Hasenpest

Zufallsfund: Jetzt erster Fall von Hasenpest auch in Stadtlohn bestätigt

Jetzt ist auch im Waldgebiet Bockwinkel ein Fall von Hasenpest nachgewiesen worden. Ein erster Fall war vor einigen Wochen in Ahaus entdeckt worden. Auch Menschen können sich infizieren.
Zwei Feldhasen auf einer Wiese: In Stadtlohn sind jetzt verendete Tiere aufgefunden worden. In einem Fall wurde die Tularämie (Hasenpest) nachgewiesen (Symbolfoto). © picture alliance/dpa

Mehrere tot aufgefundene Hasen wurden in den vergangenen Wochen dem Hegeringleiter Ulrich Behmenburg gemeldet. Die Fundorte lagen in verschiedenen Revieren des Hegerings Stadtlohn-Südlohn-Oeding, unter anderem im Bockwinkel. Der Verdacht lag nahe: Es könnte sich um Opfer der Hasenpest handeln, die vor einigen Wochen schon in Ahaus aufgetreten ist. Allerdings war der Verwesungszustand jedes Mal schon so weit fortgeschritten, dass eine Untersuchung durch das Veterinäramt nicht mehr möglich war.

Krankheit kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden

Zuletzt aber entdeckte eine Hundehalterin im Bockwinkel zufällig einen toten Hasen, der frisch verendet war. Der Kadaver wurde umgehend an das Veterinäramt zur Untersuchung weitergeleitet. Der Befund bestätigte nun nach Angaben der Jägerschaft den Verdacht, dass der Hase an der Hasenpest (Tularämie) verendet ist.

In Stadtlohn ist jetzt ein Fall von Hasenpest nachgewiesen worden. Dieser Hase wurde durch Zufall von einer Hundehalterin in Stadtlohn entdeckt. 
In Stadtlohn ist jetzt ein Fall von Hasenpest nachgewiesen worden. Die Stadtlohner Jägerschaft mahnt insbesondere Hundebesitzer zur Vorsicht. © privat © privat

Bei der Krankheit handelt es sich um eine sogenannte Zoonose. Das heißt: Die Infektion ist auch vom Tier auf den Menschen übertragbar. Darum ist sie auch meldepflichtig. Bei einer Infektion kann es für den Menschen zu gefährlichen Verläufen kommen. Für Hasen und Kaninchen endet die Krankheit immer tödlich.

Das Krankheitsbild beim Menschen hängt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts unter anderem von der Eintrittspforte des Erregers ab und kann sehr verschiedenartig sein: Geschwür an der Eintrittsstelle, vergrößerte Lymphknoten oder eine Lungenentzündung sind möglich. Ohne antibiotische Behandlung kann die Sterblichkeit über 30 Prozent betragen. Die Erkrankung von Menschen an der Hasenpest ist in Deutschland mit etwa 10 bis 30 Fällen pro Jahr recht selten.

Jäger mahnen: Tote Tiere auf keinen Fall anfassen!

Hegeringleiter Ulrich Behmenburg bittet stellvertretend für die Jägerschaft Spaziergänger mit kleinen Kindern, Hundehalter und andere Naturnutzer, die in Feld und Flur unterwegs sind, um erhöhte Vorsicht. Tote Tiere oder Kadaverteile sollten auf keinen Fall angefasst werden.

Hunde erkranken selbst zwar nicht an der gefürchteten Hasenpest, können die Krankheit aber nach Kontakt mit infiziertem Tiermaterial auf den Menschen übertragen.

Hunde sollten als Krankheitsüberträger an der Leine geführt werden

Darum rät die Jägerschaft aus aktuellem Anlass, Hunde an der Leine zu führen und nicht von Spazier- und Wanderwegen abzuweichen. Bei Kontakt eines Hundes mit einem toten Hasen oder Kaninchen sollten Hundehalter ihren Hund so schnell wie möglich an Kopf und Schnauze abwaschen. Da der Infektionsweg über Haut und Schleimhaut verläuft, sollten dabei Handschuhe und Mundschutz getragen werden.

Gerade bei dem aktuellen Fund im Bockwinkel bittet Hegeringleiter Ulrich Behmenburg um besondere Vorsicht in den Berkelwiesen. In den Morgen- und Abendstunden kommen die Hasen zur Nahrungsaufnahme aus dem Wald in die Wiesen. Bei den hochsommerlichen Temperaturen wird die Berkel an vielen verschiedenen Stellen von Badegästen und Hundebesitzern aufgesucht.

Gerade in dem hohen Bewuchs der Ufer- und Waldrandbereiche können sich infizierte Tiere verstecken, um zu verenden, oder Kadaverteile von Beutegreifern verschleppt werden. Infizierte Tiere verenden innerhalb weniger Tage. Auffällige Krankheitszeichen sind ein verändertes Verhalten, Schwäche und Mattigkeit.

Die erkrankten Hasen zeigen keinen Fluchtreflex mehr. Solche Tiere sollten auf keinen Fall angefasst werden, sondern man sollte umgehend das Ordnungsamt oder den zuständigen Jagdausübungsberechtigten informieren. Auch bei Hegeringleiter Ulrich Behmenburg, Stadtlohn, sind Hinweise und weitere Infos möglich.

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