadtlohn

, 23.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieser Satz überrascht erst einmal: „Corona hat mir geholfen“, sagt Astrid Lensker, Inhaberin von „Grün und Gold“ in der Stadtlohner Mühlenstraße. Erst dadurch nämlich hat sie neue, kreative Ideen entwickelt.

Aber der Reihe nach: „Grün und Gold“ gibt es schon seit März 2019, damals aber noch an einem anderen Standort in der Innenstadt. Seit März 2020 hat das Geschäft, das alles andere ist als ein „normaler“ Blumenladen die Mühlenstraße 5 als neue Adresse. Genau zehn Tage hatte Astrid Lensker hier geöffnet, als sie durch Corona und dem so genannten Lockdown den Schlüssel schon wieder umdrehen musste.

Erster Versuch: Lieferservice

Für die 57-Jährige aber kein Grund, sich einfach dem Schicksal zu beugen, sondern dagegen zu halten: „Für mich war klar, dass die Welt nicht ohne Blumen leben kann.“ Nach Zusage ihres Lieferanten entschied sie sich für einen anderen Verkaufsweg: kontaktlos, als Lieferservice.

Um das Angebot publik zu machen, nutzte sie alle möglichen Formate, alle sozialen Medien. Ausgeliefert wurde mit dem Fahrrad oder mit dem Auto, vor allem auch dank der Unterstützung ihres Ehemannes. Schon nach einer Woche aber zog sie den Schlussstrich: „Ich merkte, wie viel Aufwand es ist, alle Kanäle zu bedienen.“ Und schon wurde die Idee von einem Online-Shop geboren. Die dafür von ihr erwarteten Kosten aber wirkten zuerst abschreckend, bis durch den Kontakt zu Tobit-Software daraus doch noch Wirklichkeit wurde.

Kreative Problemlösung: Online-Blumenhandel

„Die hatten ja ein ähnliches Angebot schon für die Gastronomie entwickelt, genau so etwas hatte ich mir auch für meinen Bereich vorgestellt, berichtet sie von einer sehr fruchtbaren, unkomplizierten Zusammenarbeit mit dem Ahauser Software-Hersteller, die schließlich im eigenen Blumen-Online-Shop mündete.

Und der Bedarf war da: Viele Kunden reagierten sogar sehr emotional auf diesen Lichtblick in schweren Zeiten: „Manche hatten sogar Tränen in den Augen, das ging richtig ans Herz.“

Auch das ein regionales Produkt bei "Grün und Gold" : ein Stadtlohn-Kissen aus der Werkstatt von Judith Brökers aus Ahaus.

Auch das ein regionales Produkt bei "Grün und Gold" : ein Stadtlohn-Kissen aus der Werkstatt von Judith Brökers aus Ahaus. © Privat

Für die gebürtige Stadtlohnerin war klar, wie sie sagt: „Das ist deine Chance.“ Ohne Corona aber, hätte es, vermutet sie, den Online-Shop nicht gegeben. Zumindest noch nicht. Sie legt aber Wert auf ihre geschäftlichen Basics: digital und regional. So kooperiert sie mit verschiedenen Produzenten aus der Region.

Ein Beispiel: Die Kissen mit den lokalen Schriftzügen in ihrem Geschäft stammen nicht nur aus einer Werkstatt in Ahaus, auch in der Füllung stecken Federn aus dem Münsterland. „Ich will zeigen, wie viel Kreativität im Münsterland steckt.“

Blumen gibt es auch, aber noch sehr viel mehr

Apropos Blumen. Die gibt es natürlich weiterhin über den Online-Dienst, auch wenn der Hype etwas nachgelassen habe, und sogar als Abo oder eben auch im Laden. Da aber spielen sie nicht die Hauptrolle sondern sind eines von drei Schwerpunkten von „Grün und Gold“: Florales, Dekoratives, Workshops.“

Regionale Kooperation: Elisabeth Schwietering (l.) und Astrid Lensker bei einem Workshop im Schwieteringschen Garten.

Regionale Kooperation: Elisabeth Schwietering (l.) und Astrid Lensker bei einem Workshop im Schwieteringschen Garten. © Elke Borkowski

Neben Blumen, also dem floralem Element, die aber bei Grün und Gold nicht einfach da stehen, sondern in Szene gesetzt werden, gibt es hier zahlreiche Offerten zur Dekoration, um für das passende private oder geschäftliche Ambiente zu sorgen: von der Blumenvase bis zum großen Esstisch.

Astrid Lensker auch als Stil-Coach im Einsatz

Womit man zum dritten „Standbein“ von Astrid Lensker gelangt: der Beratung. Mal sind es Workshops, in denen es kreative Anleitungen und Anregungen zu den unterschiedlichsten Themen gibt, darüberhinaus ist die ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentin, die sich vor Jahren bereits mit einer Coaching-Firma „Durchblick Büroorganisation“ selbstständig gemacht hatte, auch immer wieder als stilistische Beraterin gefragt. Bei Unternehmen oder auch in Privathäusern. Bei Events, Familienfeiern, Ausstellungen, Firmenjubiläen zum Beispiel.

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