22-Jähriger kommt nach Beinaheunfall mit milder Strafe davon

mlzAmtsgericht Borken

Beim Überholen hatte sich ein 22-jähriger Fahranfänger deutlich verschätzt. Beinahe hätte es einen schweren Unfall gegeben. Vor Gericht entschuldigte sich der junge Mann. Mit Erfolg.

Südlohn

, 18.02.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Fahranfänger hat im vergangenen August auf der Nordvelener Straße beinahe einen schweren Frontalzusammenstoß verursacht. Dafür musste er sich am Montagmorgen vor dem Borkener Amtsgericht verantworten.

Zweifelsfrei klar war dort, dass das Überholmanöver des 22-jährigen Borkeners gefährlich war. Das hatte der junge Mann auch sowohl im vergangenen Sommer als auch am Montag noch einmal vor dem Amtsgericht eingeräumt.

Beinahe-Zusammenstoß auf der Nordvelener Straße

Was war geschehen? Im vergangenen August war der Mann morgens früh auf der Nordvelener Straße in Richtung Südlohn unterwegs. Vor ihm fuhr ein 62-jähriger Mann aus Ostbevern in einem Lkw. Vor der langgezogenen Rechtskurve setzte der 22-Jährige dann zum Überholen an, ohne auf den Gegenverkehr zu achten.

Eine 22-jährige Frau aus Gescher fuhr da gerade in die andere Richtung. Nur durch eine Vollbremsung und ein schnelles Ausweichmanöver konnte sie einen Zusammenstoß verhindern. „Die Wagen haben sich nur um wenige Meter verfehlt“, sagte der 62-jährige Lkw-Fahrer. Das seien Bruchteile von Sekunden gewesen.

Auch die Autofahrerin aus Gescher schilderte die entscheidenden Sekunden: „Das Auto zog plötzlich hinter dem Lkw auf meine Spur und wollte überholen“, sagte sie, „wenn ich nicht so stark gebremst hätte, hätte es geknallt.“

Pikant dabei: Den Führerschein hatte der junge Mann gerade erst zwei Wochen in der Tasche. „Ich habe mich einfach verschätzt“, sagte er. Die beiden beiden Zeugen bat er auch noch um Entschuldigung. Sie nahmen die Entschuldigung an.

Lkw-Fahrer spricht 22-jährigen Borkener bei seinem Arbeitgeber an

An dem Morgen im August war der Lkw-Fahrer dem 22-jährigen Borkener bis zu seiner Arbeitsstelle in Südlohn hinterher gefahren. Dort angekommen, stellte er den jungen Mann zur Rede. „Ich habe ihm gesagt, dass er genauso gut hätte tot sein können“, erklärte der Ostbeverner dem Richter. Auch da habe der junge Fahrer eingeräumt, sich wohl verschätzt zu haben.

Der Richter ließ am Montag Milde walten: Der Führerschein des Mannes war schon im vergangenen Oktober eingezogen worden. „Sie sind ja damit schon vier Monate ohne Führerschein“, sagte er zu ihm. Dass es sich um einen gravierenden Fahrfehler handele, sei ebenso unstrittig. Er mochte dem 22-Jährigen jedoch keine Rücksichtslosigkeit unterstellen. Der Fahrfehler sei lediglich auf die mangelnde Fahrpraxis zurückzuführen. „Sie haben daraus durchaus gelernt“, erklärte er.

Gegen eine Geldauflage von 600 Euro stellte er das Verfahren schließlich ein. Seinen Führerschein bekam der Borkener noch in der Verhandlung wieder. Die Mutter des Angeklagten, die den Prozess aus dem Zuschauerraum verfolgt hatte, atmete da hörbar erleichtert auf.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt