Wie viele Parkplätze bleiben in der Eschstraße?

Planentwurf vorgestellt

Die Hälfte ist bald geschafft. Nach Dufkampstraße, Klosterstraße und Mühlenstraße wird es nun an der Eschstraße ernst. Am Dienstagabend wurden im Planungs- und Bauausschuss die Ausbaupläne für die Neugestaltung vorgestellt. Im Fokus der Diskussion stand die Frage: Wie viele Parkplätze muss die Eschstraße künftig bieten?

STADTLOHN

, 20.01.2016, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Ausbaupläne, die der Planer Carsten Paul vom Ingenieurbüro NTS in einem einstündigen Vortrag detailliert vorstellte, boten in Gestaltungsfragen keine Überraschung: Die Pläne orientieren sich an dem von den Architekten Farwick und Grote 2013 erarbeiteten Grundkonzept. Der Fußgängerbereich wird klar von der Fahrbahn getrennt. Für die Fahrbahn ist ein anthrazitfarbenes Betonsteinpflaster vorgesehen. Gliederungsbänder mit hellem Betonsteinpflaster strukturieren den Straßenraum. Die Gliederungsbänder standen am Dienstagabend im Zentrum der Debatte. Sie sollen nach dem Konzept teils als Stellplätze, teils aber auch für die Möblierung mit Sitzbänken, Abfalleimern und Leuchten sowie für Bäume und Fahrradständer genutzt werden.

"Keine schnöde Parkreihe"

In einer Anwohnerversammlung im Dezember war bereits der Wunsch nach mehr Stellplätzen und weniger Mobiliar geäußert worden. Dafür gab es am Dienstagabend im Ausschuss Unterstützung, aber auch Widerspruch. Planer Paul mahnte: „Sie sollten darauf achten, dass keine schnöden Parkplatzreihen entstehen.“ Auch Otger Harks (SPD) wandte sich dagegen, allein das Auto in den Mittelpunkt zu stellen: „Eine Optimierung im Einzelfall ist denkbar. Wir wollen aber keine Autobahn.“ Harks wies auf die geplante Parkplatzerweiterung an der nahegelegenen Stegerstraße hin, die künftig für eine Entlastung in der Innenstadt sorgen werde.

"Menge geht vor Schönheit"

Heinrich Ellers und Cäcilia Völker (beide CDU) und Dr. Albert Daniels (FDP) sprachen sich dagegen für mehr Stellplätze in der Eschstraße aus. Die entschiedensten Worte fand Daniels: „Wir wollen deutlich mehr Stellplätze. Menge geht vor Schönheit.“ Endgültig entscheiden wird der Ausschuss erst im Februar. Es zeichnet sich aber ein Kompromiss ab, bei dem am Ende an der neuen Eschstraße 13 bis 14 Stellplätze entstehen, 9 sind es in den aktuellen Planungen. Heute gibt es dort 15 Stellplätze. Carsten Paul hatte den Streit entschärft: „Die Gliederungsbänder sind so gestaltet, dass die Nutzung ohne großen Aufwand auch nachträglich verändert werden kann.“ So könne die Stadt flexibel auf die Bedürfnisse eingehen.

Zehn Prozent Mehrkosten

Der Ausbau der Eschstraße wird voraussichtlich um zehn Prozent teurer, weil mehr Einmündungsbereiche in Nachbarstraßen in einem Zug mit erneuert werden. So ist die Pflasterfläche von 3600 auf 3900 Quadratmeter angewachsen. Die Ausschreibung wird erst im Februar erfolgen. Geschätzt werden die Kosten auf 670.000 Euro.

30 neue Parkplätze an der Hagenstraße

Mittwoch, 10 Uhr: Auf dem Parkplatz an der Stegerstraße ziehen Autos ihre Runden auf der Suche nach einer Parklücke. Doch alle 33 Stellplätze sind belegt. Weil das zu oft der Fall ist, will die Stadt den Parkplatz erweitern. Dazu sollen drei ältere Wohnhäuser an der Hagenstraße abgerissen werden. Die Häuser gehören der Stadt und dienen zurzeit als Flüchtlingsunterkunft.

Kein Parkdeck, keine Tiefgarage

Am Dienstagabend hat der Architekt Meinhard Neuhaus aus Coesfeld das Parkplatzkonzept und mögliche Alternativen im Planungs- und Bauausschuss vorgestellt. In der bevorzugten ebenerdigen Variante könnte die Zahl der Stellplätze auf 63 fast verdoppelt werden – wenn auch ein kleiner Streifen von Pastors Garten einbezogen werden kann. Die Vorgespräche, so Neuhaus, seien vielversprechend gelaufen. Von einem Parkdeck oder gar einer Tiefgararage riet der Experte ab: zu teuer bei einem nur mäßigen Zugewinn an Stellplätzen. Das sah der Ausschuss genauso.

Schallschutztechnisch werde es keine Probleme geben: Ein Schallgutachten ergab, dass die Grenzwerte unterschritten werden, zum Teil sogar erheblich.

Ehrgeiziger Fahrplan

Neuhaus stellte auch einen ehrgeizigen Fahrplan vor, nach dem der neue Parkplatz bereits im Oktober fertig sein könnte. Dafür müssten die drei Wohnhäuser an der Hagenstraße bereits im Frühjahr abgerissen werden. Ob das gelingen wird, so Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp, sei noch nicht sicher. „Wenn nicht, dann verschieben wir das Parkplatzprojekt.“ Offen blieb auch die Frage, wie der Parkplatz an das Straßennetz angebunden werden soll. Wahrscheinlich ist eine Zufahrt über die Hagenstraße und eine Abfahrt über die Stegerstraße. Das würde für den südlichen Teil der Hagenstraße eine erhöhte Verkehrsbelastung bedeuten.

„Zukunftsmusik“

Langfristig ist auch eine direkte Anbindung an die Klosterstraße denkbar. Das, so Neuhaus, sei aber noch Zukunftsmusik. Denn es wären weitere Hausabrisse nötig. Dafür fehlen aber noch die eigentumsrechtlichen Voraussetzungen. Unklar ist auch, wo dieser Durchstich erfolgen soll. Sicher ist nur: Im Bereich des jüdischen Friedhofs wird dies nicht der Fall sein. Neuhaus: „Der Friedhof ist in Gänze unantastbar.“  

 

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