Zusammen gegen eine Naturgewalt

Hochwasserschutz

Einen wichtigen Meilenstein hat die Stadt Stadtlohn jetzt beim Hochwasserschutz erreicht. Vertreter der Stadt, der Landwirte und des Wasser- und Bodenverbandes Oberes Berkelgebiet haben eine Rahmenvereinbarung über die Entschädigungsregelung unterzeichnet. Nun können die Einzelverträge verhandelt werden.

STADTLOHN

, 07.07.2015, 18:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Berkel in Stadtlohn von der Schanzbrücke aufgenommen

Berkel in Stadtlohn von der Schanzbrücke aufgenommen

Mit dieser Einigung ist die angestrebte Kooperation der Stadt mit den Nutzern, Eigentümern und Verantwortlichen der Gewässerunterhaltung, die von den vorgesehenen Hochwasserschutzmaßnahmen betroffen sind, einen großen Schritt weiter.

"Wir wollten erreichen, dass Entschädigungsfragen geklärt sind, bevor die formalen Schritte des Planfeststellungsverfahrens beginnen", sagt Bürgermeister Helmut Könning.

Gefahren minimieren

Dadurch, dass die Überschwemmungsgebietsgrenzen der Berkel neu festgesetzt worden sind, wurden im Jahr 2010 wesentliche Flächen in der Stadtlohner Innenstadt zu Überschwemmungsgebieten. Um die Gefahren für Personen und Gebäude, die ein Hochwasser mit sich bringen könnte, zu minimieren, plant die Stadt zusätzliche Retentionsräume für die Berkel.

Dafür sollen Einschnürungsbauwerke an der "Harrierbrücke" und an der Kreisstraße 33 im Bereich der "Schanzbrücke" in Estern angelegt werden. Bei einem hundertjährigen Hochwasser werden Flächen, die flussaufwärts der Einschnürungsbauwerke liegen, dann höher gestaut und die Überschwemmungsgebiete vergrößern sich in der Folge.

Früh das Gespräch gesucht

"Die Rahmenvereinbarung ist gut, weil Stadt schon frühzeitig die Gespräche mit der Landwirtschaft gesucht hat und eine einvernehmliche Entschädigungsregelung gefunden wurde", meint Josef Schülting, Vorsitzender des Wasser- und Bodenverbandes Oberes Berkelgebiet. Allerdings finde das Hochwasserschutzkonzept noch nicht die volle Zustimmung der Landwirte in allen Punkten.

Welche Punkte den Landwirten im Einzelnen nicht so gefallen, wollte Schülting gestern auf Nachfrage der Münsterland Zeitung nicht sagen. "Dazu ist es jetzt noch zu früh", so Schülting. Es seien jedoch nur wenige Landwirte, die im Gebiet der oberen Berkel im Falle einer Überflutung bei Hochwasser betroffen sind.

Entschädigungen

Nach der Rahmenvereinbarung entschädigt die Stadt Stadtlohn alle Eigentümer, deren Grundstücke infolge der geplanten Maßnahmen von einer Überflutung betroffen werden, nach einheitlichen Kriterien und Entschädigungssätzen. Ziel der Stadt ist es nun, auf der Grundlage dieser Rahmenvereinbarung mit den Grundstückseigentümern einzelne Verträge abzuschließen.

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