Helfer bemühten sich, den Parkplatz des Elsebads von der schmierigen Schlammschicht zu befreien, die die Flut mitgebracht hatte. © Reinhard Schmitz
Elsebad überschwemmt

Technikräume und Becken überflutet: Wiedereröffnung steht in den Sternen

Liegewiesen, Becken, Technikräume – komplett überschwemmt hat der reißend gewordene Elsebach das Elsebad. Viele Freiwillige packen an beim Aufräumen. Aber die Wiedereröffnung steht in den Sternen.

Die Welle der Hilfsbereitschaft war riesig. Mit Gummistiefeln, Schaufeln und Fletschern marschierten Freiwillige am Donnerstagmorgen zum Elsebad, das von den Fluten schwer getroffen worden war. Der Rückstau des angrenzenden Elsebachs, der normalerweise in einem kleinen Durchlass unter der Straße Am Winkelstück verschwindet, hatte das Gelände am Mittwochabend komplett überflutet.

Beckenwasser wurde eine braune Brühe

„Das Wasser kam so schnell und ist über die Schotte gelaufen“, berichtet Annette Wild, Geschäftsführerin des Bürgerbad-Vereins. Als die Hiobsbotschaft sie erreichte, sei sie nur noch mit Mühe auf das Gelände gekommen, wo sie im Betriebsgebäude bis zum Bauchnabel in der braunen Brühe stand. Die war über die Durchschreit-Duschen und den Rand sogar ins Schwimmbecken geschwappt – 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser sind verdreckt und müssen ausgetauscht werden. Auch die unterirdische Kammer für die Umwälzpumpen wurde geflutet.

Auch Geschäftsführerin Annette Wild (r.) packte mit an, um die Schlammschichten aus dem Elsebad zu beseitigen, in dessen Becken eine braune Brühe müffelte.
Auch Geschäftsführerin Annette Wild (r.) packte mit an, um die Schlammschichten aus dem Elsebad zu beseitigen, in dessen Becken eine braune Brühe müffelte. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Noch schlimmer wütete der Elsebach aber in den Technikräumen. Dort erreichte er sogar den Fuß der elektrischen Schaltschränke, die nach den Erfahrungen einer früheren Überschwemmung schon extra erhöht auf einem Podest an der Wand montiert sind. „Wir hatten alles getan, was wir tun konnten“, sagt Annette Wild. Doch das Problem sei der Bachdurchfluss unter der Straße: „Der ist viel zu eng, aber da können wir nichts machen.“ Dafür sei die Stadt zuständig.

„Gottseidank sind wir gut versichert“, berichtet die Geschäftsführerin weiter: „Aber das kann keine Dauerlösung sein.“ Das „Desaster“ koste „zigtausende Euro“. Ob und wann das Bad in dieser Saison wiedereröffnet werde, entscheide sich erst, wenn alle Schäden begutachtet seien. „Das ist ein schreckliches Jahr“, sagt sie: „Wir hatten geglaubt, Corona wäre schon schlimm.“ Die Pandemie hatte den Saisonstart um viele Wochen verzögert und an den wenigen Sommertagen die Besucherzahlen begrenzt. Jetzt sei es noch schlimmer gekommen: „Trotzdem werden wir den Kopf nicht hängen lassen.“

Auch die Duschen und der Beckenrand im Elsebad waren voll mit stinkendem Schlamm.
Auch die Duschen und der Beckenrand im Elsebad waren voll mit stinkendem Schlamm. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Dazu ermutigte nicht zuletzt der große Rückhalt bei den Schwertern, der sich in der Not wieder zeigte. Mit Schläuchen und Schaufeln packten sie mit an, um nach dem Rückzug des Wassers die schmierigen Schlammschichten zu beseitigen, bevor sie von der Sonne festgebacken werden konnten. Andere brachten für die freiwilligen Helfer Essen vorbei.

Unter Wasser stand der Technikkeller des Elsebads, wo die Schaltschränke schon vorsorglich auf ein Podest gesetzt waren.
Unter Wasser stand der Technikkeller des Elsebads, wo die Schaltschränke schon vorsorglich auf ein Podest gesetzt waren. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Nur ein Wunsch blieb offen bei Annette Wild: „Wir hätten uns gefreut, wenn auch der Bürgermeister vorbeigekommen wäre.“ Einfach nur, um moralische Unterstützung zu leisten und Wertschätzung für das Ehrenamt zu zeigen. Die bekommt das Elsebad aber vom Bundespräsidenten. Thomas Wild, Vorsitzender des Fördervereins, erhält am 30. Juli das Bundesverdienstkreuz: „Er nimmt die Auszeichnung für das ganze Team entgegen.“ Ob danach – wie ursprünglich geplant – eine kleine Feier im Elsebad stattfinden kann, ist angesichts der Wasser-Verwüstungen noch offen.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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