Der Engel vom Krippenweg 2019 wacht auch über das Hospiz: Direkt an ihrer Gartengrenze zu der Einrichtung haben (v.l.) Kim und Michaela Raukohl die von ihnen ersteigerte Skulptur aufgestellt. Ideal finden den Standort Hospiz-Leiterin Marion Otremba, die Krippenweg-2020-Organisatorinnen Elvira Sürig und Irmgard Paul sowie Anne Hildebrand, die den Engel gestiftet hatte. © Reinhard Schmitz
Schwerter Krippenweg

Holzengel vom Krippenweg landet haarscharf neben dem Hospiz

Der Engel aus dem Münsterland war im Vorjahr einer der Hingucker beim Schwerter Krippenweg. Jetzt steht er in einem Garten direkt neben dem Hospiz. Der Weg dorthin führte über Dortmund-Holzen.

Er breitet seine Flügel aus, um auch die Bewohner und Mitarbeiterinnen des Hospizes zu beschützen. Einen besseren Standort hätte der Engel kaum finden können. Direkt an der Grenze zum Hospizgarten hat Nachbar Kim Raukohl die fast lebensgroße Figur aufgestellt, die im vergangenen Jahr einer der Hingucker beim Schwerter Krippenweg war.

„Der Mensch braucht am Anfang und am Ende des Lebens eine Krippe“, erklärt die diesjährige Krippenweg-Mitinitiatorin Irmgard Paul, um den Bogen zu schlagen.

Anne Hildebrand ließ den Engel einfliegen

Der Engel hat eine bewegte Geschichte. Anne Hildebrand aus Dortmund-Holzen, die immer eine Station beim Krippenweg gestaltet, ließ ihn aus ihrer Kindheits-Heimat im Münsterland anfliegen. „Ein Freund hatte dort sowas für seine Frau zum Nikolaus gemacht“, berichtet sie: „Da habe ich gesagt: Nächstes Jahr kannst du das auch für mich machen.“ Dabei hatte sie natürlich den Krippenweg vor Augen.

Tatsächlich erhörte der Freund, er heißt Ludger Hortmann, den Wunsch und machte sich an die Arbeit. Nicht aus irgendwelchen Brettern vom Baumarkt sollte das himmlische Wesen entstehen, sondern aus ganz besonderem Material. „Das Holz stammt aus der alten Klein Rekener Schule“, erzählt Anne Hildebrand.

In Schwerte angekommen, fand der Engel seinen Ehrenplatz in einem Schaufenster des Schuhhauses Hanna am Marktplatz. Besucher des Krippenweges konnten ihn dort während der Weihnachtszeit bewundern.

Für Kim Raukohl fast wie Liebe auf den ersten Blick

Doch Anne Hildebrand hatte sich noch etwas anderes ausgedacht. Sie wollte das Kunstwerk anschließend nicht für sich behalten, sondern etwas Gutes damit tun. Also bot sie es zur Versteigerung an, deren Erlös – wie weiteres Geld vom Krippenweg 2019 – im vergangenen Jahr an eine Elterninitiative von herzkranken Kindern gespendet werden sollte.

Das höchste Gebot gab Kim Raukohl ab. Für ihn muss es fast wie Liebe auf den ersten Blick mit dem geflügelten Himmelsboten gewesen sein. Er war zufällig beruflich im Haus von Anne Hildebrand tätig, als der angeliefert und zunächst im Wohnzimmer aufgestellt wurde. „Den will ich haben“, schoss es ihm gleich durch den Kopf.

Durch die Aufstellung in dem Vorgarten auf der Schwerterheide hat die geflügelte Holzfigur noch mehr Patina bekommen. Von der Straße aus kann sie jeder Vorbeigehende sehen – auch wenn sie nicht zum 6. Schwerter Krippenweg gehört, den Irmgard Paul gemeinsam mit Elvira Sürig seit Sonntag, 29. November, in der Altstadt organisiert.

Der Erlös unterstützt in diesem Jahr das Hospiz. Es wird auf viele Engel gehofft, die für die Einrichtung Spenden geben, deren Einnahmequellen wie Hospizlauf und Garten-Eden-Aktion wegen Corona ausfallen mussten.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
Zur Autorenseite
Reinhard Schmitz

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.