Die größte Solaranlage in Schwerte wollen die Stadtwerke errichten. (Symbolbild) © picture alliance / dpa
Sonnenstrom

Grünes Licht: Unweit der A1 soll bald Solarenergie für ein ganzes Stadtviertel gewonnen werden

Auf einem Feld unweit der A1 soll Schwertes größte Solarstromanlage gebaut werden. Die Stadtwerke hoffen, damit CO2-frei Strom für ein komplettes Stadtviertel zu erzeugen.

Drei Anläufe hat es gebraucht, bis der Rat den Bebauungsplan Nr. 28 „Freiflächenphotovoltaik“ und die damit einhergehende Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen hat.

Damit ist der Weg frei für Schwertes erste große Solaranlage auf dem Boden. Unweit der A1 soll bald Solarenergie für ein ganzes Stadtviertel gewonnen werden. Aktuell befindet sich in diesem Bereich derzeit noch ein Feld.

Die Anlage braucht keine Fundamente

Der Bauplan sieht wie folgt aus: Zehn diagonal verlaufende Reihen mit Solarpaneelen sollen auf dem Grundstück errichtet werden. Die Fläche liegt in der Nähe des Alten Dortmunder Wegs, zwischen Theilskamp und Heidekamp. Die Panels werden auf Gestellen angebracht. Das Metallständerwerk dafür braucht keine Fundamente und wird nur in den Boden gerammt. Das einzige echte Bauwerk der Freiflächensolaranlage ist das Trafohäuschen.

Erschlossen wird die Anlage über einen Wirtschaftsweg, der vom Alten Dortmunder Weg abzweigt. Der soll groß genug sein, um eventuelle Rettungseinsätze zu fahren, werde aber ansonsten nur zu Wartungszwecken genutzt.

Energie für ein ganzes Stadtviertel

Die Anlage, die von den Stadtwerken dort errichtet wird, ist in Schwerte bislang einzigartig. 750 Kilowatt-Peak beträgt ihre Spitzenleistung. Damit könne man 250 Haushalte mit Energie versorgen, erklärte Matthias Becker von den Stadtwerken bei der ersten Vorstellung der Anlage. In Zahlen liest sich das so: Es werden 675.000 kWh CO2 freien Stroms in der Spitze erzeugt. Den wollen die Stadtwerke dann direkt in ihr Netz einspeisen.

Obwohl der Bebauungsplan eigentlich politisch unumstritten ist, musste er zweimal ausgelegt werden. Bei der ersten Offenlage gab es Bedenken aus dem Bereich Umweltschutz. Die konnte man einarbeiten, sodass nur noch die Bedenken des Landwirtschaftsverbandes übrig blieben.

Der machte geltend, dass hier wieder einmal wertvolle Ackerfläche der Landwirtschaft entzogen würde. Doch auch im November vergangenen Jahres, als man eigentlich den Plan beschließen wollte, gab es noch Regelbedarf. Letztlich einigte man sich bei der jüngsten Ratssitzung und bereitete damit den Weg für das Vorhaben vor.


Neue Pachtflächen für den Landwirt gesucht

Doch es gibt auch ein ungelöstes Problem: Denn das Grundstück gehört der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Unna, die es seit Jahren an einen Landwirt verpachtet. Der lebt überwiegend von der Bewirtschaftung gepachteter Flächen und benötigt nun dringen einen Ausgleich.

Im Ratsbeschluss steht, dass man sich bemühe, dem Landwirt zu helfen. Im Sommer waren die Stadtwerke noch davon ausgegangen, bereits zum Jahresbeginn 2021 mit dem Bau anfangen zu können. Das wird sich vermutlich nun ein wenig nach hinten verschieben. Allerdings ist der Bauaufwand relativ gering.

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Redaktion Schwerte
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Heiko Mühlbauer

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