Den Blutspendetermin digital vereinbaren – das ist nicht jedem möglich. Das DRK bietet auch hierfür Lösungen. © picture alliance/dpa
Blutspende

Schwerterin beim Blutspenden abgewiesen: „Das hat mich wirklich verletzt!“

Cornelia Jost-Fischer geht regelmäßig Blut spenden. Doch am Gemeindezentrum in Villigst wurde sie nun abgewiesen – „wie Maria und Josef in der Herberge“, sagt sie. Das DRK klärt die Situation auf.

Cornelia Jost-Fischer geht eigentlich regelmäßig Blut spenden. Auch für den Blutspende-Termin am Donnerstag (8.4.) im Gemeindezentrum St. Thomas-Morus in Villigst hat sie Post erhalten. Als sie jedoch mit ihrer Post samt Blutspende-Ausweis zum Termin will, wird sie abgewiesen. „Mir wurde gesagt, dass ich ohne eine digitale Anmeldung nicht zur Spende kann. Ich wurde abgewiesen wie Maria und Josef in der Herberge“, sagt die Schwerterin. „Das hat mich wirklich verletzt.“

An sich ist digitale Terminvereinbarung für die meisten Menschen heutzutage kein Problem mehr – doch Cornelia Jost-Fischer empfindet es dennoch als problematisch, dass sie sich mit einem digitalen QR-Code anmelden muss. „Mir wurde vor einiger Zeit meine Handtasche gestohlen. Alles war weg: Meine Papiere, mein Handy. Und nicht jeder hat das Geld, ein solch teures Gerät direkt zu ersetzen.“

Zumal es genug Menschen gebe, die zwar Blut spenden, sich aber nicht extra digital dafür anmelden möchten.

Anmeldung zur Spende mit QR-Code

„Erst im Dezember war ich noch Blut spenden. Ich hatte nur meinen Reisepass, da mir alles gestohlen wurde, aber es war in Ordnung. So lange man sich ausweisen konnte, war das möglich“, erklärt Cornelia Jost-Fischer. Im aktuellen Brief habe nur gestanden, dass die Anmeldung mit einem QR-Code nun möglich sei – doch das habe sie als Vorschlag und nicht als Bedingung aufgefasst.

Klarheit liefert Stephan Jorewitz, Pressereferent für den DRK-Blutspendedienst West. „Wir hätten natürlich gern, dass all unsere Spender künftig über die App buchen und auch so erreichbar sind. Aber Termine buchen kann man auch übers Telefon.“ Das gelte vor allem für jene Leute, die sich digital nicht bewegen können. Diese Regelung habe sich bereits herumgesprochen. „Oft machen das auch die Enkelkinder, etwa für die älteren Spender.“

Genaue Informationen zur Blutspende unter Corona-Bedingungen können der Internetseite des Blutspendedienstes entnommen werden: www.blutspendedienst-west.de/corona.

In den Einladungen zum Spendetermin ist die Telefonnummer angegeben, unter der über die Blutspende-Nummer des jeweiligen Spenders der Termin vereinbart werden kann.

Doch warum setzt das DRK überhaupt auf eine Terminvereinbarung vorab – und nicht auf das übliche Prozedere, dass man zum Spendetag einfach so erscheinen kann? „Wir haben diese Digitalisierung bewusst unter den Corona-Bedingungen eingeführt, weil es hilft, die Leute auch zu leiten. Wir vermeiden so, dass die Spender in der Warteschlange stehen müssen.“ Durch die Terminbuchung sei steuerbar, wie viele Leute zu welchem Zeitpunkt da sind.

Wartezeiten verkürzen sich enorm

Derzeit sei es ohnehin von enormer Wichtigkeit, Menschenansammlungen zu unterbinden, um das Infektionsrisiko gering zu halten. Der positive Nebeneffekt sei, dass die Wartezeiten für die Spender sich enorm verkürzen. „Bisher gab es dazu vor allem positive Rückmeldungen, die Leute wissen es zu schätzen, dass sie nicht mehr so lange warten müssen.“

Kommt doch einmal jemand ohne Termin, so versuche man laut Stephan Jorewitz, diese Person noch zwischen den Terminen dranzunehmen. „Das ist eigentlich inzwischen auch gut eingespielt, sodass selten Leute abgewiesen werden müssen.“

Er räumt jedoch ein, dass der Start in das System zunächst überfordernd gewesen sei – auch unter dem Gesichtspunkt, dass lange Zeit nicht klar gewesen sei, wer denn nun aufgrund von Corona spenden dürfe und wer nicht. „Da kann es auch gut sein, dass wir in der heißen Phase die ein oder andere Person auch mal abgewiesen haben.“ Das sei aber zum Teil auch aus Überforderung geschehen.

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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